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Volksfest

Bamberger Sandkerwa: Wie lange wird es sie noch ohne Eintrittsgeld geben?

Bambergs größtes Volksfest steht in den Startlöchern. Kerwa-Fans wie Andreas Deuber fiebern dem Anstich entgegen. Auch in diesem Jahr können sie bei freiem Eintritt feiern - noch.
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Das Festabzeichen der Sandkerwa 2019 in Bamberg; In diesem Jahr müssen deutlich mehr verkauft werden als im vergangenen Jahr, sonst droht womöglich ein festes Eintrittsgeld.
Das Festabzeichen der Sandkerwa 2019 in Bamberg; In diesem Jahr müssen deutlich mehr verkauft werden als im vergangenen Jahr, sonst droht womöglich ein festes Eintrittsgeld.

Andreas Deuber ist ein Kerwa-Fan durch und durch. "Zuerst kommt die Laurenzi-Kerwa direkt vor der Haustür, danach die Sandkerwa", sagt der 36-Jährige voller Vorfreude auf den kommenden Monat. Selbstverständlich für ihn, dass er am letzten Augustwochenende an allen Tagen auf Bambergers größtem Volksfest feiert - und das seit 20 Jahren.

Allerdings vermisst er auch Höhepunkte wie das Maßkrugschieben oder die Bühne mit Live-Musik am Katzenberg, was vor Jahren der Sicherheit zum Opfer fiel. Deshalb sei er eigentlich auch ein Fan der Nicht-Kerwa, die nach der Absage 2017 statt des Volksfestes stattfand. Im Sand wurde damals einfach trotzdem gefeiert. In diesem Jahr allerdings gibt es ein paar Einschränkungen in der Sandstraße: Wegen des einsturzgefährdeten "Sound-n-Art"-Gebäudes muss die halbe Straße und ein Innenhof zur Kerwa gesperrt bleiben.

Was ihm gefallen hat: Die Kneipen hatten länger auf als an der Kerwa, und es waren mehr Bamberger als Auswärtige da.

Kleine Bühne am Katzenberg

Doch kommt jetzt eine gute Nachricht für ihn wie alle anderen Sandkerwa-Fans: "Es gibt wieder eine kleine Bühne am Katzenberg", sagt Horst Feulner, städtischer Geschäftsführer der Sandkerwa GmbH.

Es ist ein Zeichen, dass die Sandkerwa mit ihren rund 200.000 Besuchern auch im zweiten Jahr nach ihrer Rettung weiter mit beliebten Elementen aufwartet. Hatten viele doch die Kommerzialisierung der Kirchweih nach Bekanntgabe der Kooperation von Bürgerverein Sand und Bamberg Congress+Event GmbH der Stadt befürchtet.

Stattdessen wird bei Bambergs größtem Volksfest vom 22. bis 26. August weiter auf traditionelle Elemente wie Hahnenschlag oder Fischerstechen gesetzt. Feulner betont auch, dass die Sicherheit der Besucher immer im Vordergrund steht. Man wolle die kleine Auftrittsfläche am Katzenberg nun ausprobieren und danach weitersehen. Eine große Bühne könne es dagegen aus Sicherheitsgründen nicht geben.

Brennpunkt vor dem Schlenkerla

Unterhalb vom Katzenberg steht bei der Kerwa die Engstelle vor dem Schlenkerla besonders im Fokus der Security. Sollten diese beobachten, dass es dort zu voll wird, lassen die Sicherheitsleute notfalls für eine bestimmte Zeit niemanden mehr in diesen Bereich. "Besucher müssen sich darauf einstellen, dass das passieren kann", sagt Feulner. Es sei zwar keine Patentlösung, aber man habe sich dahingehend mit Sicherheitskräften und der Polizei abgesprochen.

Eine generelle Besucherbegrenzung wird es dagegen bei der Sandkerwa nicht geben. Denn anders als bei Canalissimo seien die Voraussetzungen im Sandgebiet andere. "Das Zählen ist schwierig", sagt Feulner im Hinblick auf ein Zählsystem, das es bei Canalissimo gab. "Es ist schwierig, weil wir keine umzäunte Veranstaltung haben." Und man wolle ein offenes Straßenfest haben.

Das will Andreas Deuber auch. Denn das Fest ist ein Magnet: "Die Sandkerwa ist schon am kultigsten, weil alle wieder nach Bamberg kommen, um zusammen zu feiern." An der Kerwa treffe er sich mit alten Kumpels, die aus allen Himmelsrichtungen nach Bamberg strömen. Am Freitag feiert einer seiner Kumpels immer auf der Kerwa seinen Geburtstag nach. Und für Deuber dürfen ein, zwei Auftritte der Kultband "Endlich Kerwa" nicht fehlen. Einmal stand er sogar auf der Bühne und hat ein Lied im Ahörnla mitgesungen. Deuber lacht.

Abzeichen-Appell an Besucher

Die Festlaune soll nichts drüben. Da passt es ganz gut, dass Besucher auch heuer keinen Eintritt bezahlen müssen. Feulner und der zweite Geschäftsführer der Sandkerwa GmbH, Jürgen Wirth vom Bürgerverein, setzen weiterhin auf die Bereitschaft der Besucher, freiwillig ein Festabzeichen zu erwerben. Im vergangenen Jahr waren laut Feulner zu wenige verkauft worden, nur etwa 11.000 Stück. "Wir müssen aber wesentlich mehr verkaufen, um das Fest in dieser Art zu sichern." Feulner spricht von mehr als 20.000.

Denn die Finanzierung der Kosten für die Kerwa von gut 250.000 Euro steht auf drei Standbeinen: Neben den Sponsoren, die laut Feulner die Kerwa großzügig unterstützen, und den Einnahmen aus den Standgebühren ist der Abzeichenverkauf eines davon. Und der Geschäftsführer verdeutlicht, dass die Kosten schneller steigen als die Einnahmen. Gerade bei der Sicherheit: So wird es heuer etwa auch am Markusplatz eine Straßensperre geben, ähnlich wie an der Unteren Brücke und Markusbrücke.

Feulner und Wirth appellieren deshalb erneut an die Besucher, sich ein Abzeichen zu kaufen, damit eine "dauerhafte Sicherung der Sandkerwa ohne Zäune, ohne Eintrittsgeld und ohne Kommerzialisierung" gelingt. "Wenn das in diesem Jahr nicht klappt, könnte es in Zukunft schwierig werden", verdeutlicht Feulner.

Andreas Deuber fände Eintrittsgeld sehr schlecht. "Dann würde ich mir Gedanken machen, ob ich dort hingehen würde." Dabei mag er die Kerwa. Sein Lieblingsplatz: "In der Kurve vor dem Pizzini, da kommt jeder vorbei, da ist man mittendrin!"

Vorverkauf noch bis zum 19. August:

Abzeichen Der Vorverkauf für die von Willibald Mertl entworfenen Sandkerwa- Festabzeichen startete am 1. August. Noch bis zum 19. August gibt es diese für 3 Euro, danach und an der Kerwa selbst kosten die Abzeichen 4 Euro.

Verkaufsstellen Die Vorverkaufsstellen für das Festabzeichen sind Karstadt, der FT (Austraße), die Rathaus Infothek und die Papeterie im Sand. Die ersten 4000 Festabzeichen-Käufer erhalten zusätzlich ein T-Shirt oder eine Kappe.

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