Baunach
Kontroverse

Zank um Baunacher Kulturgut: Wer ist auf dem Holzweg?

In der Diskussion um einen neuen Standort für die Hölzernen Männer schlägt Baunachs Altbürgermeister Georg Wild den Hof des Bürgerhauses vor. Seinem Amtsnachfolger Hojer wirft er vor, die Idee bewusst totzuschweigen.
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Altbürgermeister und aktiver Rentner: Georg Wild lässt die Kommunalpolitik nicht los. Besonders der Verbleib der Hölzernen Männer liegt ihm am Herzen. Hier im Hof des Bürgerhauses wäre das Baunacher Wahrzeichen gut aufgehoben, findet Wild.  Foto: Sebastian Schanz
Altbürgermeister und aktiver Rentner: Georg Wild lässt die Kommunalpolitik nicht los. Besonders der Verbleib der Hölzernen Männer liegt ihm am Herzen. Hier im Hof des Bürgerhauses wäre das Baunacher Wahrzeichen gut aufgehoben, findet Wild. Foto: Sebastian Schanz
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Das Wahrzeichen Baunachs zeigt zwei Hölzerne Männer, stolze Recken, die sich um die Stadt verdient gemacht haben. Zwei verdiente Männer sind es auch, die sich nun um die Zukunft dieses hölzernen Tores streiten: Altbürgermeister Georg Wild (CSU) und sein Amtsnachfolger Ekkehard Hojer (CBB). Eine ungewöhnliche Auseinandersetzung.

Der amtierende Bürgermeister favorisiert eine Unterbringung des fragilen Wahrzeichens in der Zehntscheune. "Weil damit die Hölzernen Männer geschützt werden und auch die Zentscheune aufgewertet wird und gleichzeitig zwei Denkmäler bespielt werden", wie er argumentiert.

Altbürgermeister Wild sieht darin eine Geldverschwendung Die hohen Kosten, die in Schätzungen mittlerweile die Grenze der halben Million Euro überschreiten, und damit der Eigenanteil der Stadt Baunach, der selbst bei hoher Förderung deutlich über 100 000 Euro liegen dürfte: "Unter Berücksichtigung der Tatsache, dass die Sanierung der Hölzernen Männer nur einen geringen Anteil dieses Betrages erfordert, erscheint der Aufwand für die Freilegung der Zehntscheune von dem im Rahmen der Städtebauförderung in den Jahren 2000/2001 nach den Vorgaben des Denkmalschutzes eingebauten Gebälk unverantwortlich, nur um einen Raum für die Aufstellung dieses unbestritten wichtigen Baunacher Denkmals zu schaffen", kritisiert Wild. Andererseits führe dies zum Verlust wichtiger Flächen bei der Nutzung des Außenbereichs am Jugendheim anlässlich von Vereinsfesten und sonstigen öffentlichen Veranstaltungen.

Er habe mit sich selbst gehadert, ob er sich als Altbürgermeister in dieses Thema reinknien wolle, doch es lasse ihm keine Ruhe: "Mir liegt nur die Erhaltung des Denkmals bei bestmöglicher Präsentation am Herzen, und die uneingeschränkte Erhaltung der Zehntscheune für die Aktivitäten der Baunacher Vereine." Wild bringt auch selbst einen Vorschlag ins Spiel, der nach seiner Ansicht weitaus billiger und öffentlichkeitswirksamer wäre: den Hof des Bürgerhauses.

Mehrfach habe er diese Idee den Stadträten und auch dem Bürgermeister mitgeteilt. "Die Reaktion auf meinen Vorschlag: keine. Das ist das, was ich nicht begreife", ärgert sich der verdiente Baunacher.

Der amtierende Bürgermeister Hojer kann die Vorwürfe nicht nachvollziehen. Er habe seinem Amtsvorgänger in der Bürgerversammlung die Gelegenheit gegeben, das Thema anzusprechen und ihm geantwortet. Im Hof des Bürgerhauses sei nicht genug Platz. Schon allein wegen den Lüftungen.

Wild widerspricht: "Das ist lächerlich, bei einer Breite der Toranlage von rund fünf Metern und der Fläche zwischen Turm und Bürgerhaus von neun Metern." Altbürgermeister versus Bürgermeister: "Hierbei handelt es sich offensichtlich um eine Schutzbehauptung für die unsinnige Absicht der Unterbringung in der Zehntscheune."

Im Hof des Bürgerhauses, so seine Argumentation, wäre das fragile Holzbauwerk auch leicht vor den Wettereinflüssen zu schützen, die dem Monument in der Vergangenheit hart zugesetzt haben. Hohe Wände auf allen vier Seiten bieten eine Abschirmung. "Bei Anbringung einer filigranen Überdachung ist das Monument durch die bereits bestehenden Bauwerke von allen Seiten vor den ,gefürchteten Strahlen' geschützt. Mit einer Glasfront vor dem Denkmal wäre auch ein Schutz gegen äußere Einwirkungen gewährleistet."

Bürgermeister Hojer dagegen stellt klar: "Wir können die Hölzernen Männer nicht im Freien aufstellen." Das wichtigste Kriterium sei der Erhalt des Denkmals. Auf Dauer. Hier seien die Denkmalschützer eindeutig in ihrem Urteil. Neue Vorschläge - "hinten rum über die Presse" - brächten nichts.

Wild dagegen lässt nicht locker, nennt weitere Vorteile des Bürgerhauses, etwa die starke Frequentierung durch Besucher. Und nicht nur das: "Die erheblichen Kosteneinsparungen durch den Verzicht auf den Zentscheunen-Umbau ermöglichen dem Stadtrat sogar die Anschaffung eines Replikats für eine Befestigung am noch vorhandenen Tragegerüst im Hintergrund des Hechtbrunnens zur Komplettierung dieser Platzgestaltung und öffentlich wirksamen Präsentation dieses Baunacher Wahrzeichens in künftigen Zeiten."

Wie geht es nun weiter? "Ich warte auf eine Stellungnahme von der Denkmalschutzbehörde", antwortet Bürgermeister Hojer. "Im März oder April wollen wir im Stadtrat in einer öffentlichen Sitzung entscheiden."

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