Bamberg

Wöhrl zieht in Bamberg erst im Herbst ein

Das Nürnberger Mode-Unternehmen wollte eigentlich im März am Maxplatz neu eröffnen. Der Termin verschiebt sich um Monate. Der Umbaubedarf in dem ehemaligen Kaufhaus Honer scheint größer zu sein, als zunächst angenommen.
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Nur auf unserer Montage ist der Wöhrl-Schriftzug schon am Maxplatz, am Honer-Haus, angekommen. Foto: Matthias Hoch/Montage: Alice Barna
Nur auf unserer Montage ist der Wöhrl-Schriftzug schon am Maxplatz, am Honer-Haus, angekommen. Foto: Matthias Hoch/Montage: Alice Barna
"Auf jeden Fall vor Ostern" wollte Wöhrl heuer seine Neueröffnung in der Fußgängerzone feiern. Mitte November, als das Nürnberger Mode-Unternehmen seinen Umzug ins ehemalige Kaufhaus Honer bekannt gab, wirkten Robert Rösch und Olivier Wöhrl, Vorstands-Mitglieder der Rudolf Wöhrl AG, noch überzeugt davon, dass vier Monate für den Umbau der gemieteten Immobilie genügen würde.

Dass es anders kommt, liegt an den Gegebenheiten, teilte Wöhrl auf Anfrage mit. Im Honer-Haus muss offenbar deutlich mehr gemacht werden, als gedacht: "Der bauliche Zustand war zum Zeitpunkt des Vertragsschlusses nicht in vollem Umfang erkennbar gewesen", ließ Vorstand Rösch über seine Pressesprecherin mitteilen.

Für aufmerksame Bamberger, die viel in der Stadt unterwegs sind, dürfte die Nachricht nicht allzu überraschend kommen.
Denn seit der Wöhrl-Pressekonferenz im November war bis vor wenigen Tagen nichts davon zu hören und zu sehen, dass sich an oder in der Kaufhaus-Immobilie etwas tun würde. Erst seit kurzem dringt gelegentlicher Baulärm von drinnen nach draußen.

Wöhrl ist Mieter bei Honer, baut die Immobilie aber in eigener Regie um. Wie Hausherr Franz Josef Honer bestätigt, wurde dies so vereinbart. Die neuen Nutzer hätten mehr oder weniger freie Hand, das Haus nach ihren Bedürfnissen zu gestalten. Der Mietvertrag läuft über zunächst 15 Jahre.

Abstriche an den Plänen, am Maxplatz ihr neuestes Flächen- und Präsentationskonzept umzusetzen und das neue Haus in der Bamberger Innenstadt zu einem "der schönsten und modernsten" der derzeit 38 Modehäuser des Unternehmens werden zu lassen, will die Wöhrl AG nicht machen. Man habe sich gegen Kompromisse entschieden und nehme für das angestrebte Ergebnis lieber eine Verzögerung in Kauf, sagt Rösch.

Keine Antworten gibt die Unternehmensleitung auf die Frage, wie sie angesichts des neuen Zeitplans die Monate von Juli bis zum Umzugstermin im Herbst überbrücken will.

Denn die Wöhrl AG muss aller Voraussicht nach Ende Juni das Atrium an der Ludwigstraße verlassen, wo sie seit 1990 vertreten ist. Die neuen Eigentümer des Einkaufszentrums am Bahnhof haben den Mietern der Geschäftseinheiten zum 30. Juni 2013 gekündigt. So auch Wöhrl.

Insofern hatten Robert Rösch und Olivier Wöhrl Ende vergangenen Jahres noch von Glück gesprochen, dass die Verhandlungen mit Honer rechtzeitig zu einem Vertragsabschluss geführt haben, weil man nun mehr oder weniger nahtlos von der Ludwigstraße zum Maxplatz wechseln könne.

Nach dem ursprünglichen Zeitplan wollte Wöhrl sogar zweigleisig in Bamberg fahren: im März in der Fußgängerzone eröffnen und parallel den angestammten Standort im Atrium bis in den Sommer hinein betreiben. Nun deutet alles eher darauf hin, dass das Gegenteil eintreten könnte - dass Wöhrl in der Innenstadt noch eine Großbaustelle hat, während das Atrium geräumt werden muss.

Was passiert mit dem Atrium?

Über das, was die neuen Atrium-Eigentümer der Gesellschaft Promontoria, eine niederländische Holding, vor haben, weiß man in Bamberg noch immer wenig. "Die Informationen fließen ziemlich spärlich", sagt Tina Hülle, die Leiterin der Abteilung Wirtschaftsförderung im Rathaus.

Was sie weiß, ist, dass drei Architekturbüros im Auftrag eines für Promontoria tätigen Projektentwicklers die Einzelhandelsimmobilie am Bahnhof unter die Lupe genommen haben und den Eigentümern in wenigen Wochen ihre Vorschläge unterbreiten sollen.

Sie sollen Ideen erarbeiten, wie ein 22 Jahre altes Haus mit unübersehbarem Sanierungsbedarf wieder in eine attraktive Einkaufsadresse verwandelt werden kann. Laut Hülle sind auch Abriss und Neubau eine mögliche Option.

Offenbar erst nach ihrer internen Entscheidung für eine der Architekten-Planungen wollen Promontoria-Vertreter im Rathaus vorsprechen. Ob das die richtige Reihenfolge ist, bezweifelt Stadtmarketing-Geschäftsführer Klaus Stieringer. Auch ihm liegen derzeit keine weitere Erkenntnisse zum Atrium vor.

Keine Sorgen bereitet dem Lobbyisten des Bamberger Einzelhandels dagegen der spätere Eröffnungstermin von Wöhrl am Maxplatz. Von einem gelungenen Umbau hätten alle mehr als von einem unter Zeitdruck.

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