Bamberg

"Wir können von jungen Leuten glauben lernen"

Nach zwölf Jahren im Amt als Diözesanjugendpfarrer und Leiter der Abteilung Jugendpastoral im Erzbischöflichen Ordinariat wurde Detlef Pötzl verabschiedet
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Detlev Pötzl mit Erzbischof Ludwig Schick und anderen, die zu seiner Verabschiedung in die Kirche St. Urban kamen. Foto: Barbara Herbst
Detlev Pötzl mit Erzbischof Ludwig Schick und anderen, die zu seiner Verabschiedung in die Kirche St. Urban kamen. Foto: Barbara Herbst
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Detlef Pötzl, der ab September als Pfarrer die Pfarreien Teuschnitz und Tschirn sowie als Kuratus die Kuratie Wickendorf übernimmt, stellte sich dem Gespräch mit unserer Zeitung.

inFranken: Fühlen Sie sich mit Ihren 41 Jahren zu alt für die Jugendseelsorge, oder warum geben Sie Ihr Amt ab?
Detlef Pötzl: Ich fühle mich keineswegs zu alt. Allerdings geht man nach zwölf Jahren eingefahrene Wege, und da sind neue Impulse gut. Bevor man mich aus dem Amt trägt, gehe ich also lieber, solange man noch deswegen Tränen vergießt (lacht). Ich habe mich nun für Teuschnitz entschieden, weil ich aus Nordhalben stamme und die Region kenne. Außerdem habe ich den Seelsorgeauftrag für das Jugendhaus Am Knock, kann also meine Erfahrungen einbringen.



Internationale Solidarität

Was hat Ihnen in den vergangenen Jahren besonders Freude im Umgang mit jungen Menschen gemacht?
Ich habe mich darüber gefreut, mit engagierten und motivierten Leuten - ehrenamtliche wie hauptamtliche - zu tun zu haben. Beeindruckt hat mich auch die Erfahrung von Weltkirche an den Weltjugendtagen in Köln, Madrid, Rio de Janeiro, Krakau. In Zeiten wachsender Nationalismen ist es faszinierend, internationale Solidarität zu erleben und die Selbstverständlichkeit, mit der junge Menschen unterschiedlicher Herkunft und Nationalität miteinander beten, singen, feiern. Überhaupt können wir von jungen Leuten glauben lernen. Sie wollen sich reiben - gerade an den Moralvorstellungen der katholischen Kirche - und ihren eigenen Standpunkt finden.

Und was bleibt in weniger guter Erinnerung?
Die größte Niederlage war die Verhinderung einer Jugendkirche in St. Christophorus Fürth. Drei Jahre Standortsuche und Vorarbeit mit Zustimmung des Erzbischofs waren umsonst, weil letztendlich die Ordinariatskonferenz in geheimer Abstimmung das Projekt abgelehnt hatte.



Internationale Partnerschaften

Wie sieht Ihre Gesamtbilanz nach zwölf Jahren aus?
Wir haben in Bamberg das Glück, dass der Erzbischof die Jugendarbeit sehr unterstützt. Das Jugendamt mit 120 Mitarbeitern inklusive der Dekanatsbüros ist personell wie organisatorisch gut aufgestellt. Unsere Angebote wie das Immerhin in Bamberg, der Struwwelpeter in Kronach oder das Beatship in Erlangen, unsere Programme in den Ganztagsschulen werden angenommen. Die Zusammenarbeit von BDKJ und Jugendamt läuft harmonisch ohne Grabenkämpfe und ohne Einschnitte. Positiv ist auch, dass wir internationale Partnerschaften mit dem Senegal, Tansania, Indien, Stettin gefestigt oder sogar neu aufgebaut haben.

Was geben Sie Ihrem Nachfolger als Diözesanjugendpfarrer mit auf den Weg?
Meinem Nachfolger Norbert Förster, bisher Dekanatsjugendseelsorger in Kulmbach, sage ich zwei Dinge. Erstens: Junge Leute müssen spüren, dass Du sie magst. Zweitens: Den Spruch des großen Jugendfreunds Don Bosco beherzigen: Fröhlich sein, Gutes tun und die Spatzen pfeifen lassen.

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