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Pommersfelden
Bürgermeisterwahl

Zwei für eine neue Ära in Pommersfelden

Angela Nußer (Bürgerblock Pommersfelden) und Gerd Dallner (Freie Wählergemeinswchaft Steppach) wollen in Pommersfelden an die Spitze der Gemeinde, die Hans Beck seit 1996 leitet.
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Der seit 1996 amtierende Bürgermeister Hans Beck  (Wählerblock Sambach) hat zwei Herausforderer. Foto: Barbara Herbst
Der seit 1996 amtierende Bürgermeister Hans Beck (Wählerblock Sambach) hat zwei Herausforderer. Foto: Barbara Herbst
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Fast ein Jahr hatte Pommersfelden Zeit, sich um die Nachfolge von Hans Beck zu kümmern. Seit 1996 hat der Mann vom Wählerblock Sambach die Geschicke der rund 3100 Einwohner zählenden Gemeinde mit ihren zehn Ortsteilen gelenkt und bereits im März letzten Jahres verkündet, dass er sich zurückzieht. Nun haben sich aus insgesamt fünf Listen zwei Anwärter auf Becks Nachfolge herauskristallisiert: Angelika Nußer vom Bürgerblock Pommersfelden will ins Rathaus. Von der Freien Wählerschaft Steppach erhebt Gerd Dallner den gleichen Anspruch.

Als Änderung in der Ära nach Beck möchte Dallner künftig von Anfang an Bedenken gegen Intransparenz in der Gemeindepolitik ausräumen, wobei er Beck freilich keinen Vorwurf machen will. Vielmehr ruft er alle engagierten Mitbürger zum Mitmachen auf - um Pommersfelden über Einzelinteressen hinweg attraktiv zu gestalten.

Was wird bei Angela Nußer anders? Sie wolle offene, ehrliche, transparente und wohlwollende Politik machen. Das Rathaus müsse ein Ort werden, wo sich die Bürger angehört und respektiert fühlen, wo jede Meinung offen geäußert werden darf und eine Antwort verdient. "Ängste, Sorgen, Nöte müssen ernst genommen werden."

Geh- und Radweg

Handlungsbedarf sieht Nußer beim sicheren Ausbau des gemeindlichen Rad- und Fußwegenetzes und der Schulwegsicherheit. Ebenso beim Aus- bzw. Aufbau des ÖPNV durch enge Zusammenarbeit mit dem Landratsamt Bamberg und dessen Projekten Bürgerbus oder E-Mobilität. Ein weiteres wichtiges Thema stellen Erhalt und Ausbau der örtlichen Infrastruktur dar: Lösungen für von Schließung bedrohte Einrichtungen - vom Arzt über Lebensmittelversorgung bis hin zu Gastronomie/Hotellerie. Fördern und schützen will Angela Nußer etwa Sportvereine und Feuerwehr durch Zuschüsse für Gebäude, Parkplätze und Material.

Etwas anders sehen Gerd Dallners Prioritäten aus. Ganz oben auf seiner Agenda steht die Nahversorgung mit deren Erhalt und Förderung. Gefolgt von der Schaffung von Wohnraum und ortsnahen Arbeitsplätzen für insgesamt eine Stärkung der Wirtschafts- und Steuerkraft. Diese brauche es, um Generationentreffpunkte, Radwegausbau und digitale Anbindung finanziell realisieren zu können. Mit dem Gemeinderat und engagierten Bürgern sollen umweltbewusste Konzepte entwickelt und nachhaltig umgesetzt werden.

Sollten sie nicht Bürgermeister werden, haben die beiden Bewerber Vorstellungen, wie sie Pommersfelden helfen: Dallner würde sich weiter im Gemeinderat engagieren und hier die Zukunftsthemen anpacken. Dem neuen Bürgermeister würde ihrerseits Angelika Nußer für gemeindliche Anliegen zur Seite stehen. Helfen würde sie zudem als Kuratorin des Dorfmuseums, im Heimatverein und im Elternbeirat.

Kurzinterview mit Angela Nußer (Bürgerblock Pommersfelden)

Für den Bürgerblock Pommersfelden strebt die 47-jährige Angela Nußer das Amt der Bürgermeisterin an. Die Kunsthistorikerin ist bei der Schlossverwaltung in Pommersfelden angestellt und Mutter dreier Kinder. Sie ist seit 2014 Gemeinderätin. Politische Vorbilder sind Barack Obama und Martin Luther King. Cello, Schwimmen und Dissertation schreiben nennt sie als Hobbys. Was motiviert Sie, sich in der Politik zu engagieren? Mich treibt vor allem mein Gerechtigkeitssinn an, mich im Sinne des Gemeinwohls einzusetzen. Ich liebe in Pommersfelden die einzigartige Kombination aus Kultur und Natur und möchte zum Erhalt dieser wunderbaren Symbiose beitragen. Was hat Sie im vergangenen Jahr im Bezug auf Ihre Gemeinde am meisten geärgert und wieso? Ich möchte nicht nach hinten blicken und Vergangenes kritisieren, sondern historisch Gewachsenes erhalten und meine Gemeinde mit besonnenem Blick aufs Gemeinwohl in eine Zukunft mit bester Lebensqualität führen. Warum sind Sie der richtige Bürgermeister für Ihre Gemeinde? In den letzten sechs Jahren im Gemeinderat habe ich gelernt, wo der Schuh drückt. Durch meine offene und ehrliche Art kann ich mich in verschiedene Interessengruppen gut hineinversetzen und Kompromisse für beide Seiten finden.

Kurzinterview mit Gerd Dallner (Freie Wählergemeinschaft Steppach)

Der 49-jährige Anwalt Gerd Dallner möchte für de Freie Wählergemeinschaft Steppach Bürgermeister werden. Er ist verheiratet, hat zwei Kinder und ist seit 2014 im Pommersfeldener Gemeinderat aktiv. Politische Vorbilder hat er keine. Sport und Geselligkeit nennt er als Hobbys. Was motiviert Sie, sich in der Politik zu engagieren? Gerd Dallner: Die Motivation rührt aus meiner persönlichen Verbundenheit zu unserer Gemeinde. Speziell für das Amt des Bürgermeisters haben mich die vielen positiven Ansprachen von Mitbürgern aus allen Ortsteilen und allen Altersgruppen motiviert. Was hat Sie im vergangenen Jahr im Bezug auf Ihre Gemeinde am meisten geärgert und wieso? Ärger ist relativ. Aber leidige Themen sind zum Beispiel etwa der Bahnübergang in Steppach oder der Mobilfunkmast in Pommersfelden. Hier wird meines Erachtens durch viel Bürokratie und Auflagen oder durch stets neue Bedenken einiges verschleppt und damit bislang de facto verhindert. Warum sind Sie der richtige Bürgermeister für Ihre Gemeinde? Weil ich gerne mit Menschen arbeiten und ihnen zuhöre. Zudem passt die Verantwortung des Amtes gut zu meiner umfangreichen Berufserfahrung und meinem strukturierten Vorgehen.

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