Bamberg

Wöhrl will am Maxplatz noch vor Ostern eröffnen

Nun ist es offiziell: Das Modehaus Wöhrl hat das ehemalige Kaufhaus Honer am Maxplatz gemietet. Nach einem grundlegenden Umbau ist die Neueröffnung zwischen 10. März und 1. April geplant. Bis Mitte 2013 bleibt Wöhrl auch noch im Atrium.
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Wöhrl-Vorstand  Robert Rösch (links) und Vorstandsvorsitzender Olivier Wöhrl   gaben heute den Umzug in das ehemalige  Honer-Haus am Maxplatz bekannt. Foto: Ronald  Rinklef
Wöhrl-Vorstand Robert Rösch (links) und Vorstandsvorsitzender Olivier Wöhrl gaben heute den Umzug in das ehemalige Honer-Haus am Maxplatz bekannt. Foto: Ronald Rinklef
Gerade trocken muss die Tinte unter dem Mietvertrag gewesen sein, als am Mittwoch Nachmittag das Modeunternehmen Wöhrl seinen Umzug in die Bamberger Fußgängerzone offiziell bekannt gab. "Wir freuen uns, dass wir vor 12 oder 13 Minuten die letzten Unterschriften und Kürzel unter den Vertrag setzen konnten", sagte Wöhrl-Vorstand Robert Rösch den Medienvertretern bei einer Pressekonferenz im Dachgeschoss des ehemaligen Kaufhauses Honer.

Dort hängen an den Wänden noch historische Fotografien aus der über 80-jährigen Kaufhaus-Ära, die mit dem August 2012 zu Ende gegangen ist. Die Immobilie zwischen Maxplatz und Promenade sieht nun einer Zukunft als Modehaus entgegen. Es kommt so, wie es die Bamberger Gerüchteküche seit Monaten verkündet hat. Wöhrl hat sich für vorerst 15 Jahre eingemietet.


Neueröffnung vor Ostern

"Auf jeden Fall vor Ostern" soll die Neueröffnung stattfinden. Auf den Tag mochten sich Robert Rösch und Vorstandsvorsitzender Olivier Wöhrl nicht festlegen. Grund: Es steht ein grundlegender Umbau bevor, bei dem zumindest innen "kein Stein auf dem andern bleiben wird". Nach Ingolstadt, Coburg und Straubing soll Bamberg das vierte Haus werden, in dem Wöhrl sein nach eigenen Angaben erst Anfang 2012 entwickeltes Flächen- und Präsentationskonzept umsetzt.

Die Kunden werden es wohl irgendwann zwischen 10. März und 1. April 2013 erstmals erleben können. Mit den Unwägbarkeiten des Umbaus erklärten die Wöhrl-Vertreter auch, weshalb sie die Investitionssumme am künftigen Standort Maxplatz noch nicht beziffern könnten. Laut Rösch setzt das Unternehmen gewöhnlich Kosten von rund 800 Euro pro Quadratmeter an. Das wären im Bamberger "Fall" etwa 3,6 Millionen Euro.

Der neue Standort ist etwas kleiner

Wöhrl verkleinert sich leicht durch den Umzug in die Stadtmitte, von über 5000 Quadratmeter im Einkaufszentrum an der Ludwigstraße auf 4400 bis 4500 am Maxplatz. Diesen kleinen Nachteil nimmt man in Kauf, weil man glaubt, dass er durch die zentralere Lage in "einer der schönsten Städte Deutschlands" (Rösch) zumindest wettgemacht wird.

Der Wöhrl-Vorstand ließ keine Zweifel daran, dass er auch im benachbarten Hallstadt "eine Heimstatt" gefunden hätte. "Aber wir wollten in Bamberg bleiben." Die Begründung schob er gleich nach: "Ein Händler lebt ja nicht nur von der Ratio, ein Händler lebt auch vom Gefühl." Und Bamberg sei nicht nur, was den Kundenstamm angeht, für das Unternehmen ausgesprochen attraktiv und wichtig. Es wird in der Unternehmenszentrale auch als "einkommensstarker Bereich" geschätzt.

Neue Arbeitsplätze entstehen im neuen Bamberger Wöhrl-Domizil voraussichtlich nicht. Man möchte jedoch alle 65 Beschäftigten aus dem Atrium mit in die Fußgängerzone nehmen und hofft, dass der Kundenzuspruch im kleineren Haus so groß ist, dass alle Leute weiterhin gebraucht werden. Für die ehemaligen Honer-Mitarbeite rinnen bestehen dagegen keine Hoffnungen mehr, dass sie an alter Stelle neue Beschäftigung finden werden.

Kündigung kam zum 30. Juni

Wöhrl fühle sich dem eigenen Personal gegenüber verpflichtet. "Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind für uns durchs Feuer gegangen", sagte Rösch. Er verschwieg nicht, dass die letzten Jahre im Atrium für das Unternehmen nicht leicht waren. Zum offensichtlichen Niedergang sei die Ungewissheit über die Zukunft des Standortes dazugekommen. Auf keinen von vielen Briefen habe man eine Antwort bekommen, dafür inzwischen die Kündigung. Zum 30. Juni 2013 muss Wöhrl raus.

Dabei war die Unternehmensgruppe angeblich willens, den Standort in Bahnhofsnähe zu behalten und hätte sich zumindest zeitweise ein zweites Standbein in der Stadtmitte vorstellen können. Jetzt zeigt man sich in der Chefetage glücklich, dass die Suche nach Alternativen rechtzeitig zum Erfolg geführt hat. Die Verhandlungen mit dem neuen Vermieter seien "nicht immer leicht gewesen", hieß es. Der Hausherr und ehemalige Kaufhaus-Leiter selbst nahm nicht am Pressegespräch teil.

Auf die Frage, ob sie ihre Mitbewerber um die Honer-Immobilie gekannt hätten, hielten sich die Wöhrl-Sprecher bedeckt. Es hätten alle Interessenten gut in die Stadt gepasst, gaben sie zu verstehen.

Wie es im Atrium weitergeht, wo hinter den Kulissen offenbar einiges in Bewegung ist und ein Verkauf stattgefunden hat, über den die sonst gut unterrichteten Bamberger Kreise bislang nichts wissen, war bislang nicht in Erfahrung zu bringen. Auch der Stadtmarketing-Geschäftsführer Klaus Stieringer erfuhr erst beim Pressegespräch im Honer-Haus davon. Für ihn ist es eine gute Nachricht, weil sie hoffen lässt, dass der Stillstand der letzten Jahre bald ein Ende findet.

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