Hirschaid
Heimatabend

Wenn die Hirschaider ihre Heimat feiern - "FT bei uns"

Es war der Abend derer, die dafür sorgen, dass im Ort was los ist: Die Vereine und Aktiven. Auf der Veranstaltung "FT bei uns" haben sie gezeigt, was sie ausmacht. Da wurde etwa die Moderatorin von der Feuerwehr gerettet und von der ganzen Halle das "Häschaader" Lied gesungen.
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Da stand die ganze Halle und machte mit: Unter Anleitung des TSV Hirschaid konzentrierten sich die rund 700 Zuschauer auf die Finger-Übung zur Lockerung nach dem langen Sitzen. Fotos: Matthias Hoch
Da stand die ganze Halle und machte mit: Unter Anleitung des TSV Hirschaid konzentrierten sich die rund 700 Zuschauer auf die Finger-Übung zur Lockerung nach dem langen Sitzen. Fotos: Matthias Hoch
Na die traut sich was! Moderatorin Anette Schreiber kniet sich hin, zückt den Rockzipfel der Dame im Dirndl und prüft deren lange Unterhose: "Sin des aa echte Stehbrunzer?" Diese Frage muss sich der Ebrachtaler Trachenverein gefallen lassen, schließlich marschiert er mit fränkischer Tracht auf die Bühne.

Klar, dass bei einem Heimatabend die Tracht nicht fehlen darf. So trugen auch Mädels des Vereins "Tanzrhythmus", die Böllerschützen vor der Regnitz-Arena, Spargelbauern und gewissermaßen auch die Musiker-Truppe "Seigendorfer Bergleute" - wenn auch aus Pappe - die traditionelle Kleidung.
In Sachen Ausstaffierung gab es überhaupt viel zu gucken an diesem Abend: Eine Abordnung der DLRG stand in voller Montur auf der Bühne, vom Trockenanzug bis zum Strömungsretter.

Bei Ultra-Streckenläufer Patrick Gensel, der gerne mal 80 Kilometer läuft, war man wegen der unglaublich muskulösen Oberschenkel von der übrigen Kleidung abgelenkt.

Die Sportler vom TSV Hirschaid animierten in ihren blauen Vereinsjubiläums-T-Shirts die Zuhörer in der Arena zum Mitmachen - ein paar Lockerungsübungen für Büromenschen. Sportlich gekleidet waren auch die Radfahrfreunde, die erst mal eine Runde durch die Halle düsten. Wer Lust auf eine Tour hat: Am Sonntag geht es zur Altenburg nach Bamberg. Ebenfalls auf Tour, und zwar verbal durch das Hirschaider Umland, nahm Heimatdichter Kilian Prell die Zuhörer. Er leuchtete in seinem Polo-Shirt genauso rot wie der gesamte Gesangsverein aus "Häschaa". Die Gruppe sang, passend zum Heimatabend, das Frankenlied sowie "Frankenmadla".

Genau in der umgedrehten Farbkombination, nämlich schwarz mit einem Farbtupfer rot, sang der Gospelchor "Newcomers". Ein ganz bunter Haufen, sowohl farblich als auch in Bezug auf ihre Körpergröße, waren die kleinen Sänger vom Spatzenchor der Chorjugend.

Generell wurde viel gesungen an diesem Abend. So erzählten die Damen vom "Frauenbund" anhand eines Liedes, was der Frauenbund ist. Und ihre Männer, warum sie sich zu den "Frauenbund-Geschädigten" zusammen getan haben.

Be-schädigt war dagegen die technische Ausstattung der Tell-Schützen. Deren geplante Vorführung mit dem "Lichtpunktgewehr" funktionierte leider nicht. Ein anderer "Unfall" entpuppte sich dagegen als geplanter Programmpunkt: Ein Hund vom Verein für Deutsche Schäferhunde "biss" Moderatorin und FT-Redakteurin Anette Schreiber in den "Beißarm" - nur seine Spielzeug-Beute.

Feuerwehr rettet die "Schreibera"
Alles andere als Spielzeug war dagegen die massive technische Ausstattung, mit der die Hirschaider Feuerwehren eine Autotüre zerlegen. Vorher hatten sie "die Schreibera" in einer Schau-Übung mit Atemschutzträgern aus dem Kunstnebel auf der Bühne "gerettet". Auch die Feuerwehrler zeigten, in wie vielen verschiedenen Kluften man unterwegs sein kann. Die Kinder waren besonders angetan vom knallgrünen Chemikalienschutzanzug.
Apropos Kinder: Einen riesen Applaus erntete der Nachwuchs der Theatergruppe für seine zwei perfekt vorgetragenen Sketche. Ernster wirkte dagegen Bücherei-Leiterin Regine Dinkel, die energisch Werbung für ihre Institution machte. Ebenfalls eine Institution ist der VdK, in Hirschaid der zweitgrößte im ganzen Landkreis. Aus letzterem kommen Gäste gerne mal in die Frankenlagune zum schwimmen, die Betriebsleiter Willi Brückner vorstellte - leider nicht in Badelatschen.

Schreiten statt latschen konnten die Akteure zu den Stücken der Hirschaider Blasmusik, die musikalisch für die fränkische Note sorgte. Für die geschmackliche Note und die Bewirtung waren unter anderem die Obst- und Gartenbauvereine zuständig. Die Einnahmen des Abends werden an den leukämiekranken Sohn der Basketballlegende Rick Stafford gespendet, was gleich zu Beginn des Abends bekannt gegeben wurde.

Das Ende beschloss die Natalie Schönberger mit ihrer akrobatischen Vorführung an der Stange, dem so genannten "Pole Dance". Da gab es dann wieder viel zu gucken.


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