Bamberg

Woher kommt eigentlich Stress?

Schule, Hausaufgaben erledigen, Freunde treffen, Fußball- oder Reittraining: Und das an einem Tag. Puhh... Das kann schon mal stressig und hektisch werden. Wie man dann trotzdem cool bleibt, weiß Professor Jörg Wolstein.
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Dieses Mal ging es bei der Kinder-Uni um das Thema Stress. Wie entsteht er und was passiert in Stresssituationen im Körper? Und vor allem: Wie bleibt man in solchen Momenten möglichst cool? Das waren nur einige Fragen, die der Professor beantworten konnte.  Fotos: Ronald Rinklef
Dieses Mal ging es bei der Kinder-Uni um das Thema Stress. Wie entsteht er und was passiert in Stresssituationen im Körper? Und vor allem: Wie bleibt man in solchen Momenten möglichst cool? Das waren nur einige Fragen, die der Professor beantworten konnte. Fotos: Ronald Rinklef
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Stell dir vor, du gehst durch einen tropischen Wald in Indien. Es wird langsam dunkel und dann plötzlich erscheinen vor dir auf dem Weg zwei gelbe, funkelnde Augen. Vor dir steht ein Tiger. Huch! Was machst du jetzt, denkst du dir etwas ängstlich.

Tiger sorgt für Stress

"Anhand von diesem Beispiel lässt sich Stress sehr gut erklären. Was würdet ihr in der Situation machen?", fragt Professor Jörg Wolstein die Mädchen und Jungen während der dritten Vorlesung der Kinder-Uni. Er arbeitet an der Fakultät für Humanwissenschaft.

"Ich würde weglaufen", meint ein Junge. Ein Mädchen erwidert: "Ich glaube, das ist keine gute Idee. Vielleicht sieht mich der Tiger dann als Beute. Ich würde ganz langsam von ihm weggehen." Weitere Vorschläge waren sich tot zu stellen und sich einfach gar nicht zu bewegen.

"Das sind schon einige gute Vorschläge, was man in so einer Situation machen kann", sagt Wolstein.

Wie sich Stress auf den Körper auswirkt, zeigt der Professor an Balu dem Bären. Er bittet ein Mädchen zu sich auf die Bühne, die dem Bären jetzt ein Hörrohr an das Herz halten darf. Ein ruhiger, gleichmäßiger Herzschlag ist zu hören.

"Jetzt halte das Hörrohr doch bitte noch an den Bauch von Balu", sagt Wolstein. Aktive und grummelnde Magengeräusche sind im Bauch des Bären zu hören. "Balu verdaut gerade wohl noch etwas Honig. Aber so hört sich ein Magen im Normalzustand an."

Die Kinder sollen am Geräusch des Herzschlags erraten, wann Balu Stress hat. Zunächst schlägt das Herz noch langsam, nach wenigen Sekunden wird das rythmische Wummern jedoch immer schneller und die Kinderhände schießen nach oben: Jetzt hat Balu Stress.

"Bei Balus Bauch hört man nichts mehr", erklärt Wolstein. Der Magen hört zu arbeiten auf, wenn jemand Stress hat. Das liegt daran, dass die ganz Energie in anderen Bereichen des Körpers benötigt wird.

Herz schlägt schneller

Der Herzschlag wird schneller, damit das Gehirn und die Muskeln mehr Energie bekommen. Auch im Blut selbst verändert sich etwas: So wird zum Beispiel das Hormon Adrenalin ausgestoßen. Das wird auch als "Stresshormon" bezeichnet und gibt uns beim Flüchten oder Kämpfen noch mehr Kraft. Wir können auch noch besser sehen, weil sich die Pupillen vergrößern.

"Wann habt ihr Stress und wie geht es euch dann damit?", möchte Wolstein von den Kindern wissen. Ein Mädchen erzählt: "Bei einer ,Ex' konnte ich vor kurzem eine Aufgabe nicht so gut. Ich hatte dann so Schwierigkeiten, mich zu konzentrieren." Der Professor nickt verständnisvoll: "In dem Moment hattest du Stress, weil du mit der Aufgabe Probleme hattest. Aber Prüfungsangst haben auch noch viele meiner Studenten." Ein anderes Mädchen erzählt, dass sie Stress hat, wenn sie von ihrem Bruder geärgert wird.

Stress ist sogar messbar, erklärt Wolstein. Ein Mädchen sagt: "Am Puls kann man das messen." "Die Temperatur im Körper verändert sich", meint ein Junge. "Ja, das ist auch richtig. Und wenn die Temperatur steigt, schwitzen wir", erklärt Wolstein. Dann bilde sich eine dünne Schicht auf der Haut. Durch feine Sensoren, die etwas Strom auf den Körper übertragen, lasse sich Stress messen. "Die Haare stehen einem da nicht zu Berge, aber je mehr man im Stress ist, umso besser wird der Strom weitergeleitet."

Stress kann eine Zeit lang positiv sein, und man schafft ganz viele Sachen, aber irgendwann kann das dann auch ins Negative umkippen. "Man braucht nach Stressphasen immer Erholung. Und wenn solche Stressmomente häufig kommen, kann man sich nicht mehr richtig erholen", erklärt Wolstein.

Erholungsphasen wichtig

Und das ist wichtig bei Stress: Erholung. Aber wie? "Man kann in den Urlaub fliegen", schlägt ein Mädchen vor. "Das ist natürlich die optimale Lösung", sagt Wolstein. "Man muss cool bleiben", schlägt einer der Jungs vor. Ein anderes Mädchen meint: "Man kann sich ja dann auch einfach mal kurz hinlegen." Der Professor nickt: "Das ist auch eine gute Idee, um sich zu entspannen. Jeder muss da selbst herausfinden, wie er sich am besten entspannen kann."

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