22,5 Meter! So hoch ist der Weihnachtsbaum, den ein mobiler Baukran gestern Mittag in der Ortsmitte von Mönchherrnsdorf in die Höhe hievte. Es dürfte sich wohl um den größten in der Region handeln, zumindest unter den 30 in der Marktgemeinde Burgebrach ist er der längste und "München hat auch nur 30 Meter", ließ dazu Bürgermeister Johannes Maciejonczyk verlauten. "Aber eigentlich kommt Mönchherrnsdorf ja noch vor München - im Alphabet". Und vielleicht schon im kommenden Jahr in Sachen Weihnachtsbaum. Auf jeden Fall geht der Zweiundzwangigeinhalb-Meter-Baum auf das Konto des Gemeindeoberhauptes.

Heuer bei der Kirchweih auf dem von der Gemeinde in den letzten Jahren aufwendig neugestalteten Platz, von einigen Ureinwohnern liebevoll Schlossplatz oder Central Park genannt, hatte Maciejonczyk gefunden, der Standort eigne sich doch auch hervorragend für einen Weihnachtsbaum.

Knapp 200 Ureinwohner

Wer sich bei den knapp 200 Ureinwohnern des westlichsten Burgebracher Marktgemeindeteils ein wenig umhört, hört dabei auch schnell, dass man hier nicht mal unbedarft eine Idee äußern darf. Denn hier greifen die findigen Menschen der verschworenen Dorfgemeinschaft, die sich im übrigen mit einem kleinen berühmten gallischen Dorf vergleicht, Dinge schnell auf. Allerdings stehen die oberfränkischen Gallier nicht mit der politischen Führung auf Kriegsfuß, unterstreicht der Bürgermeister umgehend einen gravierenden Unterschied. Eher das Gegenteil ist wohl der Fall. Denn der Markt Burgebrach hat die spontan von den Mönchherrnsdorfern aufgenommene Idee auch voll unterstützt. Der Markt fördere das Projekt, sagt der Bürgermeister dazu.

So wurde unter Federführung von Staatsförster Andreas Friedel im Bereich von Büchelberg der passende (Rekord-) Baum gefunden und von Forstleuten zusammen mit 15 Mönchherrnsdofern fachkundig umgemacht und aus dem Wald gebracht . Ein heimischer Holzunternehmer aus der Nachbargemeinde Burgwindheim sorgte für den sachgerechten Transport und eine Schlüsselfelder Kranfirma fürs Aufstellen. Sonst wuchtet Lothar Hennemann mit dem 48 Tonnen schweren Gefährt eher Beton und Stahlteile durch die Lüfte, der Weihnachtsbaum war auch für ihn Premiere.

Dieser wohnte gefühlt das ganze Dorf bei.

Allen voran die Führungsriege mit Martin Dorn, Markus Jäger. Joachim Saueressig, Robert Winkler und Matthias Weiß. Zwar gibt es etliche Vereine im Ort, doch letztlich ist jeder in jedem und so die bestens funktionierende Dorfgemeinschaft auch hier am Machen. Selbst das erkrankte Christkind Leona Bachinger ist bei dem Ereignis dabei. Versorgt werden alle von Frauen wie Katharina Giehl, die köstliche Nussecken gebacken hat. Männer wie Günther Baier sind von der Arbeit gekommen Eddi Basel passt auf die Enkel auf, die mit der Vielzahl der anderen Kinder rund um den Baumaufstellort ihren Spaß haben. Den haben auf ihre Art auch die Dorfälteren wie Adam Saueressig, Anna und Robert Baier. Da wird erst ein wenig gebabbelt und es dann gemacht, lautet ihre Erfahrung. Beim Helfen und beim Feiern, da halten die Mönchherrnsdorfer zusammen.

"Wir feiern gern", erklären die jungen Leute, die an der Feuertonne bereits Pläne für einen 2019 noch längeren Baum schmieden. Weihnachtsmarkt unterm Rekordbaum an der B 22 ist übrigens am 25. November ab Mittag, um 17 Uhr sollen die 1500 Lichter erstmals leuchten. Bis dahin ist noch viel Gelegenheit, spontan unterm Baum zu feiern. Vielleicht einen Rockabend, meint einer...