Bamberg
Checkliste Pflege

Pflegefall: Wer hilft? Was kostet's? Welche Zuschüsse gibt es? Die wichtigsten Fragen.

Praxiswissen: Hier gibt's die wichtigsten Tipps rund um Organisation und Finanzierung der Pflege.
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Pflegekräfte helfen, wo es im Alltag nötig ist: Frühstück gehört dazu.Robert Kneschke/Fotolia
Pflegekräfte helfen, wo es im Alltag nötig ist: Frühstück gehört dazu.Robert Kneschke/Fotolia

Das Familienministerium hat ein Pflegetelefon eingerichtet. Unter 030 / 20 17 91 31 helfen Experten montags bis donnerstags von 9 bis 18 Uhr kostenlos bei Fragen zu Organisation und Finanzierung der Pflege (auch per Mail an info@wege-zur-pflege.de). Auf seinem Informationsportal www.wege-zur-pflege.debietet das Ministerium auch eine Linkliste mit Beratungsstellen und Informationen zur Familienpflegezeit: Angehörige können sich bei Pflegefällen bis zu 24 Monate teilweise von der Arbeit freistellen lassen. Persönliche Beratung bekommen gesetzlich Versicherte bei den Pflegestützpunkten. Privat Versicherten hilft die "Compass Pflegeberatung" unter 0800 / 101 88 00 (montags bis freitags von 8 bis 19 Uhr, samstags von 10 bis 16 Uhr). Außerdem gibt es regionale Beratungsstellen z.B. in den Quartiersbüros und den Fachstellen für pflegende Angehörige bei den Wohlfahrtsorganisationen. nat

1. Wer hilft?

Das Familienministerium hat ein Pflegetelefon eingerichtet. Unter 030 / 20 17 91 31 helfen Experten montags bis donnerstags von 9 bis 18 Uhr kostenlos bei Fragen zu Organisation und Finanzierung der Pflege (auch per Mail an info@wege-zur-pflege.de). Auf seinem Informationsportal www.wege-zur-pflege.debietet das Ministerium auch eine Linkliste mit Beratungsstellen und Informationen zur Familienpflegezeit: Angehörige können sich bei Pflegefällen bis zu 24 Monate teilweise von der Arbeit freistellen lassen. Persönliche Beratung bekommen gesetzlich Versicherte bei den Pflegestützpunkten. Privat Versicherten hilft die "Compass Pflegeberatung" unter 0800 / 101 88 00 (montags bis freitags von 8 bis 19 Uhr, samstags von 10 bis 16 Uhr). Außerdem gibt es regionale Beratungsstellen z.B. in den Quartiersbüros und den Fachstellen für pflegende Angehörige bei den Wohlfahrtsorganisationen.

2.  Welche Leistungen gibt es?

Wie viel die Pflegekasse zahlt, richtet sich nach dem Pflegegrad. Er berücksichtigt psychische und physische Faktoren und wird durch einen Gutachter des Medizinischen Dienstes (MDK) ermittelt. Das muss bei der Pflegekasse beantragt werden. Bei schwerster Beeinträchtigung der Selbstständigkeit mit besonderen Anforderungen an die pflegerische Versorgung gibt es den höchsten Pflegegrad 5, bei dem monatlich 901 Euro Pflegegeld bei ambulanter Pflege bezahlt werden und bei stationärer Pflege 2005 Euro übernommen werden. Der niedrigste Pflegegrad ist Pflegegrad 1 für geringe Beeinträchtigung. Dieser ist kein vollwertiger Pflegegrad: Es gibt kein Pflegegeld für ambulante Pflege, bei vollstationärer Pflege werden 125 Euro gezahlt. Aber wie bei den anderen Pflegegraden gibt es zusätzliche Hilfen: u.a. pro Monat 125 Euro für Betreuungs- und Entlastungsleistungen (z.B. für haushaltsnahe Dienstleistungen und Alltagsbegleitung), 40 Euro für Pflegehilfsmittel (z.B. Inkontinenzbedarf), bis zu 4000 Euro für Wohnumfeldverbessernde Maßnahmen (z.B. für Badumbau oder Treppenlift). Grundsätzlich ist empfehlenswert, sich bei einer Beratungsstelle zu erkundigen, welche Förderung und Hilfe für den persönlichen Fall in Frage kommt. Es gibt auch regionale Unterstützungsangebote. Ab Pflegegrad 2 zahlt außerdem der Freistaat jährlich 1000 Euro Landespflegegeld. Den Antrag gibt's auf www.landespflegegeld.bayern.de.

3. Wie findet man ein Pflegeheim?

Zur Auswahl eines Pflegeheims wird häufig der "Pflege-Tüv" herangezogen - allerdings ist das Benotungssystem umstritten. Voraussichtlich 2019 wird ein neues Qualitäts-Bewertungssystem eingeführt. Dennoch beantwortet der Pflege-Tüv Fragen zur Entfernung der Einrichtung, zu Ausstattung und Kosten. Der Verband der Ersatzkassen (VDEK) bündelt Informationen auf www.pflegelotse.de, außerdem gibt es verschiedene andere Versuche, die Pflegequalität zu analysieren: www.pflegegüte.de/ oder auch www.heimverzeichnis.debieten eine Orientierungshilfe. Die Bertelsmann-Stiftung hat auf www.weisse-liste.de Informationen zur Heimplatz-Suche und eine Checkliste mit den wichtigsten Fragen zusammengestellt.

4. Was kostet ein Pflegeplatz?

Ein Pflegeheimplatz kostet in Deutschland monatlich im Schnitt etwa 3000 Euro - mit großen Schwankungen je nach Region und Ausstattung. Bei vollstationärer Pflege übernimmt die Kasse je nach Pflegegrad zwischen 125 und 2005 Euro Pflegekosten. Die Kosten eines Heimplatzes enthalten aber auch Dinge wie die Instandhaltung des Gebäudes sowie Unterbringung und Verpflegung. Der Pflegebedürftige trägt einen großen Teil selbst: .

5. Müssen Kinder Elternunterhalt zahlen?

Für einen Pflegeplatz reichen Rente und das Geld aus der Pflegeversicherung oft nicht. Ist keine private Pflegezusatzversicherung und kein ausreichendes Vermögen vorhanden, kommt für den Rest das Sozialamt auf. Dafür muss "Hilfe zur Pflege" beantragt werden. Ob die Kinder Elternunterhalt zahlen müssen, hängt von ihrem Einkommen und Vermögen ab. Alleinstehende dürfen mindestens 1800 Euro ihres monatlichen Einkommens für sich behalten, bei Verheirateten liegt der "Mindestselbstbehalt" bei 3240 Euro. Dieser Betrag steigt z.B. bei höheren Wohnkosten als 480 Euro, unterhaltsberechtigten Kindern, Kreditzahlungen für die selbst genutzte Immobilie. Diese wird nicht angetastet, sonstiges Vermögen nur, wenn es den Grenzwert übersteigt: Der liegt z.B. bei einem 50-jährigen Durchschnittsverdiener um die 130 000 Euro.



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