Bamberg

Wenn das Spiel Emotionen weckt

Lust, Leidenschaft und viel Lachen gibt es laut Regisseurin Petra Wenzl bei den wöchentlichen Treffen der Theatergruppe Rampenfieber. Das neue Stück "Abendfrieden" soll politisch, unterhaltsam und reichlich skurril werden.
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Rampenfieber ist eine reine Frauentheatergruppe. Foto: p
Rampenfieber ist eine reine Frauentheatergruppe. Foto: p

In dieser Woche stellen wir die Theatergruppe Rampenfieber vor, die ebenfalls der Interessengemeinschaft Freie Darstellende Künstler angehört. Im Gespräch berichtet Regisseurin Petra Wenzl, was die besondere Dynamik einer reinen Frauentheatergruppe ausmacht und welche caritativen Projekte von den Rampenfieber-Stücken profitieren.

Was ist das Besondere an Ihrem Ensemble?

Petra Wenzl: Unser Ensemble macht in erster Linie aus, dass wir eine reine Frauentheatergruppe sind. Diese Besonderheit birgt eine ganz eigene Dynamik, sowohl im Spiel als auch bei den Proben. Mit Lust, Leidenschaft und viel Lachen treffen wir uns einmal wöchentlich und das bereits seit 15 Jahren! Rampenfieber ist über diesen langen Zeitraum nicht nur immer enger zusammengewachsen, sondern so auch für jede von uns lebensbegleitend geworden.

Als weitere Besonderheit kann die Entstehungsgeschichte unseres Ensembles gesehen werden: Während meiner Ausbildung zur Theaterpädagogin konnte ich diese Gruppe - seit ihrer Gründung im Jahr 2004 weitestgehend in der "Urbesetzung" bestehen geblieben - für meine Abschlussarbeit gewinnen. Hieraus ist tatsächlich ein immer stärkeres Interesse und wachsende Spielfreude entstanden und schließlich auch der Wunsch, Stücke auf die Bühne zu bringen. Experimentieren, sich ausprobieren, die Bühne als Spielort oder der Spielort als Bühne - alles ist denkbar! Mit diesem Verständnis probieren wir auch unkonventionellere Ansätze des Theaterspielens, wie beispielsweise "walkacts": eine Alltagssituation wird hierbei in eine "unsichtbare" Bühne verwandelt, jeder wird teilweise unbemerkt mit einbezogen.

Da sich meist erst kurz vor der Premiere Termindruck aufbaut, können wir unseren Probenzeitraum individuell gestalten und ganz auf unsere Bedürfnisse abstimmen. Die Auswahl eines Stückes treffen wir gemeinsam. Bei der Rollenverteilung werden auch die Ressourcen und die jeweilige Alltagssituation der einzelnen Darstellerinnen berücksichtigt. Zudem unterstützen wir mit unseren Auftritten immer wieder caritative Projekte (Medica mondiale, Ärzte ohne Grenzen, eine Schule für Bissau).

Wie ist Ihre Leidenschaft für die darstellenden Künste entstanden?

An dieser Stelle hat sicher jede Frau ihre eigene Biographie und somit Antwort auf diese Frage, wie beispielsweise die Lust, sich auszuprobieren und die eigene Wirkung auf andere zu entdecken, in andere Rollen zu schlüpfen, sich in immer wieder andere Charaktere zu verwandeln, also "verschiedene Schuhe" tragen zu können. Auch macht es großen Spaß, festzustellen, dass das eigene Spiel Emotionen bei den Zuschauern weckt.

Was mich als "Leiterin" der Gruppe angeht, so vermischen sich hier die Antworten, und ich zitiere wieder, wie bereits oben erwähnt, meine Ausbildung zur Theaterpädagogin: Eigene Spielfreude, Freude an improvisierenden Spiel- und Ausdrucksformen haben mich zur Ausbildung zur Theaterpädagogin bewogen. Die große Spielfreude der Frauen und meine eigene Begeisterung für unser Projekt "Rampenfieber" machen es uns allen unmöglich aufzuhören!

Was sind Ihre aktuellen/anstehenden Projekte?

Für unser letztes Stück, "Benefiz - Jeder rettet einen Afrikaner", ein Theaterstück von Ingrid Lausund, haben wir sehr viel Zuspruch erfahren. Wir hatten neben den geplanten Vorstellungen weitere Anfragen für Zusatzvorstellungen erhalten, beispielsweise vom "LUI20". Zudem fuhren wir zu einem Gastspiel nach Österreich.

Auch in unserem neuen Stück "Abendfrieden", einer Satire von Ingrid Schuppe, wird es durchaus wieder politisch, unterhaltsam und reichlich skurril! Die Rollen sind verteilt und unsere Proben haben begonnen.

Welchen Bühnenmoment werden Sie nicht so schnell vergessen?

Alle Momente, in denen das Publikum anders reagiert als erwartet, sind besondere Momente; also jede Aufführung hat ihre besonderen Momente! Zudem die Momente, in denen die Darstellerinnen sich bei kleinen Hängern gegenseitig retten, ohne dass das Publikum dies bemerkt. Auf einer großen Bühne wie der "Alten Seilerei" zu spielen vor ausverkauftem Haus oder Standing Ovations bei unserem Gastspiel in der Steiermark mit dem Stück "Benefiz".

Wo wollen Sie in fünf Jahren stehen?

Wir wünschen uns für Rampenfieber ganz besonders, dass gerade diese Spielfreude, die Leidenschaft für weitere gemeinsame Projekte und Visionen auch in fünf Jahren noch zu spüren ist und wir weiterhin unsere Zuschauer mit unseren Ideen begeistern und sämtliche Bühnen rocken!

Die Fragen stellte Stefan Fößel.

Steckbrief:

Name Rampenfieber e.V.

Ensemble-Größe 10 Frauen (8 Darstellerinnen, 1 Souffleuse, 1 Regisseurin)

Gründung 2004

Kontakt www.rampenfieber-bamberg.de

Spielorte Chapeau Claque Theater, Grafensteinstr. / Neues Palais e.V., Luitpoldstr. / Stadtbücherei im Deutschen Haus / Blaue Glocke, Sandstraße / Klinik Schwabthal / Wertheim (Gastspiel) / Alte Seilerei / Johanniskapelle am Stephansberg / Begegnungsstätte Lui20 / Großklein (Gastspiel in Österreich)

Besucher 2018 circa 500

Proben einmal wöchentlich außerhalb der Ferien Serie Wer Teil der Serie "Bühne frei" werden möchte, kann sich direkt bei uns bewerben. Schreiben Sie dafür einfach an Fränkischer Tag, Lokalredaktion Bamberg, Augustenstraße 2a, 96047 Bamberg, oder per E-Mail an redaktion.bamberg@infranken.de, Stichwort "Bühne frei".red/fö

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