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Was Wohnungssuchende in Bamberg wissen sollten

Wohnraum in Bamberg ist heiß begehrt, schon der Weg zum Besichtigungstermin ist umkämpft. Wie können Interessenten ihre Chancen verbessern? Durch Offenheit und Transparenz, sagt Immobilienmaklerin Daniela Brodmerkel.
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Foto: onairjiw, AdobeStock.com
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Wenn Daniela Brodmerkel eine neu zu vermietende Wohnung auf ihre Homepage stellt, überschlägt sich ihr Mail-Account in kürzester Zeit. "40 Anfragen in der ersten Stunde sind keine Seltenheit, da schaffen wir es leider oftmals nicht, uns bei allen Anfragen zurückzumelden", sagt die erfahrene Maklerin. Sie analysiert die Anfragen, telefoniert mit den Wohnungssuchenden, macht mit ihnen Besichtigungstermine aus - bevor es am Schluss zum entscheidenden "Date" zwischen Vermieter und potenziellem Mieter kommt.

"Wir versuchen auch schon immer darauf zu achten, ob der potenzielle Bewerber zur Gemeinschaft des Objektes, der Nachbarschaft und den Vermietern passen könnte", sagt Brodmerkel. "Das erspart beiden Seiten viel Ärger und Zeit." Letztlich komme es bei der Entscheidungsfindung nicht zuletzt auch auf Sympathie und die Persönlichkeit der Interessenten an. Und weil auch die Vermietertypen unterschiedlich sind, eröffnen sich für unterschiedlichste Bewerber Möglichkeiten: "Ich habe erst kürzlich einer Familie mit fünf Kindern und einem Hund eine Wohnung im Stadtgebiet vermittelt. Diese hat sich am Ende gegen eine Wohngemeinschaft durchgesetzt."

Wenn sie einige Punkte beachteten, könnten Mieter in spe dazu beitragen, dass sich ihre Chancen bei der Wohnungssuche deutlich verbessern. "Wer sich im Gespräch natürlich und offen gibt, macht schon mal nichts falsch", sagt die Immobilienmaklerin. Suche auf allen Kanälen

Wer nach freien Wohnungen sucht, sollte auf unterschiedlichsten Kanälen forschen. Im Immobilienteil des Fränkischen Tags präsentieren wir samstags auch Mietgesuche und -angebote, ebenso auf immo.infranken.de. Reichweitenstarke Immobilienportale sind unter anderem www.immowelt.de, www.immobilienscout24.de, vorrangig an Studierende richtet sich das Wohnungsmarkt-Forum von www.feki.de. Daniela Brodmerkel macht jedoch darauf aufmerksam, dass viele Immobilienmakler Angebote auch oft erst über die eigene Homepage öffentlich machen - entsprechend lohnt sich auch eine Internet-Recherche bei den Bamberger Maklern. Dabei ist auch eine gewisse Flexibilität von Vorteil: "Nicht jeder muss auch im Stadtzentrum wohnen. Ich konnte zum Beispiel einer Interessentin eine schöne Wohnung im Landkreis vermitteln, die ihr gut gefällt und die sie sich auch leisten kann." Freunde mobilisieren Wer einen großen Bekanntenkreis hat, sollte den auch nutzen. Wenn viele wissen, dass man gerade auf Wohnungssuche ist, hat vielleicht der eine oder andere einen Tipp, wo demnächst was frei wird. Der Weg dorthin kann über Mund-zu-Mund-Propaganda genauso funktionieren wie über soziale Netzwerke. Interesse bekunden Wer sich für ein Angebot interessiert, sollte schnell sein und anrufen oder schreiben. Als Antwort auf eine Makler-Anzeige empfiehlt sich eine E-Mail. "Wir sind viel unterwegs und auf diesem Wege leichter erreichbar", sagt Daniela Brodmerkel. "Außerdem können in einer Mail schon einige wichtige Fragen beantwortet werden." Konkreter werden So sei es wünschenswert, wenn der Interessent bereits jetzt schon in Kurzform beschreibe, woher er kommt, was er sich vorstellt, welchen Beruf er ausübt, wie groß seine Familie ist und ob es vielleicht Haustiere gibt. "Ich habe auch schon ganz viele Hunde vermittelt - dafür muss ich es aber vorher wissen", sagt Brodmerkel. Wer in der Mail den Eindruck erweckt, gut zur ausgeschriebenen Wohnung zu passen, kann dies in einem bald darauf folgenden Telefonat noch vertiefen. "Das muss gar nicht so lange dauern, wenn wir aus der Mail schon viel wissen." Läuft auch das Gespräch gut, kommt es zum nächsten Schritt, einem Besichtigungstermin. Initiative zeigen Auch ohne konkretes Angebot kann eine Initiativmail den Maklern spiegeln, dass Interesse an einer Wohnung besteht. Das kann in manchen Fällen zielführend sein. Wer sich für eine Stadtbau-Wohnung interessiert, kann sich unter www.stadtbau-bamberg.de online bewerben, auch hier werden unter anderem Angaben zum Wohnungswunsch und zum eigenen Einkommen abgefragt. Infos preisgeben Viele Vermieter und von ihnen beauftragte Makler fordern "bei ernsthaftem Interesse" mittlerweile eine Schufa-Auskunft, drei aktuelle Einkommensnachweise und eine Selbstauskunft. Hier ist es hilfreich, wenn man seine Unterlagen geordnet und parat hat.

