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Wohnen

Wohnraum für Studierende im Ankerzentrum?

Nun fordern auch Bambergs Studenten das sofortige Herauslösen einzelner Häuser aus dem Ankerzentrum. Anlass ist die drohende Zuspitzung des Wohnungsmangels in Bamberg.
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Nach 40 Jahren auf der Abbruchliste: eines von drei Gebäuden des von Studenten "Pestheim" genannten Pestalozziheimes.
Nach 40 Jahren auf der Abbruchliste: eines von drei Gebäuden des von Studenten "Pestheim" genannten Pestalozziheimes.
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BambergDer knappe Wohnungsmarkt in Bamberg macht es möglich: Stadt und Studenten kämpfen Seite an Seite für eine Verkleinerung des Ankerzentrums. "Wir fordern die unverzügliche Herausnahme von zwei Wohngebäuden aus dem Anker-zentrum. Die Gebäude sollen von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben in städtisches Eigentum überführt und zu günstigen Konditionen dem Studentenwerk Würzburg zur Verfügung gestellt werden", heißt es in einer Petition, die der studentische Konvent der Uni Bamberg unter wohnraumpetition.wordpress.com gestartet hat.

Anlass für die Unterschriftensammlung der Studierendenvertreter ist eine drohende Zuspitzung auf dem Bamberger Wohnungsmarkt. Denn schon in wenigen Monaten soll mit dem Abbruch des vor 40 Jahren gebauten Pestalozzi-Wohnheims in Bamberg-Ost begonnen werden. Die Folge: 218 Wohnheimplätze fehlen, solange der Ersatzbau nicht zur Verfügung steht - und das dürfte dauern.

Mit der Petition springen die Studenten Bambergs OB Andreas Starke (SPD) zur Seite, der zusammen mit den Bamberger Bundestagsabgeordneten Andreas Schwarz (SPD) und Lisa Badum (Grüne) schon vor einem Jahr eine vorzeitige Herauslösung einzelner Wohnblocks aus der Flüchtlingsreinrichtung gefordert hatte.

Ganz erfolglos war das Drängen nicht. In den Wochen vor der Landtagswahl wich Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) erstmals vom kategorischen Nein ab, mit dem die Staatsregierung derlei Wünsche aus Bamberg stets quittiert hatten. Herrmann stellte eine Entlastung der Stadt Bamberg in Aussicht, sollte sich der Zustrom von Flüchtlingen nach Bayern weiter so wie zuletzt entwickeln. Wörtlich ließ der Innenminister Im September mitteilen, dass von den gegenwärtig als Unterbringungsreserve genutzten Häusern ein bis zwei freigegeben werden könnten, um den Wohnungsmarkt in Bamberg zu entlasten.

Nicht für die allgemeine Nutzung

Bambergs OB Starke freut sich über die Unterstützung durch die Studenten. Die Petition sei richtig. Die studentische Wohnungsnot bereite ihm, so sagt Starke, seit geraumer Zeit Sorgen. Um einer Verschärfung entgegenzuwirken, sagte Starke den Studenten zu, dass die angesprochenen Häuser aus dem Ankerzentrum für studentischen Wohnraum genutzt werden sollen und nicht für allgemeinen bezahlbaren Wohnraum, sollte es wie erhofft zu einer vorzeitigen Herauslösung kommen.

Diese Zusage ist nicht das einzige Entgegenkommen der Stadt an die Studenten. In mehreren Treffen, an denen neben der Stadt auch die Spitzen der Universität und des Studentenwerks Würzburg teilnahmen, wurde laut Starke ein Bündel von Maßnahmen vereinbart, das helfen soll, die Situation zu verbessern.

Teil davon ist der Erwerb eines derzeit leer stehenden Hauses in der Unteren Sandstraße durch die Stadtbau GmbH sowie die rasche Umnutzung der sukzessive frei werdenden Gemeinschaftsunterkünfte für Flüchtlinge. Bambergs OB macht sich auch dafür stark, dass das Studentenwerk Würzburg neben dem Neubau des Pestalozzi-Wohnheims ein weiteres Wohnheim schafft.



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