Bamberg

Zwei Bamberger, die jedes Schloss knacken

Seit fünf Jahrzehnten öffnen Hans Pfister und Karl-Heinz Förster nun schon Türen und fräsen Schlüssel. Ab Montag sind sie ein Stück Firmengeschichte, aber ganz können sie der Schlosserei Heim, in der sie 1964 als Lehrbuben angefangen haben, nicht fernbleiben.
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Eine Seltenheit in der schnelllebigen Arbeitswelt sind Jubiläen, wie sie Hans Pfister (links) und Karl-Heinz Förster begehen: Sie haben 50 Jahre lang, vom ersten bis zum letzten Tag, in ein und demselben Betrieb gearbeitet. Foto: Laura Köhler
Eine Seltenheit in der schnelllebigen Arbeitswelt sind Jubiläen, wie sie Hans Pfister (links) und Karl-Heinz Förster begehen: Sie haben 50 Jahre lang, vom ersten bis zum letzten Tag, in ein und demselben Betrieb gearbeitet. Foto: Laura Köhler
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Wer fünf Jahrzehnte bei einem Schlüsseldienst arbeitet, der hat viel zu erzählen. Hans Pfister und Karl-Heinz Förster können davon ein Lied singen. "Einmal hatte ich eine Frau, der hab' ich die Tür aufgemacht und dann wollte die das ganze Wochenende mit mir verbringen", erinnert sich Hans Pfister schmunzelnd.


Sie haben viel erlebt

Aber es gibt auch traurige Geschichten, wie Karl-Heinz Förster erzählt. "Die Einsätze sind immer verschieden, aber es ist nie gut, wenn man mit der Kriminalpolizei oder dem Gerichtsvollzieher anrücken muss. Da sieht man manchmal sogar Leichen."

Beide Männer feiern heute 50-jährige Betriebzugehörigkeit in der Schlüsselzentrale Heim. Eine echte Rarität in der heutigen Arbeitswelt.


Familiäres Klima

Seit 1776 gibt es die Bamberger Schlosserei, welche schon seit vielen Generationen im Familienbesitz ist. Förster und Pfister begannen beide ihre Schlosserlehre im Jahr 1964 und wurden gleich nach ihrer Ausbildung übernommen.
"Das Verhältnis zu den Kollegen war all die Jahre gut", sagt Pfister und Förster ergänzt: "Das Betriebsklima ist familiär und es ist ein Geben und Nehmen auf beiden Seiten."

Für beide war der Freitag der letzte Arbeitstag, aber sie sehen der Rente positiv entgegen und wollen auch in Zukunft weiterhin in der Schlosserei aushelfen.

Geschäftsführerin Brigitte Schirner-Heim ist traurig über den Weggang der langjährigen Mitarbeiter. "Beide waren menschlich eine Bereicherung für den Betrieb, jeder war auf sein Fachgebiet spezialisiert und die Kunden haben auch teilweise genau nach ihnen gefragt."


Guter Rat: Schlüssel zu Freunden

Die Schlosserei beschäftigt sich größtenteils mit der Absicherung und der Sicherheit von Türen und Fenstern, doch auch Notöffnungen und das Nachmachen von Schlüsseln gehört zu ihren Aufgaben. Aber mit den schwarzen Schafen, die es in der Branche ebenfalls gibt, wollen sie nichts zu tun haben.

"Wir haben feste Öffnungszeiten und machen keine Nachtschicht", sagt Schirner-Heim und gibt einen guten Tipp: "Wer auf Nummer sichergehen will, dass er nicht ausgesperrt wird, der hinterlegt den Schlüssel am Besten bei guten Freunden."

Bekanntlich sollen Schlösser ja schwer zu knacken sein, doch Hans Pfister und Karl-Heinz Förster können bis zu ihrem Ruhestand stolz von sich behaupten: "Wir haben immer alles aufbekommen." Und wer kann wie sie schon wahrheitsgemäß von sich behaupten, dass sie fast jede Tür in Bamberg schon einmal aufgemacht haben.

Von unserer Mitarbeiterin Laura Köhler .

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