Nach Auskunft des Deutschen Mieterbundes, Landesverband Bayern, ist "eine Selbstauskunft nur hinsichtlich der Fragen berechtigt, die für den Vermieter von maßgeblichem Interesse sind". Entsprechend dürften Fragen, die nicht das Einkommen oder die Anzahl der die Wohnung nutzenden Personen betreffen, auch falsch beantwortet werden, ohne dass dies ein Kündigungsgrund sei. Fragen zu einer Mitgliedschaft im Mieterverein oder nach sexuellen Vorlieben müssten überhaupt nicht beantwortet werden, Fragen zu einem Haustier seien hingegen wahrheitsgemäß zu beantworten. Wenn die Eltern zahlen "Ist die Wohnung für Studierende, brauche ich auch von einem Elternteil Einkommensnachweise, bei Selbstständigen eine Bescheinigung des Steuerberaters", erklärt Brodmerkel. Wenn die Miete von den Eltern des künftigen Mieters bezahlt wird, empfiehlt der Mieterbund ein Gespräch mit der Hausbank. Die könne dann klären, welche Nachweise ohne großen Aufwand erstellt werden könnten. Bei der Wohnungsbesichtigung sei es dann hilfreich, wenn der möglicherweise bürgende Elternteil mitkommt. Erst mal nur gucken Bevor es zum eigentlichen Besichtigungstermin kommt, empfiehlt Daniela Brodmerkel potenziellen Mietinteressenten, die sich vielleicht schon in der Stadt aufhalten, sich bereits einen äußeren Eindruck vom Haus und der Wohngegend zu verschaffen. "Da sieht man dann schon mal, ob man es sich vorstellen könnte, hier zu wohnen. Aber bitte noch nicht bei den aktuellen Mietern klingeln, das wäre ein No-Go." Schokoladenseite zeigen Zum Termin sollten dann nach Möglichkeit alle Familienmitglieder (und auch ein gegebenenfalls vorhandener Hund) mitkommen - und einen guten Eindruck hinterlassen. "Man muss jetzt nicht im Anzug kommen, aber ein gepflegter Gesamteindruck bringt schon Pluspunkte", sagt die Immobilienmaklerin. Sie erwartet von den Besichtigern auch Respekt vor dem fremden Eigentum. "Die Kinder sollten zum Beispiel nicht die Kinderzimmer oder das Inventar des aktuellen Mieters auf den Kopf stellen." Fragen und plaudern Wer Fragen zur Wohnung oder zur Infrastruktur in diesem Stadtteil (Busverbindung, Kindergärten, Geschäfte) hat, kann sie jetzt stellen. Allerdings schadet es sicher nicht, wenn die Bewerber sich ein paar Kernaussagen aus der Wohnungsannonce gemerkt haben, etwa zur Fläche oder ob Haustiere erlaubt sind. Auch ein wenig zwangloses Plaudern mit Vermietern oder Maklern lockert die eigene Anspannung und bringt Sympathiepunkte. Zeitnah zusagen Das gilt alles auch für das persönliche Kennenlernen des Vermieters, falls der nicht an der Wohnungsbesichtigung teilnimmt. Wer am Ende Grünes Licht bekommt, sollte sich dann möglichst zeitnah entscheiden, ob er die Wohnung nimmt - und dann auch zu seinem Wort stehen. "In der Regel lassen sich Vermieter nicht länger als eine Woche vertrösten, es sei denn, man verabredet etwas anderes", stellt dazu der Mieterbund fest. Dass jemand über so eine Entscheidung erst noch eine Nacht schlafen will, wird aber sicher jeder Vermieter verstehen.

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