Bamberg

Wenn der Harry mit dem Harald

Autor Harry Luck stellt im Krimi-Bus sein neues Werk "Der Frankenbulle" vor.
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Krimi-Lesung im Stadtbus: Harry Luck bei einer etwas anderen "Öffentlichkeitsarbeit" Fotos: Ronald Rinklef
Krimi-Lesung im Stadtbus: Harry Luck bei einer etwas anderen "Öffentlichkeitsarbeit" Fotos: Ronald Rinklef
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Gerade einmal etwas mehr als dreißig Karten stehen jeweils für die drei literarischen Busfahrten durch Bamberg zur Verfügung, die zum aktuellen BamLit-Festival angeboten werden. Da nimmt es nicht Wunder, dass die Tour mit dem Bamberger Krimiautor Harry Luck am Sonntagnachmittag schon lange ausgebucht war.

"Der Frankenbulle", so der Titel des neuesten Bamberg-Krimis von Harry Luck, der offiziell erst am 20. Februar in die Buchhandlungen kommt, konnte jede Menge "Ersttäter", aber auch langjährige Fans des von Luck ersonnenen Kommissars Horst Müller und seiner Kollegin Paulina Kowalska anlocken. Den großen Wagen für die Krimitour zur Kaffeezeit, bei der man gerne auch eine Tasse Filterkaffee nach Art des Kommissars Müller genommen hätte, fuhr Fahrdienstleiter Harald Wessely vor. Alle, die jemals schon mit den Bussen der Stadtwerke unterwegs waren, kennen den sympathischen Herrn im Volant.

Ideales Duo

Also ein ideales Duo für die Tour ab dem Zentralen Omnibusbahnhof hin zum Kranen, zur Polizeiinspektion, dem Bowling Center und zurück über die Wunderburg wieder zum ZOB. Verstärkung gab's bei dieser Krimitour für Harry und Harald durch Asli Heinzel von der Buchhandlung Osiander und Festival-Schirmherrin Tanja Kinkel.

Vier Schlüsselszenen las Harry Luck, der im Brotberuf Chef der Öffentlichkeitsarbeit im Erzbistum Bamberg ist, aus dem "Frankenbullen" und er dürfte damit die Mitreisenden auf der Krimitour genug angefixt haben, dass sie am 20. Februar die Bamberger Buchhandlungen belagern wie seinerzeit, wenn es galt den neusten Band der Harry-Potter-Saga zu ergattern. Na ja, ganz so groß wird der Run nicht sein. Andernfalls müsste sich der Bischof vielleicht bald einen neuen Pressechef suchen. Aber genug orakelt. Der Krimi mit dem unschlagbaren Titel "Der Bamberger Bullenreiter", in dem Kommissar Müller im Diözesanmuseum oder im erzbischöflichen Palais ermitteln muss, der steht eh noch aus.

Plakatives Lokalkolorit

Im aktuellen Fall geht es erst einmal auf eine Tour hinter die Kulissen der Film- und Fernsehbranche. Eine Autorin von höchst erfolgreichen Regionalkrimis hat sich selbst ins Drehbuch für den neuesten Franken-Krimi, der in Bamberg abgedreht wird, hineingeschrieben. Sie wird laut ihres Drehbuches das Mordopfer, aber eben auch ganz real. Der tödliche Schuss fällt auf der Oberen Brücke, die tote Autorin ins Wasser und die Auflösung des Falles bei der Krimitour mit Harr Luck natürlich auch.

Nachlesen kann man das alles im "Frankenbullen", wenn er in den Buchhandlungen aufliegt.

Dass der "Frankenbulle" kein Ladenhüter wird, dürfte klar sein. Recht geschmeidig und mit allerlei plakativem Lokalkolorit hat Harry Luck seinen Krimi geschrieben und ausgestattet, so dass man gerne zu dieser eher leichten Lektüre greifen mag. An der Seite von "Luck-Kluftinger" Horst Müller wird die Suche nach dem Täter zu einem Tauchgang in der Regnitz und in alle Klischees, die die Welt für uns Franken bereithält. Das ist stellenweise recht banal und vorhersehbar, oft aber amüsant und witzig formuliert und führt wenigstens beim Leser nicht zu späterer Reue. Die literarische Busfahrt mit Harald und Harry hat jedenfalls gefallen.

Zum Buch Harry Luck: "Der Franken-Bulle", Kriminalroman. Erschienen im Emons- Verlag, Köln, 2020

Originalausgabe. ISBN 978-3-7408-0800-6, 240 Seiten, 12 Euro. Auch als E-Book erhältlich.

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