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Kunst

Was wird aus Schloss Geyerswörth in Bamberg?

Bamberg steht eine Debatte über Geld und Kunst ins Haus. Soll das heute als Sozialrathaus genutzte Schloss Geyerswörth künftig moderne Kunst beheimaten?
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Die Sanierung ist gesichert, über die künftige  Nutzung  wird noch nachgedacht: Renaissance-Gebäude  Schloss Geyerswörth.  Ronald Rinklef
Die Sanierung ist gesichert, über die künftige Nutzung wird noch nachgedacht: Renaissance-Gebäude Schloss Geyerswörth. Ronald Rinklef

Eine Grundsatzentscheidung wurde im Finanzsenat bereits getroffen: Das derzeit als Sozialrathaus genutzte Schloss Geyerswörth wird mit Beginn in diesem Frühling saniert. Knapp 17 Millionen Euro will die Stadt bis zum Jahr 2023 in die Erneuerung eines ihrer Wahrzeichen stecken.

Für den Löwenanteil der Kosten gelangt es der Stadt Fördermittel zu akquirieren. 13,6 Millionen Euro tragen Zuschussgeber vom Bund bis zum Entschädigungs-Fond Bayern zum Großprojekt bei. Die Stadt muss daher nur die verbleibenden Kosten von 3,2 Millionen Euro selber tragen.

Eine wichtige Frage ist derzeit aber noch offen: Was passiert mit dem städtischen Gebäude nach dem Abschluss der Sanierung? Wenn die Mitarbeiter des heute dort beheimateten Sozialreferats ins neue Bürgerrathaus ziehen, wird Platz frei, über den neu verfügt werden kann.

Zwei Überlegungen spielen im Rathaus derzeit eine Rolle: Plan A sieht vor, dass Schloss Geyerswörth künftig das derzeit noch in der Unteren Sandstraße beheimatete Baureferat aufnimmt. Dessen Umzug würde wiederum neue Möglichkeiten für die Nutzungen öffentlicher Gebäude am Leinritt eröffnen. Auf der Insel bliebe es also bei einer kommunalen und teilöffentlichen Nutzung.

Von einem gänzlich anderen Format ist Plan B, der vor allem von Bambergs Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD) vorangetrieben wird. Starke möchte es möglich machen, eine Dependance der renommierten Sammlung Goetz in Bamberg zu begründen. Ausstellungsort könnte das sanierte Schloss Geyerswörth sein.

"Eine moderne Kunstsammlung fehlt in Bamberg derzeit", stellt Stadtsprecherin Ulrike Siebenhaar fest. Sie ist überzeugt, dass eine Sammlung Goetz in Bamberg enorme Strahlkraft in Bamberg entfalten könnte.

Klar ist aber auch, dass eine hochkarätige Kunstsammlung, wie sie den Beteiligten vorschwebt, große Kosten verursachen würde - bereits für den Ausbau des historischen Gebäudes würden Mehrkosten anfallen. Aber auch der laufende Betrieb mit mehreren Beschäftigten würde Bamberg vor neue finanzielle Herausforderungen stellen.

Im Rathaus wird deshalb fieberhaft überlegt, wie eine solche Kunstausstellung ins Schloss Geyerswörth geholt werden könnte, ohne dass darunter andere städtische Aufgabenbereiche - von bestehenden Kultureinrichtungen bis zu den Schulen leiden müssten.

Doch die Zeit läuft den Bambergern davon. Kämmerer Bertram Felix drängt darauf, dass der Stadtrat noch vor der Sommerpause eine Grundsatzentscheidung trifft. Noch fehlt im Rathaus eine ausgearbeitete Entscheidungsgrundlage.

Was sagt Bambergs OB zum Stand der Dinge und wie positionieren sich Stadträte? Mehr lesen Sie darüber hierim Premiumbereich von infranken.de.

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