Burgebrach

Zweites Mahnfeuer: Landwirte im Landkreis Bamberg protestieren erneut

Rund 70 Besucher folgten dem Aufruf der Bauern zum zweiten Mahnfeuer bei Unterneuses - diesmal kamen auch viele Politiker.
Artikel drucken Artikel einbetten
Das Mahnfeuer der Landwirte brannte am Wochenende wieder bei Unterneuses. Foto: Joseph Beck
Das Mahnfeuer der Landwirte brannte am Wochenende wieder bei Unterneuses. Foto: Joseph Beck
+4 Bilder

Es ist die junge Generation von Bauern, die sich anschickt, unabhängig, parteipolitisch neutral und weitgehend ohne ihre bisherigen Vertreter im Bayerischen Bauernverband (BBV) gegen die Verhältnisse und Zustände ihres Berufsstandes anzugehen. Unter der neuen Vereinigung "Land schafft Verbindung" haben sie sich zusammengeschlossen und über Whatsapp vernetzt.

Natürlich fehlt noch die Professionalität der geschulten Verbandsvertreter, was sie aber besitzen, ist der Mut der Jugend, etwas verändern zu wollen, was nach ihrer Meinung dringend verändert werden muss. Ob es ihnen gelingt, ist noch völlig offen. In großen Demonstrationen in Würzburg, Bayreuth, Berlin und vielen anderen Städten haben sie auf ihre Lage hingewiesen, dass es um ihre Existenz gehe.

Schon das zweite Mahnfeuer an dieser Stelle

Das haben auch Marco Übel, Ralf Bogensperger, Michael Salomon und Johannes Schlapp erkannt und deshalb ein zweites Mahnfeuer auf einem Feld neben der Staatsstraße B22 zwischen Unterneuses und Burgebrach angezündet.

Rund 70 Besucher folgten ihrem Aufruf. Zu den Landwirten, die mit 30 Schleppern vorfuhren, kamen auch Verbraucher aus der Umgebung. Außerdem waren mit MdB Andreas Schwarz (SPD), MdL Holger Dremel (CSU), MdL Jan Schiffers (AfD), Landrat Johann Kalb (CSU), Stegaurachs Zweitem Bürgermeister Bernd Fricke (Grüne) und Burgebrachs Bürgermeister Johannes Maciejonczyk (CSU) im Gegensatz zum ersten Mahnfeuer viele Politiker anwesend. Mit Kreisbäuerin Anneliese Göller und Kreisobmann Edgar Böhmer war auch der BBV stark repräsentiert.

Protest gegen Düngeverordnung

Nach der Begrüßung aller durch Andreas Habersack prangerte dieser besonders den Streifen an Gewässern an: "Der Fünfmeter-Schutzstreifen an Gewässern ohne Entschädigung ist eine perfekte Enteignung der Bauern." Auch gegen die Düngeverordnung, besonders in den roten Gebieten wetterte er lautstark.

Anschließend ergriff Claus Hochrein vom Organisationsteam "Land schafft Verbindung" Unterfranken das Wort. Er berichtete von ganz kleinen Erfolgen. Die Bauern würden zwar gehört, meinte Hochrein, die Maßnahmen der Düngeverordnung würden aber durchgeführt und eine Beteiligung an den Gesprächen darüber müsste deshalb von ihnen abgelehnt werden. Er bat um die Unterstützung aller, auch die des BBV. Besonders wichtig sei ihm, dass endlich auch einmal ein Gespräch mit Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler) zustande komme. Mit den Discountern seien Gespräche Ende Januar geplant.

Miiteinander arbeiten - nicht gegeneinander

Hochrein betonte mehrmals: "Wir wollen miteinander, nicht gegeneinander arbeiten." Zum Schluss sprach er sich noch gegen die niedersächsische "Land schafft Verbindung - Original" aus, die einen anderen Kurs verfolge als die bayerische Vereinigung.

Dann sprachen alle Politiker und die BBV-Vertreter zu den Bauern. Alle forderten sie die Landwirte auf, zusammenzuhalten, sprachen ihnen ihr Verständnis für die Probleme aus und sagten, dass eine gemeinsame Lösung gefunden werden müsse und möglich sei. Auch wünschten alle ein gutes neues Jahr.

Keiner der Redner wurde bei seinen Ausführungen unterbrochen oder gestört und alle erhielten nach ihren Reden Applaus. Ein einzelner Teilnehmer wunderte sich im Anschluss doch über die "übergroße Harmonie" neben dem Mahnfeuer. Herbert aus Oberharnsbach freute sich, dass so viele junge Leute dabei waren.

Marco Übel rief am Schluss zur nächsten Demonstration auf, die am 17. Januar in Nürnberg geplant ist.

Kommentare (2)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren