Hallstadt
Event

Zweijährige spielt auf 40-Tonnen-Bagger

Hallstadt hatte die Kinder zum Erlebnisnachmittag auf die Großbaustelle am Marktplatz eingeladen - zum Spielen auch mit dem echten Bagger.
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Spielen auf einem echten Bagger und mit einem Radlader, das durften die Kinder in Hallstadt auf einer echten Baustelle - am Marktplatz.Foto: Anette Schreiber
Spielen auf einem echten Bagger und mit einem Radlader, das durften die Kinder in Hallstadt auf einer echten Baustelle - am Marktplatz.Foto: Anette Schreiber
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"Bagger!" Es klang wie eine Mischung aus Schlachtruf und höchstem kindlichen Entzücken. Mit Gebrüll jedenfalls stürzte sich Hallstadts Nachwuchs dem entgegen, was da dem großteils aufgerissenen Marktplatz entgegen knatterte und ratterte. Raimund Stark mit seinem 40 Tonnen schweren Liebherr 936-Bagger und sein Kollege Walter Maier im hochmodernen Radlader. Die Stadt Hallstadt hatte zum Erlebnisnachmittag auf die derzeit größte städtische Baustelle auf den historischen Marktplatz geladen. Und eine ganze Menge Kinder mit Eltern, Onkels, Tanten und Großeltern waren gekommen.

Dass es so viele, gut über 150 im Laufe des Nachmittags würden, hätten auch Zweiter Bürgermeister Ludwig Wolf und Geschäftsleiter Uwe Schardt nicht gedacht. Die Veranstaltung lief unter dem, was der Stadtrat im Zusammenhang mit dem Großprojekt gefordert hatte, ein transparentes Baustellenmanagement. "Wir wollen Sie mitnehmen und Sachen erklären", ließ Wolf die Gäste wissen. Doch mehr als wissen, wollten die jüngsten Hallstadter selbst erfahren, erforschen.

Dazu gab es jede Menge Gelegenheit, denn wer wollte, konnte sich auf Bagger und Radlader heben lassen und letzten sogar ein bisschen steuern, oder auch nur mal die Hupe betätigen. Das ließen sich die Kids nicht zweimal sagen. Darauf hatten sie hingefiebert. "Übel neu", fand der fast dreijährige Hannes die hinter dem Bauzaun abgestellten lila-farbenen Bagger. So sehr er vor der Baggerbesteigung gesprudelt hat, so tief beeindruckt verlässt er das coole Teil dann doch ganz still und staunend.

Noch vor der Eröffnung fegen der vierjährige Sebastian und sein zwei Jahre älterer Bruder Alexander geschickt über die Behelfswege zwischen den Baken. "Wir sind schon ganz gespannt, was geboten wird", verrät der Vater. "Eine Baustellenbesichtigung ist für Jungs immer gut", stellt die Mutter souverän fest. Man lasse sich gerne überraschen, zumal auch das Wetter passe.

Darüber sind besonders Lisa Eichhorn und Esther Dull froh. Für die Stadtverwaltung bereiten sie alles so vor, wie es auch die erkrankte Kollegin von der Pressestelle, Janina Selig, liebevoll kreiiert hat: Neben Getränken und Wienerla gibt es ein kindgerechtes Baustellenquizz, Luftballons, Naschsachen und für jeden zum Schluss ein kleines Erinnerungspräsent.

Johannes Pflaum und Robert Mirwald vom Bauhof stellen Garnituren auf, und Jugendtreff-Flip-Pädagoge Ralf Braunreuther sieht sich nun das an, worauf sich viele schon gefreut haben, wie er aus den sozialen Medien weiß. "Eine gute Sache für die Kinder", findet auch Fotograf Peter Schiller, der gar nicht nachkommt, schöne Motive mit der Kamera festzuhalten.

Fest halten, das muss Klauspeter Gaul die zweijährige Charlotte, die unbedingt ganz nah an die Baumaschinen möchte. Da geht dem Opa natürlich das Herz auf, ist er doch selbst als Ingenieur im Bauwesen daheim. Charlottes Bruder Elias hilft er jedenfalls auf den Bagger und erlaubt dem Fünfjährigen, Ketten und Schaufel des Ungetüms zu erkunden. "Vielleicht wird einer hier mal Bauingenieur", hofft er. Bagger-Pilot Stark spekuliert seinerseits auf Bau-Fachleute-Nachwuchs.

Die Vertreter der Stadt nehmen neben der Begeisterung auch Anregungen mit. Beispielsweise, dass sich auch die Erwachsenen über einen Baustellentermin freuen würden. "Wir haben aufgeschnappt, was wir besser machen können."

Zweijährige am Joystick

"Schau mal her!" Die Mama der zweijährigen Lisa fotografiert die Tochter, die cool mit dem Bagger-Joystick hantiert. Sie meint, man laufe jeden Tag an der Baustelle vorbei, aber so wie nun sei das doch noch was anderes. Für die Kinder jedenfalls waren die Erlebnisse mit dem Bagger "das Ding", ist man sich hier am Ende einig.

KOMMENTAR:

Eine Punktlandung

Das hat die Stadt gut gemacht: Dieser Erlebnisnachmittag für Hallstadts Kinder auf der Großbaustelle war ein Volltreffer. Es ist nicht leicht, Bürger bei einer Baustelle mitzunehmen, die über Monate, ja auch Jahre für Beeinträchtigungen sorgt. Oder zumindest für Unannehmlichkeiten.

In Hallstadt wird seit der neuen Ära der Stadtgestaltung versucht, die Bürger bei Projekten mitzunehmen. Wer bereit dazu ist, für den bestehen Möglichkeiten. Die Aktion mit dem Nachmittag auf der Baustelle war eher ungewöhnlich, hat bei einigen Verantwortlichen in Sachen Sicherheit und Gefahr bestimmt Bauchgrimmen erzeugt. Umso größer ist der Erfolg dieser Veranstaltung einzuordnen. Hallstadt dürfte hier auf emotionalem Gebiet gepunktet haben. Nun braucht es ein ebenso gelungenes Pendant für die Erwachsenen. Ob da auf dem Bagger sitzen genügt?



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