Pommersfelden
Rechnungsprüfung

Was trieb die Stromrechnung in die Höhe?

2011 wurden in Pommersfelden für Strom über 25 000 Euro mehr ausgegeben als veranschlagt.
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Hat die Baustelle am Pommersfeldner Rathaus im Jahr 2011 den Stromverbrauch sprunghaft ansteigen lassen? Hier Bürgermeister Hans Beck (links) bei einer Baustellenbesichtigung.  Foto: Evi Seeger
Hat die Baustelle am Pommersfeldner Rathaus im Jahr 2011 den Stromverbrauch sprunghaft ansteigen lassen? Hier Bürgermeister Hans Beck (links) bei einer Baustellenbesichtigung. Foto: Evi Seeger
Da wird die Gemeindeverwaltung noch ein paar Nüsse zu knacken haben: Bei der örtlichen Rechnungsprüfung für das Haushaltsjahr 2011 blieben einige Fragen offen. Lange wurde in der Sitzung über die Feststellungen des Rechungsprüfungsausschusses diskutiert, ehe die Räte verschiedene Haushaltsüberschreitungen aus dem Jahr 2011 absegneten. Ganz besonders war den Ausschussmitgliedern ins Auge gestochen, dass der Stromverbrauch 2011 bei einem Haushaltsansatz von 40 000 Euro tatsächlich mehr als 65 000 Euro ausmachte. Mit der reinen Strompreiserhöhung, mit der Bürgermeister Hans Beck (Wählerblock Sambach) argumentierte, ist das nach Meinung der Räte kaum zu erklären.

"Da muss doch jemand abzapfen", meinte halb scherzhaft Herbert Rippel (Bürgerblock Pommersfelden). Denn 2009 mussten für die Stromversorgung 38 400 Euro und 2010 sogar nur 30 000 Euro aufgewendet werden.
"Das war ein Ausreißer, der mich selbst überrascht", antwortete Geschäftsleiter Fedor Glinka. 2012 waren die Stromkosten dann auf 53 000 Euro zurück gegangen.

Im Gremium wurde vermutet, bei der Kostensteigerung könne der Baustellenstrom eine Rolle spielen, da in dieser Zeit das Rathaus erweitert und umgebaut wurde. Um dies zu beweisen oder zu untermauern, lägen ihm keine Daten vor, erklärte Glinka auf Nachfrage. Im Rathaus selbst seien durch die energetischen Maßnahmen jedoch enorme Stromeinsparungen erzielt worden.

Mehr Geld soll nach Meinung der Räte für die Versorgungsaufwendungen der bediensteten Beamten in den Gemeindehaushalt eingestellt werden. Der Haushaltsansatz 2011 war um mehr als 10 000 Euro überschritten worden. "Das weiß ich doch im voraus, was einer verdient. Da müssen doch keine Mehrausgaben entstehen", kritisierte Zweiter Bürgermeister Helmut Schleicher (FWG Steppach) in der Sitzung.

Ein eigenes Kapitel war für den Prüfungsausschuss der gemeindliche Bauhof. Die Prüfer forderten detaillierte Stundennachweise über die Arbeiten des Bauhofs, damit die Kosten auf die einzelnen Haushaltsstellen umgelegt werden können. "Das geht von der linken Tasche in die rechte", stellte dazu der Geschäftsleiter fest. Man müsse sich fragen, mit welchem Arbeitsaufwand eine solch zusätzliche Kostentransparenz geschaffen werde und Aufwand und Nutzen gegenüberstellen. In anderen Gemeinden würden die Kosten lediglich anhand einer Schätzung aufgeteilt.

Erwin Reicheneder (FWG Steppach) ließ diesen Einwand nicht gelten: Diese Handhabung sei nicht mehr zeitgemäß. Mit entsprechender Computertechnik stelle eine solche Buchführung kein Problem dar. Dass die Bauhofarbeiter ein Arbeitsbuch führen, in das sie ihre Stunden eintragen, stellte die Prüfer nicht zufrieden. Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses, Klaus Escher (FWG Steppach), kritisierte, dass dieses Arbeitsbuch nicht im Rathaus vorlag, wo es am Ende eines Jahres eigentlich sein sollte.

Niemand wolle den Bauhofarbeitern etwas anlasten, betonte Konrad Seeger (Wählerblock Sambach). Der Rechnungsprüfung stehe es jedoch zu, zu prüfen, ob Arbeiten durch Vergabe an externe Unternehmen kostengünstiger zu erledigen sind. Seeger verwies dabei auf Mähen (Schlegeln) von Straßenrändern und Gräben, für das die Gemeinde ein eigenes Gerät angeschafft hat.

Um zu sehen, ob man solche Arbeiten günstiger auslagert, müssten die Betriebsstunden erfasst werden, betonte Herbert Rippel. Am meisten sparen könne man jedoch, "wenn grundsätzlich weniger geschlegelt wird". Das sei noch dazu der Natur zuträglicher.



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