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Bamberg
Wahlkampf

Zum Surfen in die Regnitz? OB-Kandidaten stellen ihre architektonischen Visionen für Bamberg vor

Wir haben die OB-Kandidaten nach ihren Ideen für bauliche Verschönerungen gefragt. Die Vorschläge reichen von Grünflächen, Toiletten und Mülleimern bis hin zu Eisflächen und einer Surfer-Welle in der Regnitz.
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Eine Surfwelle wie im Münchner Eisbach wünscht sich Hans-Günter Brünker (Volt) auch in Bamberg.  Foto: Marc Müller/dpa
Eine Surfwelle wie im Münchner Eisbach wünscht sich Hans-Günter Brünker (Volt) auch in Bamberg. Foto: Marc Müller/dpa

In unserer Facebook-Gruppe "Was braucht Bamberg?" wird viel darüber diskutiert, wie die Stadt architektonisch verschönert werden kann. Darauf aufbauend haben sich die OB-Kandidaten zu folgender Frage Gedanken gemacht: Was würden Sie gerne umsetzen - und wo - , um Bamberg noch schöner und lebenswerter zu machen?

Daniela Reinfelder (BuB): Alle von den Bürgern gewünschten "kleinen Dinge", wie zusätzliche Toiletten und Mülleimer, öffentliche Sportgeräte, Trinkwasserbrunnen an der Erba und für Schulen sind von mir beantragt und werden umgesetzt.

Bleibt die Eisfläche. Die sollte es auf jeder Wiese in jedem Stadtteil künftig geben. Darüber hinaus müssen alle Bushaltehäuschen und die Fassaden der öffentlichen Gebäude begrünt werden. Bamberg braucht außerdem eine Seilbahn, um den Westen vom Laubanger über Gaustadt am Michaelsberg vorbei bis hinauf zum Klinikum zu erschließen, ohne Natur zu zerstören und Menschen zu belasten. Die Idee, dass man in die Seilbahn kleine Elektrobusse einhängen kann, begeistert mich. Bamberg braucht vor allem weiterhin begeisterte Menschen, die mit anpacken, um unsere Stadt weiter voran zu bringen.

Claudia John (FW): Der Ansatz muss hier sein: Bürgerbeteiligung. Deshalb finde ich es schwierig, eine große bauliche Veränderung vorzuschlagen. Es muss aber immer der ökologische Faktor eine Rolle spielen: Ist es nachhaltig? Wie ist der Flächenverbrauch? Dieses Thema wäre ein geeignetes Beispiel für das Bürgerlabor. Kleinere Veränderungen sind für mich schnell umsetzbar: Sitzgelegenheiten müssen ausgebaut werden. Jedoch muss klargestellt werden, dass nicht nur der Bereich der Innenstadt im Fokus stehen darf, sondern alle Stadtteile profitieren. Nur attraktiv gestaltete Quartiere sind lebenswert.

Zwei große Projekte, die aber auch nur mit den Bürgern gestaltet werden können, wären eine Verschönerung und effektive Gestaltung des Maxplatzes, sowie ein sinnvoll gestalteter Regionaler Omnibusbahnhof.

Christian Lange (CSU): Schon immer haben die Bamberger Wert auf Lebensqualität gelegt: Sie haben die Kulturlandschaft um den Michelsberg gestaltet, Plätze mit Brunnen versehen sowie Hain und Volkspark errichtet. Doch auf diesen Lorbeeren dürfen wir uns nicht ausruhen! So habe ich eine Spielplatzoffensive gestartet. Meine Fraktion und ich haben die Aktion "einen Baum für jedes neu geborene Kind" ins Leben gerufen. Dazu kamen der Mehrgenerationenpark auf der Erba, die Skateranlage unter der Heinrichsbrücke und der Work-Out-Park an der Festwiese. Es stehen mehr Ruhebänke in der Stadt und "Reverse Graffiti" verschönern die Untere Brücke.

Es bleibt jedoch großer Handlungsbedarf - etwa bei öffentlichen Toiletten. Die Zollnerstraße wollen wir begrünen und am Troppauplatz wieder eine Eisfläche spritzen. Am Maxplatz wünsche ich mir einen Brunnen und Spielgeräte für Kinder. Die Lange Straße will ich zum Vorzeigeprojekt machen - mit ebenerdigem Ausbau, mehr Freischank- und Gehwegflächen, Grünzonen, Bänken und offenen Bücherschränken.

Ursula Redler (BA): Bamberg ist schön und authentisch und soll es - in erster Linie für seine Bürger - bleiben! Ich möchte mehr Treffpunkte mit Grünflächen - auch in den Stadtteilen - als Orte der Begegnung zur Stärkung des Quartierscharakters und der Nachbarschaft mit Blick auf den demografischen Wandel und für Familien und Kultur, einen Maxplatz mit Aufenthaltsqualität, z.B. durch Bäume, einen Flachbrunnen und Gastronomie weg vom reinen Eventplatz, bessere und größere Mülleimer, Raum für innovative Projekt-Kunst aus Bamberg für Bamberg statt anonyme Stadtkulisse für Touristen, sowie 3-D-Pflanzwände als Schnittmenge zwischen Architektur und Umweltschutz. Wir sind offen für nachhaltige Ideen als Ausdruck des Zeitgeistes unter Wahrung unserer Identität.

