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Bamberg
Sturm

Wind wütet ein wenig weiter - Der zweite Tag nach "Sabine" in und um Bamberg

Mehrere Bäume fielen auch gestern noch Böen zum Opfer. Einer kippte direkt vor einen Autofahrer, der aber nur leicht verletzt wurde. Der Hauptfriedhof bleibt noch mehrere Tage gesperrt. Der Hainpark soll heute wieder geöffnet werden.
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Zwischen Pödeldorf und Bamberg krachte ein Baum fast direkt vor einem Autofahrer auf die Straße (2281)  Foto: News5/Merzbach
Zwischen Pödeldorf und Bamberg krachte ein Baum fast direkt vor einem Autofahrer auf die Straße (2281) Foto: News5/Merzbach
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Schwächere Nachwehen des Sturmtiefs "Sabine" waren auch gestern noch in der Region zu spüren. Insgesamt hält sich der Schaden aber weiter in Grenzen: "Wir sind mit dem berühmten blauen Auge davongekommen", sagen Sprecher der Bamberger Polizeiinspektionen Stadt und Land sowie Feuerwehr-Kreisbrandrat Bernhard Ziegmann unisono.

Mit einem blauen Auge davongekommen ist auch ein junger Autofahrer, der in der Nacht zum Dienstag gegen 0.30 Uhr zwischen Pödeldorf und Bamberg unterwegs war, als in der Nähe der Kunigundenruh ein vom Wind gefällter Baum vor sein Fahrzeug krachte. "Ich habe versucht zu bremsen, ich hatte aber keine Chance mehr", sagte er der dem Nachrichtendienst "News 5". "Der Fahrer prallte gegen den Baum, wurde zum Glück aber nur leicht verletzt", berichtet Alexander Krapp, Sprecher der Polizei Bamberger Land. Feuerwehrleute zersägten den Baum vor Ort und räumten die Straße frei, die eine Dreiviertelstunde später bereits wieder befahrbar war. Auch bei Bischberg habe es eine kurze Sperrung wegen eines umgefallenen Baums gegeben, "ansonsten war es ruhig", so Krapp. Die Wehren im Landkreis hatten durch das Sturmtief insgesamt rund 80 Einsätze, schätzt Ziegmann. "Aber fast nur kleinere, vor allem einzelne umgefallene Bäume."

Friedhof am stärksten betroffen

Im Bamberger Stadtgebiet sind laut Garten- und Friedhofsamt bisher insgesamt 28 Bäume dem Sturm zum Opfer gefallen. Weil die Arbeiten noch nicht abgeschlossen sind, könnten noch einige weitere aus Sicherheitsgründen gefällt werden. Am stärksten betroffen war der Bamberger Hauptfriedhof: Hier sind etwa 15 Bäume umgestürzt. "Die Arbeiten laufen noch und werden sich noch einige Tage hinziehen", teilt das Amt mit. So bleibt der Friedhof bis auf weiteres geschlossen.

Sieben Bäume fielen im Hainpark, der seit Sonntagnacht geschlossen ist. Er soll laut Gartenamt aber im Laufe des heutigen Tages wieder geöffnet werden. "Dass der Sturm ganz verschiedene Arten in Mitleidenschaft gezogen hat, zeigt, dass es leider keine sturmfesten Bäume gibt", erklärt dazu Michael Gerencser, stellvertretender Amtsleiter. Ihm zufolge wurden vor allem Fichten, aber auch Buchen, Eichen, Linden, eine Birke, eine Weide, ein Ahorn und ein Apfeldorn umgeweht oder so stark beschädigt, dass sie gefällt werden mussten.

Container fliegen auf Autos

Außerdem fegte der Sturm am gestrigen Dienstag auch einige Gegenstände um. Die Polizei Bamberg-Stadt berichtet von einem Vorfahrt-Achten-Schild in der Katharinenstraße und Bauzäunen in der Nähe der Ottokirche.

Wie erst kürzlich bekannt wurde, hat es zudem am Montagnachmittag im Hafen gekracht: Zwei große Frachtcontainer sind von einem Stapel in den Hof des Nachbargrundstückes gefallen. Laut dem Geschädigten Panthels Mpilialis wurden vier Fahrzeuge und das Gebäude des Sportwetten-Anbieters in Mitleidenschaft gezogen. Den Schaden könne er noch nicht abschätzen.

Insgesamt beruhigt sich die Lage zusehens, auch die Zugfahrpläne normalisierten sich am gestrigen Dienstag, wie die Deutsche Bahn mitteilte. Dennoch raten die Behörden auch am heutigen Mittwoch noch zur Vorsicht, da immer noch einzelne Böen möglich sind, die angeknackste Bäume zum Sturz bringen können. "Es wird noch ein bisschen wehen, aber es wird nicht mehr so dramatisch wie bei Sabine", schätzt auch Meteorologe Thomas Foken.