Bamberg

Zwei neue Domvikare

Spiritual Michael Dotzauer und der Zirndorfer Flüchtlingsseelsorger Andreas Müller gehören nun zum Domkapitel - und haben kein bequemes Leben.
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Spiritual Michael Dotzauer leitet auch die Diözesanstelle "Berufe der Kirche". Foto: Marion Krüger-Hundrup
Spiritual Michael Dotzauer leitet auch die Diözesanstelle "Berufe der Kirche". Foto: Marion Krüger-Hundrup
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Schaut man sich die Biografien der beiden neuen Domvikare an, wird schnell deutlich: Michael Dotzauer und Andreas Müller nehmen ihre Berufung zum Priester und zum Dienst am Menschen entschieden wahr - der eine ausgeprägt geistlich-spirituell ausgerichtet, der andere mehr erdverhaftet. Zwei Männer des Erzbistums Bamberg, die nach Anhörung des Domkapitels von Erzbischof Ludwig Schick in ihr neues Amt berufen wurden.

In einem feierlichen Pontifikalamt fand die Einführung statt. Weihbischof Herwig Gössl wies ihnen als Dompropst die Plätze im Chorgestühl zu. Der Erzbischof machte in seiner Predigt deutlich, dass sich "Diener Gottes kein bequemes Leben machen dürfen". Sie müssten Buße und Umkehr predigen, wofür man nicht bejubelt werde.

Seit 1999 im Erzbistum Bamberg

Michael Dotzauer wurde 1969 in Freiburg geboren, wo er auch Theologie studierte. In seinem Freijahr im schweizerischen Fribourg lernte er das Säkularinstitut Notre Dame de Vie (Unsere Frau vom Leben) kennen und schätzen. Nach dem Studium trat er in dieses Institut ein, vergleichbar einer Ordensgemeinschaft, die die Gelübde "Armut, Gehorsam, Ehelosigkeit" ablegt. Ihre Mitglieder - Frauen, Männer und Priester - leben nicht in einem Kloster, sondern in der Welt und pflegen eine Spiritualität des Karmeliterordens. "Ich sehe meine Heimat in dieser Spiritualität, im kontemplativen Beten", sagte Michael Dotzauer in einem Gespräch mit unserer Zeitung. Zugleich habe er immer Diözesanpriester werden und gleichzeitig der Gemeinschaft angehören wollen.

So kam er nach einem dreijährigen Aufenthalt im südfranzösischen Ursprungsort von "Notre Dame de Vie" 1999 ins Erzbistum Bamberg, in dem im mittelfränkischen Weisendorf das für Mitteleuropa zuständige Säkularinstitut Notre Dame de Vie eine Niederlassung hat. 2001 weihte ihn Erzbischof Karl Braun zum Priester. Michael Dotzauer war als Kaplan, Pfarrer und Dekan in Lichtenfels, Wilhelmsthal und Lahm, Friesen und Kronach tätig. Seit 2016 ist er Spiritual, also geistlicher Begleiter, im Bamberger Priesterseminar und Leiter der Diözesanstelle "Berufe der Kirche" sowie Beauftragter für die geistlichen Gemeinschaften im Erzbistum Bamberg. "Ich habe einen schönen, spannenden Beruf, den ich wieder wählen würde", sagt der Spiritual. Doch er bewahre seinen Wunsch, "irgendwann wieder in die Pfarrseelsorge zurück zu können, um nicht betriebsblind zu werden".

Menschen mit eigenem Schicksal

Mit dem zweiten neuen Domvikar Andreas Müller verbindet Dotzauer eine gemeinsame Wegstrecke: Als Müller Pfarrer der Brennpunktgemeinde St. Anton in Nürnberg war, hat Michael Dotzauer 2000/2001 seine Zeit als Diakon bei ihm verbracht. Müller: "Ich habe einiges von ihm gelernt, zum Beispiel eine Willkommenskultur für alle Menschen, auch für die, die nicht zur Kerngemeinde gehören."

Andreas Müller wurde 1962 in Neustadt an der Aisch geboren und 1989 von Erzbischof Elmar Maria Kredel zum Priester geweiht. Nach Stationen in der Seelsorge in Nürnberg, Ansbach und Coburg wurde er 1995 Pfarrer in St. Anton Nürnberg. Seit 2017 ist er neben seiner Aufgabe als Pfarrvikar in Zirndorf und Oberasbach auch Seelsorger für Flüchtlinge und Migranten im Süden des Erzbistums. Müller ist es wichtig zu sagen, dass es nicht "die Flüchtlinge" gibt. Wer von Flüchtlingsströmen spricht, vergesse leicht, "dass es Menschen sind, die alle ihr eigenes Schicksal, ihre eigene ganz persönliche Geschichte haben". Er sei für sie, gleich ob Christen oder Muslime, Ansprechpartner und versuche, ihnen den Anfang hier zu erleichtern. Denn "die negative Stimmung gegenüber Flüchtlingen wirkt bei ihnen wie ein schleichendes Gift".

Das Bamberger Statut sieht sechs Domvikare vor. Derzeit sind zwei Positionen vakant. Neben Dotzauer und Müller sind der Diözesanjugendseelsorger Norbert Förster und der Direktor des Diözesanhauses Vierzehnheiligen, Professor Elmar Koziel, Bamberger Domvikare.

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