Landschaftsplaner Michael Hübner schüttelt ungläubig den Kopf. "Alle waren wir begeistert - und jetzt das." Der Fischpass, ein wundervoll naturnah gebauter Lebensraum auf dem ehemaligen Erbagelände, hat ein Problem, mit dem niemand gerechnet hatte. Er platzt aus allen Nähten.

"Mittlerweile leben hier so viele Fische, dass das Gewässer umzukippen droht", berichtet Manfred Popp. Der Fischerei-Experte der Regierung von Oberfranken spricht von Sauerstoffmangel im Wasser und wiegt bedenklich den Kopf.
"Die Nahrungsgrundlage in diesem Ökosystem war einfach zu gut. Jetzt ist schnelles Handeln geboten." In Absprache mit der Lehranstalt für Fischerei in Aufseß und den Verantwortlichen der Landesgartenschaugesellschaft kommt es deshalb am Palmsonntag zum großen Abfischen.

"Waller, Schleie, Zander, Äsche - alles ist im Überfluss vorhanden und wird von uns herausgeangelt", kündigte Ronny Seyfried, Betriebsleiter der Fischereilehranstalt, an. Manfred Popp läuft schon jetzt das Wasser im Munde zusammen, und auch die Bürger können sich freuen.

Seyfried bringt den großen mobilen Fisch-Grill der Lehranstalt mit. Um 13 Uhr geht es los mit dem Abfischen am Erba-Fischpass, um 14 Uhr wollen die Verantwortlichen die ersten gegrillten Fische servieren.

Was Fischliebhaber besonders freuen dürfte. An diesem Tag ist der Fischgenuss kostenlos. "Das ist eine Art Dankeschön an die Bürger. Alle sind eingeladen", sagte Bambergs Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD). Auch er will sich am Palmsonntag diese wohl einmalige Gourmet-Attraktion nicht entgehen lassen. "Ein gegrillter Zander zu Beginn der Karwoche. Das wird lecker", sagte der OB.