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Bamberg
Weinfest

Weinberg am Michelsberg - Bamberg kann auch Wein

Der Michelsberger Weinberg präsentiert seinen dritten Weinjahrgang. Winzer Martin Bauerschmitt hat abermals einen guten "Bamberger Wein" kreiert. Der Erlös des Festes fließt in die Sanierung von St. Michael.
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Ein imposanter Blick bietet sich über den Weinberg hinweg auf die Bamberger Altstadt. Fotos: Martin Wohlgetan
Ein imposanter Blick bietet sich über den Weinberg hinweg auf die Bamberger Altstadt. Fotos: Martin Wohlgetan
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Der Weinberg am Michelsberg hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Schon Petrus Zweidler von Teuschnitz sah in seinem "Gründlichen Abriß der Stadt Bamberg" aus dem 17. Jahrhundert einen Weinberg vor, genau am Hang zwischen dem Michelsberg und dem Domberg. Auch andere Quellen bezeugen glaubhaft, dass es seit dem späten 12. Jahrhundert einen fürstbischöflichen Weinberg am Fuße des Michelsbergs gab. Die Säkularisation in Folge der Napoleonischen Kriege und einige harte Winter machten zu Beginn des 19. Jahrhunderts aus dem Weinberg einen Streuobstgarten, der mit einer Laissez-faire-Haltung kultiviert wurde. In seiner jetzigen Gestalt gibt es ihn - nach langen, zähen Querelen - erst seit 2009 wieder.

Doch was in der Vergangenheit liegt, interessierte am vergangenen Wochenende nur am Rande.
Der Förderverein zur Nachhaltigkeit der Landesgartenschau Bamberg 2012 sowie der kultivierende Winzer, Martin Bauerschmitt aus Ziegelanger, hatten zum Weinfest geladen und so stand in erster Linie das hauseigene Produkt, der gegenwärtige Wein aus dem Michelsberger Weinberg im Mittelpunkt.

Bauerschmitt hatte sich nach der Rebstockbepflanzung im Jahre 2009 für einen Silvaner entschieden, der nunmehr im vierten Jahr angebaut wird. Mit dem bisherigen Ertrag ist der junge Winzer sehr zufrieden: "Unser Jungfernwein 2011, den wir dann zur Landesgartenschau als Sonderedition verkauft haben, war schon fast eine Spätlese, also qualitativ sehr zufriedenstellend."

Der heute 31-jährige Bauerschmitt hatte sich seinerzeit spontan um die Bewirtschaftung beworben. Neben der hervorragenden Lage und dem Bamberger Sandboden reizte ihn vor allem auch die historische Verantwortung wie auch die öffentliche Wahrnehmung. Der 2013-er-Jahrgang sorgt nun abermals für eine positive Resonanz, nicht nur direkt am Fest, auch daheim in Ziegelanger "wird der Bamberger Wein immer mehr gefragt." Der gute Jahrgang kommt auch der Bürgerspitalstiftung zugute, die ein eigenes Kontingent verkauft, das unter anderem wieder in die Sanierung der Michelsberger Kirche fließt.

Die Bewirtschaftung des ehemaligen Schweinestalls, jetzt Winzergebäude, am Fuße des Michelsbergs ging auf die private Initiative von Annerose Ackermann zurück, die sich - wie passend - "aus einer Weinlaune heraus" entwickelt hat, wie sie mit einem breiten Lächeln verrät. "Das ist so ein schönes, renoviertes Ambiente hier, das wäre doch schade, wenn das nicht mal genutzt wird", erklärt sie weiter ihre Idee.

Bewirtschaftet wird das Gebäude ehrenamtlich, die Erlöse kommen ebenfalls der Sanierung der Michelsberger Kirche zugute. Im vergangenen Jahr kamen aus der Verbindung Weinfest und Federweißerabend (der regelmäßig im September stattfindet) immerhin 2000 Euro zusammen. "Keine Riesensummen, aber das Kleinvieh soll ja auch gut sein", bilanziert Ackermann mit einem kleinen triumphierenden Lächeln. Ausgeschenkt wurden am Wochenende die beiden Weinberg-eigenen Silvaner von 2012 und 2013, "die sind beide sehr vorzüglich", während eine Bedienung den 2012er favorisiert: "Der hat ein bisschen mehr Pfeffer."

Martin Bauerschmitt zog schon am Sonntagmittag ein positives Fazit: "Unser Weinvorrat ist fast aufgebraucht." Ob es am Wein oder an der Zuschauermenge lag, ließ er verschmitzt grinsend unbeantwortet.

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