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Zeegendorf
Verkehr

Zeegendorf: Dorfplatz oder Dauerparkplatz?

Anwohner in Zeegendorf wehren sich gegen eine Begrenzung der Parkzeit auf dem Dorfplatz tagsüber auf zwei Stunden. Die Gemeinde Strullendorf sieht sich durch das Urteil von Verkehrsexperten bestätigt.
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Trügerische Idylle am Zeegendorfer Dorfplatz: Doch während die einen Anwohner die unbeschränkte Nutzung als Parkraum wünschen, sind Dauerparker anderen ein Dorn im Auge. Foto: Hans Kurz
Trügerische Idylle am Zeegendorfer Dorfplatz: Doch während die einen Anwohner die unbeschränkte Nutzung als Parkraum wünschen, sind Dauerparker anderen ein Dorn im Auge. Foto: Hans Kurz
Die Ankündigung im Gemeindeblatt schreckte die Anwohner auf: "Erlass einer verkehrsrechtlichen Anordnung; Festsetzung einer Parkzeit von maximal zwei Stunden für den Dorfplatz in Zeegendorf." Das stand auf der Tagesordnung des Strullendorfer Bauausschusses für den 3. Juni. Noch am Tag der Ankündigung wurde ein Schrieben an die Gemeinde aufgesetzt, und darin der Wunsch formuliert: "Wir wollen keine Parkplatzänderung, weil wir keine brauchen."

In ihrem Brief bringen die Anwohner ihr Unverständnis für den vom aus Zeegendorf kommenden Gemeinderat Andreas Amon (CSU) vorgebrachten Antrag zum Ausdruck. "Warum soll urplötzlich eine Änderung her? Wer stört sich jetzt auf einmal daran?", heißt es in dem Schreiben an die Gemeinde Strullendorf weiter. Auch die Empörung der Anwohner kommt zum Ausdruck, der Ton ist stellenweise recht barsch.
"Was soll dieser Blödsinn?", fragen sie etwa und vermuten finstere Kräfte hinter der Aktion: "Wer zieht im Hintergrund die Fäden??? Erzählen Sie uns keinen Unsinn, denn wir glauben nicht an Märchen!!!!", formulieren die Anwohner ihren Argwohn in der ersten schnellen Reaktion auf die Ankündigung im Mitteilungsblatt der Gemeinde.

Zweierlei Meinungen

Unbeeindruckt von dem Schreiben beschloss der Bauausschuss dann aber doch die Einführung einer Parkregelung. Denn offenbar gibt es in dem 550-Einwohner-Dorf am Rande der Großgemeinde Strullendorf unterschiedliche Meinungen zu dem Thema. Amon habe mit dem Antrag gestellt, weil er immer wieder von Bürgern darauf angesprochen worden sei, bestätigt auch Bürgermeister Andreas Schwarz (SPD). Die Auseinandersetzung um Dauerparker sei ein ständiger Streit im Dorf und offenbar seien sich auch die Anwohner "untereinander nicht grün".

Fachleute vor Ort

Der Gemeinderat habe deshalb auch "nicht am grünen Tisch entschieden", so Schwarz, sondern sich vor Ort ein Bild von der Situation gemacht. Nachdem die Anwohner am 6. Juni einen weiteren Antrag stellten, den Beschluss zur Parkzeitbegrenzung wieder aufzuheben, habe man mit Fachleuten vom Straßenbauamt, von der Verkehrsbehörde im Landratsamt und von der Polizei eine Verkehrsschau gemacht, führt der Bürgermeister an.

Während die Parkzeitgegner argumentieren, die vorherige (Nicht-)Regelung sei "über Jahrzehnte hinweg für jedermann akzeptabel" gewesen, hätten die Experten der Strullendorfer Verwaltung bestätigt, dass sie richtig gehandelt habe, betont Schwarz. Der Bürgermeister verweist auch darauf, dass man das Parken am Dorfplatz weiterhin möglich sei, nur eben nicht mehr den ganzen Tag über, sondern auf zwei Stunden begrenzt. Nachts sei das Parken auch weiterhin unbeschränkt möglich. Diese Vorgaben habe der Bauausschuss beschlossen, weil eine andere Einigung der unterschiedlichen Interessen im Dorf nicht möglich gewesen sei.

Grund abgetreten

Was die protestierenden Anwohner ebenfalls wurmt, ist die Tatsache, dass einige von ihnen vor Jahren im Zuge der Flurbereinigung ein paar Quadratmeter Grund abgegeben haben, um die Neugestaltung des Dorfplatzes zu ermöglichen. "Wir alle waren bis jetzt glücklich und zufrieden", schreiben sie an die Gemeinde um ihren Wunsch die alte Situation zu belassen beziehungsweise wiederherzustellen zu bekräftigen. Die Zufriedenheit scheint nun nachhaltig gestört zu sein.

Noch sind die neuen Schilder mit der Parkzeitbegrenzung nicht aufgestellt. Doch von Seiten der Gemeinde sieht man, vor allem nach der entsprechenden Einschätzung der Verkehrsexperten, keine Veranlassung, den Beschluss zu revidieren. "Es geht eng zu in der Ecke", sagt Bürgermeister Schwarz und meint, dass eben nicht nur die Parkzeitbegrenzung, sondern auch Dauerparker ein Ärgernis darstellen können.
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