Bamberg
Amt

Wird Melanie Huml Ministerin?

Über Nacht hat sich das Ergebnis der Bamberger Stimmkreissiegerin Melanie Huml (CSU) gewissermaßen noch einmal nach oben verschoben. Nachdem der Bayernwert der CSU im vorläufigen Endergebnis von 48,7 um einen Punkt auf 47,7 fiel, liegt sie mit ihrem Abschneiden von 47,8 nun hauchdünn über dem Landesschnitt der CSU.
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Wird für ein Ministeramt gehandelt: Melanie Huml. Foto: Ronald Rinklef
Wird für ein Ministeramt gehandelt: Melanie Huml. Foto: Ronald Rinklef
In einem städtisch strukturierten Umfeld wie Bamberg mit großer Universität und einem Zuwachs von 2000 wahlberechtigten Bürgern seit 2008 könnte man diese Zahlen durchaus als sehr gut bezeichnen. Ein Blick über den Tellerrand zeigt, dass ein Ergebnis nahe 50 Prozent in Bayerns Städten auch für die CSU nicht selbstverständlich ist. Beispiel Nürnberg: Dort errang die CSU zwar alle drei Direktmandate, musste sich aber mit Werten unter oder knapp über 40 Prozent zufriedengeben.

Auch in Ingolstadt sieht die Welt etwas anders in Bamberg aus. Ministerin Christine Haderthauer gewann hier zwar den Stimmkreis souverän, blieb mit 45,7 Prozent aber deutlich hinter dem Zweitstimmenergebnis zurück.
Ob die Unterstützung der Bamberger Wähler reicht, um die 38-jährige Staatsekretärin Melanie Huml in ein Ministeramt zu hieven, wird sich spätestens im Oktober zeigen, wenn Seehofer sein neues Kabinett ernennt. Für ein solches Amt wird die Ärztin aus Bamberg seit geraumer Zeit gehandelt.

Unter anderem könnte sie auch das neu zu schaffende Heimatministerium führen, das Seehofer im März dieses Jahres ins Gespräch gebracht hat. Ein solches "Ministerium für Heimat und Selbstverwaltung" soll dazu beitragen, dass mehr öffentliche Aufgaben "von oben nach unten zu verlagert werden" und die Verwaltung im Freistaat bürgerfreundlicher, effektiver und unbürokratischer wird. Dienstsitz wäre in Franken. Freilich hängt dies nicht allein vom Wahlergebnis, sondern vor allem Proporz zwischen den Regierungsbezirken ab, der sich im Kabinett widerspiegeln soll. Melanie Huml selbst wollte sich zu den Spekulationen nicht weiter äußern. Diese Entscheidungen treffe Horst Seehofer. Derzeit gelte es sich, auf die Bundestagswahl zu konzentrieren.
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