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Wie der große Stromausfall in Eggenbach angefangen hat

Im Ebensfelder Gemeindeteil Eggenbach dürfte die Reihe der technischen Defekte beim großen Stromausfall am Mittwochabend begonnen haben.
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Kleine Rauchspur, große Wirkung: Das Transformatorhaus in Eggenbach war wohl Auslöser für den Stromausfall am Mittwochabend.
Kleine Rauchspur, große Wirkung: Das Transformatorhaus in Eggenbach war wohl Auslöser für den Stromausfall am Mittwochabend.
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Zwei Kabeldefekte haben am Mittwochabend gegen 19.10 Uhr zu einem großflächigen Stromausfall in den Landkreisen Bamberg, Coburg und Lichtenfels geführt. Das hat gestern Nachmittag das Bayernwerk als für Nordwestoberfranken zuständiger Stromnetzbetreiber auf Anfrage bestätigt.
Entscheidend für die Probleme war der Ausfall eines Netztrafos im Umspannwerk Ebensfeld. Dieser führte bei rund 9000 Haushalten in den Gemeinde- und Stadtgebieten von Zapfendorf, Rattelsdorf, Ebensfeld, Itzgrund und Bad Staffelstein zu einem Stromausfall. "Der Trafo ging nach wenigen Minuten wieder in Betrieb, wodurch der Großteil der betroffenen Kunden schnell wieder versorgt werden konnte", teilte Maximilian Zängl, Leiter Kommunikation und Pressesprecher bei der Bayernwerk AG, mit.
Weil die Lage unmittelbar nach dem Stromausfall kurzfristig unübersichtlich war, wurde auch Kreisbrandinspektor Gerhard Elflein (Birkach; Landkreis Lichtenfels) von der Integrierten Leitstelle in Ebersdorf bei Coburg alarmiert. Es gebe Probleme mit der Transformatorenstation in Eggenbach (Landkreis Lichtenfels), wurde Elflein per Funkalarmierung mitgeteilt. Vor Ort entdeckten die inzwischen ebenfalls ausgerückte Ortsfeuerwehr und der Kreisbrandinspektor, dass Rauch aus dem Trafogebäude drang. Schon auf den ersten Blick erkannten die Feuerwehreinsatzkräfte, dass keine große Gefahr in Verzug war, berichtete Elflein: "Die Tür des verschlossenen Gebäudes war nicht extrem heiß. Da konnte man davon ausgehen: Das ist kein Feuer innen drin."
Um sicherzugehen, alarmierte Elflein eine Feuerwehr nach, die mit einer Ausrüstung zum Löschen mit Schaum ausgestattet ist: "seine" Feuerwehr aus dem Ebensfelder Gemeindeteil Birkach. Ganz so einfach war das aber nicht, berichtete der Kreisbrandinspektor - schließlich war flächendeckend der Strom ausgefallen. Das heißt: Auch in Birkach ging keine Sirene und kein Telefon-Hausanschluss war erreichbar. Allerdings sind die Aktiven der Birkacher Feuerwehr über ihre Mobilfunktelefone gut vernetzt, so dass schnell eine einsatzfähige Gruppe zur Verfügung stand. "Nur das elektrische Tor mussten sie diesmal per Hand öffnen", sagte Gerhard Elflein mit einem Schmunzeln.


Viel Rauch, kein Feuer

Nach dem Öffnen der Zugangstür zum Transformatorengebäude durch einen hinzugerufenen Techniker des Notdienstes der Netzbetreiber bestätigte sich die Einschätzung der Feuerwehreinsatzkräfte: Durch einen technischen Defekt war Öl aus dem Kühlkreislauf des Transformators ausgetreten und in Kontakt mit unter Hochspannung stehenden Teilen gekommen. Die Folge: Das Öl verdampfte und beißender Qualm zog durch Eggenbach. "Ein offenes Feuer hat es aber nicht gegeben", erklärte der Einsatzleiter. Dass das ausgelaufene Öl in die Umwelt gelangen könnte, war nicht zu befürchten. Moderne Stromstationen sind nach dem Wissen Elfleins immer so gebaut, dass ausgelaufenes Öl sicher in einem Behälter oder einem Betonauffangbecken zurückgehalten wird.
Nach Angaben des Bayernwerks waren rund 9000 Haushalte im Dreieck der Landkreise zwischen Lichtenfels, Coburg und Bamberg am Mittwochabend vorübergehend ohne Stromversorgung. Durch den Kabeldefekt in Eggenbach kam es im Umspannwerk Ebensfeld um 19.10 Uhr für wenige Minuten zur Abschaltung eines Transformators. Daraufhin waren rund 9000 Kunden in Ebensfeld, Zapfendorf, Rattelsdorf, Bad Staffelstein, Untermerzbach und Itzgrund ohne Strom. "Nach zehn Minuten waren rund 6000 betroffene Kunden wieder versorgt", berichtete Maximilian Zängl.
Länger dauerte die Behebung der durch die Kabeldefekte bedingten Stromausfälle. Bayernwerk-Servicetechniker vor Ort und Fachkräfte in der zentralen Netzleitstelle des Bayernwerks (Neunburg vorm Wald in der Oberpfalz) arbeiteten an der Fehlerortung und an den notwendigen Schaltmaßnahmen, um die betroffenen Bürger wieder versorgen zu können. Rund 2000 Kunden in Rattelsdorf, Itzgrund und Ebensfeld waren bis etwa 20 Uhr, rund 1000 Kunden bis rund 20.30 Uhr ohne Stromversorgung.


Auch im Itzgrund ging nichts

Im Coburger Land wurde auch Bürgermeister Werner Thomas (SPD) aus der Gemeinde Itzgrund aufgeschreckt. Wie er auf Anfrage berichtete, habe die zentrale Steuerungstechnik der Itzgründer Wasserversorgung einen Stromausfall in Schottenstein gemeldet. Eingreifen musste der Bereitschaftsdienst der Gemeinde nach Angaben von Thomas nicht - der Stromausfall habe keine Folgen für die Infrastruktur der Gemeinde gehabt. Neben Schottenstein hatten auch die Einwohner von Lahm einige Zeit keinen Strom.


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