Bamberg
Neuerscheinung

Weihbischof Radspieler erhält Sammelband als Abschiedsgeschenk

Das Domkapitel hat Weihbischof Werner Radspieler anlässlich seiner Verabschiedung in den Ruhestand das Buch "Die Weihbischöfe in Bamberg" geschenkt. Der Sammelband wartet mit überraschenden und neuen Ergebnissen auf.
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Weihbischof Werner Radspieler (li.) und Erzbischof Ludwig Schick blättern in der Festgabe. Foto: Ronald Rinklef
Weihbischof Werner Radspieler (li.) und Erzbischof Ludwig Schick blättern in der Festgabe. Foto: Ronald Rinklef
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Alles, was Rang und Namen rund um den Domberg hat, war ins Diözesanarchiv am Regensburger Ring geeilt. Werner Radspieler nahm diesen illustren Auftrieb in der ihm eigenen Bescheidenheit gelassen hin. Schließlich galt die Zusammenkunft ihm, dem frischgebackenen Ruheständler, dem bisher Dienstältesten Weihbischof in Bayern.

Das Metropolitankapitel machte also ernst. Die Domherren hatten Radspieler als Festgabe anlässlich seiner Verabschiedung ein Buch versprochen. Das lag zwar nicht pünktlich vor. Doch nun konnten die Herausgeber Domkapitular Norbert Jung und Archivdirektor Andreas Hölscher das 350-Seiten starke Werk "Die Weihbischöfe in Bamberg" überreichen.

"Wunderbares Geschenk"
"Manche bekommen zur Pensionierung einen Fernsehsessel oder ein Fahrrad", bemerkte Werner Radspieler trocken an.
"Ich freue mich über dieses Buch, es ist ein wunderbares Geschenk", fügte er breit lächelnd hinzu. Zumal er in seiner Laufbahn "immer viel mit Büchern zu tun hatte", nicht zuletzt als Vorsitzender der Jury Kinder- und Jugendbuchpreis der Deutschen Bischofskonferenz.

Nun, ein Märchenbuch ist dieses neue Kaleidoskop Bamberger Bistumsgeschichte wahrlich nicht. Renommierte und versierte Autoren haben Daten, Fakten und Histörchen über 48 Weihbischöfe zusammengetragen: versehen mit einem umfassenden Anmerkungsapparat und weiterführenden Literaturhinweisen. Dabei präsentieren die Autoren überraschende und neue Ergebnisse. Denn eine solche Zusammenschau über das Leben und Wirken der Bamberger Weihbischöfe gab es bislang noch nicht. So solle dieser Sammelband auch ein "Anstoß für die Diözesangeschichtsforschung" sein, hob Herausgeber Hölscher hervor.

Fülle an Details
Für Geschichtsbewusste und kirchlich Interessierte bietet diese Festgabe eine Fülle an Details. Etwa über den ersten nachgewiesenen und offiziell beauftragten Weihbischof in Bamberg namens Inzelerius (1273/80-1299), ein Augustinereremit mit Bischofsweihe. Oder über die Weihbischöfe des Mittelalters und des 18. Jahrhunderts sowie natürlich über die Würdenträger der Neuzeit. Gerade die Kapitel über die Weihbischöfe Joseph Kolb (1935-1943), Artur Michael Landgraf (1943-1958), Johannes Lenhardt (1959-1966) und Martin Wiesend (1967-1985) lösen so manchen Aha-Effekt aus: durch die relative zeitliche Nähe und der Tatsache geschuldet, dass ihre Namen im Bamberger Bewusstsein noch immer fest verankert sind.

Der einleitende Abschnitt widmet sich kirchenrechtlichen Anmerkungen zum Amt des Weihbischofs, des "bischöflichen Bruders", wie Domdekan Hubert Schiepek schreibt. Er löst Fragen auf wie "Was ist ein Weihbischof?" oder "Was macht ein Weihbischof?" und charakterisiert ihn trefflich als ersten und vorrangigen Mitarbeiter des Diözesanbischofs.

Das letzte Kapitel beleuchtet natürlich den bisher letzten Weihbischof: Werner Radspieler selbst, den "Caritas-Bischof", den zweimaligen Diözesanadministrator, den Seelsorger. "Seine wertvolle und wichtige Arbeit für das Erzbistum wird durch dieses Buch zum Ausdruck gebracht", erklärte Erzbischof Ludwig Schick bei der Präsentation. "Wir wissen, was wir an unserem guten, verlässlichen, solidarischen Weihbischof Werner Radspieler hatten, haben und haben werden", ergänzte Schick.

Die Festgabe ist sicher mehr als ein Last-minute-Tipp für den weihnachtlichen Gabentisch. Freude bereitet dieses reich bebilderte Buch allemal. Auch über den 24. Dezember hinaus.


 
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