Hirschaid
Gestaltung

Wie soll der Platz einmal werden?

Die Fläche hinter dem Hirschaider Rathaus stellt Marktgemeinderat und Stadtplaner vor eine Herausforderung. Viele Ansprüche sollen erfüllt werden.
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Diese Fläche hinter dem Hirschaider Rathaus soll neu gestaltet werden. Foto: Barbara Herbst
Diese Fläche hinter dem Hirschaider Rathaus soll neu gestaltet werden. Foto: Barbara Herbst
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Vorne hui, hinten pfui? Der Hinterhof des Hirschaider Rathauses, ödes Pflaster und ein Hoppel-Stoppel-Rasen, gibt dem Marktgemeinderat einige Rätsel auf. Das freie Feld soll zwar aufgehübscht werden, aber es muss weiterhin möglich sein, dort Rathausfest und Weihnachtsmarkt abzuhalten. Nun sieht es fast danach aus, dass Hirschaid eine ähnliche Diskussion bevorsteht wie den Bambergern um ihren Maxplatz.

Erste Entwürfe des Schlüsselfelder Stadtplaners Frieder Müller-Maatsch für die Umgestaltung des Parks nahmen die Kommunalpolitiker mit in eine Denkpause. Gesucht ist die zündende Idee. Übereinstimmung herrschte letztlich nur in einem Punkt: Das Areal soll mit einem öffentlich nutzbaren, behindertengerechten Toilettenhäuschen in Containerbauweise ausgestattet werden. Damit sich niemand mehr im Rathaus erleichtern muss, wenn einem mitten in Hirschaid ein menschliches Bedürfnis befällt.

Müller-Maatsch hatte für die Sitzung zwei Vorschläge vorbereitet, die  Nutzungsprobleme bei schlechtem Wetter beenden sollen: Da wird das Geläuf bislang nämlich matschig. Unzureichend ist außerdem die Strom- und Wasserversorgung, die es zu verbessern gilt. Die diagonale Wegeführung durch die Fläche soll entfallen, zumal das Ziel, die Treppenanlage an der Maximilianstraße, geschlossen wurde.

In der Platzmitte belassen will der Stadtplaner die künstlerische Skulptur; sie soll sogar durch einen Querwegebezug noch betont werden. Dadurch würde eine Gliederung des Areals in zwei Hälften entstehen, die unterschiedlich ausgeprägt werden können. Ergänzend zu den vorhandenen Obstbäumen soll eine stärkere Raumbildung durch neue großkronige Laubbäume erzielt werden.

Müller-Maatsch empfiehlt dafür die Baumart Sophora japonica, die große schirmartige Kronen entfaltet. Die lichte Belaubung dieser Baumart wirft keinen Schlagschatten. Stattdessen würde ein sonnendurchfluteter, grüner Platz mit angenehmem, halbschattigem Aufenthaltsklima entstehen. Die Blüte dieser Bäume ergäbe eine hervorragende Bienenweide im Juli, und im Herbst fielen sämtliche Blätter binnen einer Woche, schwärmte der Landschaftsarchitekt. Damit schien er die Marktgemeinderäte überzeugt zu haben. Auch seine Idee, am Rande der Fläche einige "Sitzskulpturen" mit glatter Betonoberfläche und Erdwärme-Beheizung aufzustellen, nahm niemand ins Visier.

Aber! Die Vorschläge zur Platzbefestigung lösten keinen Beifallssturm aus: Rasengitterpflaster wäre zwar belastbarer als bloßer Rasen, aber halt auch denkbar ungeeignet für das Betreten mit "Stöckelschuhen", argumentierten einige Rätinnen. Und der Alternative, eine Teilfläche mit Splitt- und Brechsandmaterial zu belegen, konnten die Räte auch nicht viel abgewinnen: Pfützenbildung, Rinnen, schmutzige Schuhe... Wolle man aber nur einen massentauglichen trittfesten Rasen, müsse er regelmäßig gewässert und gepflegt werden, gab der Stadtplaner zu bedenken. Und das lässt der Marktgemeinderat nun auf sich wirken - auch die Kosten, die leicht auf 300 000 Euro klettern können.

20 zusätzliche Parkplätze

Zu einem vorläufigen Abschluss kam die Diskussion über eine Erweiterung des Parkdecks an der Pickelsgasse. Auch hierfür hatte das Büro Müller-Maatsch einen Plan entworfen. Rund 20 zusätzliche und laut Bürgermeister Klaus Homann (CSU) dringend benötigte Parkplätze mit zwei neuen Zufahrten könnten hier kurzfristig geschaffen werden. Mit 17:3 beschloss der Marktgemeinderat, das Vorhaben zu verwirklichen, auch wenn einige Fragen offen geblieben sind. Zum Beispiel ob die geplante Parkraumbewirtschaftung - Parkgebühren zum Zwecke der Refinanzierung - einer etwaigen staatlichen Förderung zuwiderläuft, oder ob die Parkplatzerweiterung der mittel- bis langfristig angestrebten Aufstockung des Parkdecks im Wege steht.

Und bei alledem muss auch noch an die Anlegung des im Zuge des ICE-Streckenbaus zwingend erforderlichen Pendlerparkplatzes im Leimhüll gedacht werden. Keine Frage: Der Themenkomplex wird den Marktgemeinderat noch oft beschäftigen.

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