Bayreuth
Lebensmittel

Bayreuth oder Kulmbach - Wohin kommt das Genusshaus?

Gesucht wird ein Betreiber für das Leuchtturmprojekt. Die Planungen sind bereits weit gediehen.
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Im stilisierten Sudkessel aus Holz könnte die Biervielfalt Oberfrankens in einem Genusshaus gezeigt werden. Visualisierung: Schrutka-Peukert GmbH Kulmbach
Im stilisierten Sudkessel aus Holz könnte die Biervielfalt Oberfrankens in einem Genusshaus gezeigt werden. Visualisierung: Schrutka-Peukert GmbH Kulmbach
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Das Netzwerk? Ist vorhanden - schließlich erfreut sich die Genussregion Oberfranken wachsender Beliebtheit. Das Marketingkonzept? Steht - Hans-Peter Brendel, Geschäftsführer der Agentur Bergwerk aus Kupferberg, hat geliefert. Die räumliche Umsetzung? Ist zumindest virtuell gegeben - dank der detaillierten Planungen von Schrutka-Peukert Ladenbau und Objekteinrichtungen aus Kulmbach. Die Idee? Von höchster Stelle im Landwirtschaftsministerium offiziell für sehr gut befunden und als nationales Pilotprojekt geadelt... Woran also hapert's bei der Umsetzung der Marke "Genusshaus" für die Region?

"Es fehlt ein Unternehmer. Einer, der letztlich konkret die Einrichtung als verantwortlicher Betreiber führt", sagt Thomas Zimmer. Der Präsident der Handwerkskammer für Oberfranken hatte vor zwei Jahren ein solches Genusshaus ins Gespräch gebracht. Es soll, wie Zimmer sagt, ein "Leuchtturm-Projekt" versinnbildlichen; eines, in dem sich die ganze kulinarische Vielfalt Oberfrankens genießen und erleben - und natürlich erwerben - lässt.
Ein Ort dafür ist auch schon gefunden. Eigentlich. Das ehemalige Sparkassengebäude in Bayreuth, direkt neben dem Opernhaus gelegen, wäre frei. 1300 Quadratmeter Fläche warten auf neue Nutzer. "Es ist einfach eine Jahrhundertchance", schwärmt Zimmer. Denn wo würde sich das, was den Verein Genussregion Oberfranken als immaterielles Weltkulturerbe auszeichnet, besser platzieren lassen als neben dem Weltkulturerbe Opernhaus?

Kann, muss aber nicht. Sagt nicht nur Thomas Zimmer, sondern auch Projektleiter Bernd Sauer. Warum das Genusshaus nicht an den Lebensmittelstandort Kulmbach holen, wo bekanntermaßen Milch, Malzextrakt und Gerstensaft fließen? "Warum nicht? Natürlich bieten sich auch hier tolle Möglichkeiten an", sagt Sauer und nennt als Beispiel das Mönchshof-Areal mit den beiden Museen sowie dem Museumspädagogischen Zentrum als Alternative.

Zimmer gibt unumwunden zu: "Das Zeitfenster für das Objekt in Bayreuth ist nur sehr begrenzt offen." Die Sparkasse habe den Planern demnach zunächst bis Ende Februar den Vorzug eingeräumt, müsse dann aber einen anderen Nachfolger suchen. "Vor dieser Herausforderung stehen wir. Ich glaube fest an die Idee Genusshaus. Wenn nicht in Bayreuth, dann eben woanders." Gesucht wird demnach: ein Unternehmer, der Erfahrung in der Lebensmittelbranche und ein Herz für die Region hat. Und: Er sollte sich auch nicht vor den Kosten fürchten. Laut Sauer summierten sich die auf rund zwei bis drei Millionen Euro. "Aber es gibt ganz viele Fördermöglichkeiten."

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