Bamberg
Diözesanfest

Zum Kunigundentag in Bamberg kamen hunderte Frauen

Hunderte Frauen kamen zum Kunigundentag in Bamberg und kehrten "gestärkt an Leib und Seele" nach Hause zurück. Erzbischof Schick nannte Frauen die tragenden Säulen der Kirche.
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Erzbischof Ludwig Schick und Claudia Dworazik, Diözesanvorsitzende des Frauenbundes (rechts), gratulierten auch den jüngsten Kunigunden zum Namenstag.   Marion Krüger-Hundrup
Erzbischof Ludwig Schick und Claudia Dworazik, Diözesanvorsitzende des Frauenbundes (rechts), gratulierten auch den jüngsten Kunigunden zum Namenstag. Marion Krüger-Hundrup
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Frauen wie Katharina Hornfeck aus Erlangen stellten beim Kunigundenfest am Samstag augenfällig unter Beweis, dass Frauen alles bewegen können. Auch die Kirche. Die sportliche Frau schwang sich auf das Trimmrad im Bistumshaus St. Otto und strampelte eben mal neun Kilometer. In flottem Tempo, lächelnd, angefeuert von umstehenden Damen aus dem "Team Kunigunde", das den Diözesanfrauentag organisiert hatte.

"Das hat Spaß gemacht!" bekundete Katharina Hornfleck, als sie wieder vom Sattel stieg. Obendrein war sie schließlich für einen guten Zweck geradelt: Der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB) im Erzbistum Bamberg zahlte pro Kilometer 50 Cent für ein Hebammenprojekt in Madagaskar, das der gemeinnützige Verein "Mobile Hilfe Madagaskar" unterhält. Da kamen im Laufe des Samstagnachmittags einige Euros zusammen: Hunderte Frauen tummelten sich im Bistumshaus, schlenderten über einen "Markt der Möglichkeiten", besuchten Workshops und hörten den anspruchsvollen Vortrag von Professorin Birgit Hoyer, die als Pastoraltheologin den Zusammenhang von "Gesundheit und Glauben an Gott" entfaltete.

Und zwar passend zum Generalthema des Kunigundentages: "Gestärkt an Leib und Seele - Frauen, Gesundheit, Spiritualität". Da ließ sich sogar Erzbischof Ludwig Schick inspirieren: Er sagte, dass der Tag auch ihn an Leib und Seele gestärkt habe. Der Kirchenmann fühlte sich sichtlich wohl unter so viel Weiblichkeit, der er in seiner Predigt im Festgottesdienst seine wortreiche Reverenz erwies: "Frauen sind stark an Leib und Seele, sie sind die tragenden Säulen der Kirche und des täglichen Lebens!" rief er der Schar im voll besetzten Dom zu.

Schick listete die vielfältigen Dienste auf, die Frauen in den Pfarreien leisten: "Frauen sind vornedran und halten das kirchliche Leben in den Pfarreien und Seelsorgebereichen aufrecht", hob der Erzbischof hervor. Auch im Ordinariat seien Frauen in verantwortungsvollen Aufgaben tätig: "Ich höre gerne auf sie, lerne viel dabei und freue mich über ihr gesundes Selbstbewusstsein."

Die Stimme der Frauen sei wichtig und ihr Einfluss heilsam, zukunftsträchtig und nachhaltig, so Schick weiter. Und: "Mehr Frauen in Leitungsämtern wünsche ich mir und bedauere, dass wir in diesem Anliegen noch nicht weiter gekommen sind."

Jesus berufe Frauen und Männer

In all den guten Aktivitäten spüre er, dass es den Frauen nicht um sich gehe, um Einfluss, Stellung und Macht, sondern um die Sache Jesu Christi, erklärte der Erzbischof. "Jesus beruft Frauen und Männer, das muss deutlicher erkannt und umgesetzt werden." Er sagte ein herzliches Vergelt's Gott allen Frauen, die sich für das Evangelium und die Gemeinschaft der Kirche einsetzen: "wie Kunigunde, die ein Vorbild für Frauen und Männer ist".

Der regnerischen Witterung geschuldet, fand die traditionelle Agape mit Kunigundenringen und -wein im Kreuzgang des Domes und Foyer des Diözesanmuseums statt. Die Don-Bosco-Musikanten spielten auf, die "Kunigunden" holten sich den erzbischöflichen Händedruck zum Namenstag ab und freuten sich über das gedruckte Andenken an dieses Ereignis, das Claudia Dworazik, die Diözesanvorsitzende des Frauenbundes, bereit hielt: Die Abbildung eines seltenen Kupferstiches aus dem 18. Jahrhundert, der die Kaiserin Kunigunde als Nonne im Kloster Kaufungen zeigt, wohin sie sich nach dem Tod ihres Mannes Heinrich 1024 zurückzog. Auf dem Bild ist sie zu sehen, wie sie liebevoll eine Mitschwester pflegt, die krank im Bett liegt.

Auch dieses Blatt samt meditativem Text passte also zum Gesundheits-Motto des Kunigundentages. Putzmunter zeigte sich die jüngste Kunigunde auf dem Arm ihres Papas. Zweieinhalb Jahre ist dieses Mädchen alt, das die Gratulation des Erzbischofs ungerührt über sich ergehen ließ.

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