Eine große (auch) architektonische Aufgabe wird auch die Neubeplanung der Lagarde und der Flynn-Area - letztere nach der hoffentlich baldigen Schließung des Ankerzentrums, mit einer längst überfälligen Aufwertung von Bamberg Ost.

Hans-Günter Brünker (Volt): Bamberg ist schön, aber wir können es noch schöner machen. Mit großen Maßnahmen, die viel Geld kosten und lange Planung erfordern, aber auch mit kleinen Maßnahmen, welche die Stadt ohne viel Aufwand und schnell umsetzen kann. Größere wären z.B. die dringende Umgestaltung des Maxplatzes mit Wasser, Sitzgelegenheiten und schattenspendendem Grün sowie einer abbaubaren Markthalle. Oder die Umgestaltung des Bahnhofsvorplatzes als Tor zur Stadt.

Kleine Maßnahmen wären Kleinstgrünflachen in der Stadt an engagierte Bürger zur Pflege abgeben, Patenschaften für Bäume und Blumen im öffentlichen Raum einführen, attraktive öffentliche Toiletten errichten (das haben die Bamberger schon vor 100 Jahren vorbildlich an der Promenade und Unteren Brücke gemacht), mehr Trinkwasserbrunnen, Erlaubnis für private Fassadenbemalungen erteilen. Die Errichtung einer Surfer-Welle wäre nicht nur ein architektonisches Highlight, sondern auch eine Bereicherung des Sportangebotes.

Martin Pöhner (FDP): Den Maxplatz möchte ich attraktivieren durch einen "Ratskeller" als Gaststätte im Rathaus mit Außenbestuhlung und durch einen flachen Brunnen, der in anderen Städten gerade bei Kindern sehr beliebt ist, und der auch jederzeit für Veranstaltungen abgestellt werden kann.

Ein besonderes Anliegen ist mir die Erhaltung und weitere Restaurierung unseres Weltkulturerbes. Deshalb setzte ich mich dafür ein, dass endlich Schluss sein muss mit dem Abbruch denkmalgeschützter Gebäude in Bamberg. Vielmehr muss es darum gehen, Denkmaleigentümer besser zu unterstützen bei der Erhaltung ihrer Kulturdenkmäler, z.B. durch eine Wiederbelebung und einen Ausbau des "Bamberger Modells" der Denkmalförderung. Besonders am Herzen liegt mir auch eine Sanierung der Kinderspielplätze überall in Bamberg und die Aufwertung der zentralen Plätze in unseren Stadtvierteln, u.a. des Bahnhofsvorplatzes, wo ich schrittweise die Aufenthaltsqualität steigern möchte. Hier können wir nicht auf den Bahnausbau warten.

Andreas Starke (SPD): Eine Stadt für alle muss den wertvollen öffentlichen Raum sinnvoll nutzen, wobei ich drei Sofortmaßnahmen vorschlage.

1. Innenstadt: Den Parkplatz in der nördlichen Promenade will ich in neues Stadtgrün verwandeln und Platz schaffen für bequeme Sitzgelegenheiten und Kunstobjekte. Der Innenhof des Rathauses am Maxplatz wird zu einer angenehmen Oase entwickelt - für das Verweilen, das gemeinsame Gespräch und regelmäßige Kulturveranstaltungen für jedermann. Die Lange Straße erhält zusätzliche Freischankflächen, mehr Raum für Fußgänger und damit eine bessere Aufenthaltsqualität.

2. Barrierefreiheit: Den Domberg werde ich barrierefrei gestalten, um allen Menschen den Zugang zu den kirchlichen und historischen Einrichtungen zu ermöglichen. Alle Bushaltestellen erhalten Bänke, Regenschutz und barrierefreie Ausstattungen.

3. Infrastruktur: Neue öffentliche WC-Anlagen will ich an der Konzerthalle, im Volkspark in Bamberg-Ost und im Hain kurzfristig realisieren. Für die Jugend werden möglichst viele Schulhöfe ganzjährig geöffnet und mit öffentlichen Sportgeräten (Skater, Fitness) ausgestattet.

Jonas Glüsenkamp (Grüne): Wir lieben unsere Stadt und können sie mit einigen Maßnahmen noch attraktiver machen. Dabei möchte ich die Menschen besser beteiligen. Ich trete ein für plakatfreies Welterbe bei Wahlen und Aufstellung von temporären Plakatwänden. Dafür, Bambergs Plätze zu "Mitmachplätzen" zu verwandeln - durch mehr Begegnungsräume, Grün und Sitzflächen, für "Mitmachforen" zur Zukunft des Maxplatzes, und dann ein Bürgerentscheid zur Bundestagswahl 21. Ich will mehr Grün in die Stadt bringen, mit einer Offensive zur Fassaden- und Dachbegründung sowie Schottergärten verhindern.

Ich will Initiativen zur Müllvermeidung (z.B. "Bambecher") mehr fördern. Mit "Mitmachnachbarn" möchte ich nachbarschaftliche Initiativen fördern, mit Unterstützung des Gartenamts. Positivbeispiele sollen als Rubrik im Rathausmagazin erscheinen. Wir wollen zusätzlichen Raum durch Minimierung von oberirdischen Autostellplätzen schaffen. Müllcontainer sollen schrittweise in Unterflurcontainer umgewandelt werden.

Mit einer "Modellstadt Tempo 30" lässt sich der Schilderwald reduzieren. Das "Bamberger Modell" zur Denkmalpflege sollte überarbeitet und gestärkt werden.

 

 

 

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