Bamberg
Trockenheit

Wie sicher ist die Wasserversorgung Bambergs?

Trotz extremer Dürre sprudelt das Wasser wie selbstverständlich aus Bambergs Brunnen. Doch können sie auch längeren Hitzeperioden standhalten?
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Bambergs Wasserversorgung trotzt dem mittlerweile halbjährigen Ausbleiben größerer Regenmengen derzeit noch gut. Die 8500 Kubikmeter Wasser fasst der neue Hochbehälter am Altenburghang. Ronald Rinklef
Bambergs Wasserversorgung trotzt dem mittlerweile halbjährigen Ausbleiben größerer Regenmengen derzeit noch gut. Die 8500 Kubikmeter Wasser fasst der neue Hochbehälter am Altenburghang. Ronald Rinklef

  Nicht nur Landwirte und Gartenbesitzer blicken mit banger Miene nach oben. Wann kommt endlich der lang anhaltende Regen? Doch die Entwarnung lässt auf auch nach sechs trockenen Monaten auf sich warten. Wie bereits mehrfach hat sich die Hoffnung auf durchdringenden Niederschlag wieder zerschlagen. Und zum übernächsten Wochenende kündigen die Meteorologen schon die nächste sommerliche Temperaturperiode an.

Staubtrockene Landschaften, Bäume, die im September die Blätter abwerfen und zu Rinnsalen geschrumpfte Bäche? Die außergewöhnliche Wetterlage hat in der Natur schmerzhafte Spuren hinterlassen. Aber auch im Untergrund macht sich das Dauerblau am Himmel bemerkbar. Bayerns Wasserspeicher leben derzeit von der Substanz.

Die Pegel sinken

Abzulesen ist das nirgendwo besser als an den Grundwassermessstellen, die der Freistaat im Land unterhält. Trotz aller geologischen Unterschiede ist der Pegelstand an den meisten Stationen kontinuierlich gesunken. "76 Prozent unserer Stationen haben mittlerweile einen niedrigen oder sehr niedrigen Stand erreicht", sagt der Sprecher des Bayerischen Landesamts für Umweltschutz. Ganz besonders in den Grundwasserstockwerken unter 15 Metern Tiefe wirkt der Regenmangel der letzten Jahre heute noch nach.

Auch Rasengießen bleibt erlaubt

Doch das ist die gute Nachricht am Ende eines Hitzesommers, der sich allenfalls noch mit 2003 vergleichen lässt: Anders als in den Trockengebieten des Mittelmeers muss in der Region rund Bamberg niemand die Rationierung des wichtigsten Lebensmittels befürchten. Bis auf Hetzles im Landkreis Forchheim ist nicht einmal das Bewässern des Gartens amtlich verboten. Der Grund ist einfach: Die Wasser führenden Gesteins- und Sedmentschichten sind zwar nicht mehr prall voll wie im Winter, aber immer noch gut genug gefüllt.

Bamberg profitiert

Ganz besonders Bamberg profitiert von seiner Lage im Zentrum zweier großer Tallandschaften. Der unteridische Grundwasserstrom von den östlichen Höhenzügen Richtung Regnitz ist so stark, dass er selbst längeren Dürreperioden trotzen kann.

Steigender Aufwand

So kommt es, dass von den 103 Brunnen, die die Stadtwerke hauptsächlich im Süden und Südosten unterhalten, bislang erst ein einziger an der Grenze seiner Kapazitäten angelangt ist. Alle anderen schütten bislang unbeeindruckt, so dass Sprecher Jan Giersberg selbst einem eventuellen Anhalten der Dürrephase gelassen entgegen sehen kann. Wegen der Vielzahl der Brunnen und der Zulieferung von Fernwasser sei die Wasserversorgung Bambergs krisenfest, sagt Giersberg, unterstreicht aber auch den steigenden Aufwand, den das städtische Tochterunternehmen in den vergangenen Jahren mit Aufbereitungstechnik, Netzen und Hochbehältern hatte. "Die Versorgungsgsicherheit ist trotz aller Wetterkapriolen hoch, weil wir viel dafür getan haben, um die Schwankungen beim Regen und die Folgen des Klimawandels auszugleichen."

Doch natürlich ist die relative Wassersicherheit unserer Breiten vor allem das Spiegelbild der über viele Jahre hinweg und allen Dürrephasen zum Trotz immer noch feuchten Bedingungen mit 600 bis 700 Litern pro Quadratmeter Regen. Der Filtereffekt des Mehrjahresspeichers Erdschichten dämpft Trockenheiten ebenso wie Regenüberfluss. Was das Trinkwasser angeht, sieht Hans Hemmerlein, Leiter des Wasserwirtschaftsamtes, deshalb keine großen Probleme auf die Region zukommen. "Wir sehen das derzeit ganz entspannt."

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