Bamberg
Steigerwald

Werden bei Ebrach weiter dicke Buchen gefällt?

Was bedeutet das vom Landtag verabschiedete Artenschutzgesetz für die wertvollen Laubbaumbestände des Hohen Buchenen Walds bei Ebrach?
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Der Nationalparkverein kämpft dafür, dass die Altbuchen bei Ebrach nicht mehr unter die Säge kommen.  Foto: M. Wehner
Der Nationalparkverein kämpft dafür, dass die Altbuchen bei Ebrach nicht mehr unter die Säge kommen. Foto: M. Wehner

Bei vielen Naturschützern im Freistaat knallten am Mittwoch die Sektkorken, als im Bayerischen Landtag eine große Koalition von 167 Landtagsabgeordneten für mehr biologische Vielfalt und strengere Vorgaben beim Naturschutz votierte. Doch was bedeuten die neuen Bestimmungen für den Hohen Buchenen Wald bei Ebrach, jenen 780 Hektar großen Forst, um den nun schon seit Jahren gerungen wird? Wird hier weiter Holz eingeschlagen, werden auch die seltenen Altbuchen umgesägt, wie Kritiker klagen? Oder bedeutet die Selbstverpflichtung, zehn Prozent der öffentlichen Wälder aus der Nutzung zu nehmen, auch das Ende im Steigerwaldkonflikt?

Bei den Naturschützern im Bamberger Land überwog am Tag danach eine gewisse Ernüchterung. Anders als erhofft tauchte der Name Steigerwald in den Beschlüssen des Landtags gar nicht erst auf. "Als Franke sehe ich es als schwere Benachteiligung, wenn die Donauauen bei Ingolstadt zu einem Großschutzgebiet erklärt werden und der Steigerwald leer ausgeht", erklärt Liebhard Löffler vom Verein Nationalpark Steigerwald. Hört man Löffler, der für die FDP im Bamberger Kreistag sitzt, wird das seine Mitstreiter aber kaum bremsen: "Wir fordern weiter ein Schutzgebiet von 1200 Hektar. Damit hätte die Region Chancen, den Titel Weltnaturerbe der Menschheit zu erhalten. Das wäre aus unserer Sicht eine Befriedung."

Für MdL Holger Dremel (CSU) aus Scheßlitz ist die Tatsache, dass der Steigerwald im neuen Gesetz nicht auftaucht, eher eine gute Nachricht. Dremel glaubt nicht, dass es nötig ist, über die vom Forstbetrieb definierten Trittsteine hinaus Flächen aus der Nutzung zu nehmen. "Wir sollten die Wertschöpfung vor Ort halten." Hoffnungen für den Titel "Welterbe der Menschheit" hegt Dremel nicht: "Ich strebe das Europäische Kultursiegel an." Und was passiert nun mit dem umstrittenen Wald? Laut Dremel entscheidet das Landwirtschaftsministerium, welche Gebiete aus der Nutzung genommen werden, um das Zehn-Prozent-Ziel zu erreichen.

Wie ihr Kollege von der CSU hat auch die grüne Landtagsabgeordnete Ursula Sowa für den Gesetzentwurf gestimmt. Dennoch hat Sowa ganz andere Informationen über die Zukunft des umkämpften Waldgebiets. Sowa will erfahren haben, dass der Hohe Buchene Forst "gerettet" ist. Zwar verweigere die Staatsregierung einen Titel, "doch es soll künftig keine Eingriffe in dem Wald mehr geben".

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