Bamberg
Neubau

Was junge Bamberger Gastronomen in den Unteren Mühlen planen

Wo die Ruine der Sterzersmühle in Bamberg lag, steht jetzt ein Neubau mit imposantem Ausblick. Das Restaurant im Erdgeschoss soll schon bald öffnen.
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Freuen sich auf die Eröffnung ihres Restaurants (von links): die Geschäftsführer  Maximilian Beughold und  Raffaele Colonna sowie Küchenchef Andreas Pickel   Foto: Ronald Rinklef
Freuen sich auf die Eröffnung ihres Restaurants (von links): die Geschäftsführer Maximilian Beughold und Raffaele Colonna sowie Küchenchef Andreas Pickel Foto: Ronald Rinklef
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Sieben Meter unter der Terrasse des neuen Gebäudes arbeitet seit Juli 2018 mitten in der Regnitz zuverlässig und unbemerkt die Turbine des Wasserkraftwerks. Sie erzeugt Strom für gut 300 Haushalte. Wenn in diesen Tagen das "HENRII" eröffnet, zieht nach Jahrzehnten endlich auch wieder über der Regnitz Leben in die Unteren Mühlen ein. Der Innenausbau des neuen Gebäudes ist abgeschlossen - die Weinflaschen stehen im Regal, das Restaurant im Erdgeschoss ist fertig, der Blick aus den großen Fenstern zum Alten Rathaus bestechend.

Für die jungen Geschäftsführer Maximilian Beughold (24) und Raffaele Colonna (25) sind die Unteren Mühlen ein Glücksfall: "Wir sind happy, an der Stelle ein Restaurant eröffnen zu können", sagt Beughold. Seit zwölf Jahren sind die beiden befreundet, vier Jahre lang haben sie nach einer passenden Location für ihren ersten eigenen gastronomischen Betrieb gesucht - bis ihnen SPD-Stadträtin Annerose Ackermann den entscheidenden Kontakt zu Investor und Vermieter Johannes Kraus herstellte - das Konzept überzeugte den Mann aus München.

"Lässig und zwanglos"

"Tagesbar, Restaurant, Vinothek", so lautet die speziell auf die Location zugeschnittene Idee der jungen Gastronomen. Sie wollen ein ganztägiges Angebot in dem 85 Sitzplätze fassenden Restaurant mit Bar präsentieren. Mittags soll es viel Pasta zu bezahlbaren Preisen sowie Kaffee und Kuchen geben, abends dann etwas schicker und raffinierter werden: "Hier gehört ein Restaurant mit einem etwas gehobeneren Anspruch rein", sagt Beughold. Es werde für jeden was dabei sein, versprechen die Macher. Gäste sollen mediterrane und moderne Gerichte im Restaurant und an der Bar Cocktails genießen können. "Lässig und zwanglos" beschreiben die beiden Geschäftsführer ihr Konzept, angelehnt an den italienischen Lebensstil.

Maximilian Beughold und Raffaele Colonna sind Bamberger durch und durch - mit mehrjähriger Erfahrung in der Gastronomie. Colonna ist seit vier Jahren Weinsommelier, Beughold Marketingexperte mit kleiner Werbeagentur. Küchenchef Andreas Pickel (29) aus Frensdorf hat schon in verschiedenen Ländern gearbeitet. Das Team setzt auf internationale wie auf regionale Produkte.

In deren Genuss könnten später auch Gäste des Welterbe-Besucherzentrums der Stadt kommen. Die dafür vorgesehenen Räume im Ober- und Dachgeschoss warten darauf, eingerichtet zu werden. Am 29. April soll das Zentrum seine Pforten öffnen. Den besten Blick wird künftig Welterbemanagerin Patricia Alberth haben: Vom Dachgeschoss lässt sich das Alte Rathaus in voller Pracht bestaunen.

Terrasse noch nicht fertig

Eine ähnliche Postkartenansicht können später auch die Restaurantgäste von der Terrasse über der Regnitz genießen. Noch fehlen dort die richtigen Holzplanken. Laut Architekt Heinz Rosenberg sei es witterungsbedingt nicht möglich gewesen, die Terrasse fertigzustellen. Das soll aber in den kommenden Wochen geschehen. Dann sollen die Arbeiten an dem Millionen-Bau, die seit 2016 laufen, abgeschlossen sein.

Die Bedingungen waren zum Teil schwierig: mitten im Wasser und mit wenig Platz zu bauen. Das sei eine Herausforderung gewesen, so Rosenberg - wie das gesamte Projekt: Jahrzehnte lag die Kriegsruine der Sterzersmühle brach, politisch war jahrelang um die richtige bauliche Lösung gestritten worden.

Fraktionschef Helmut Müller reklamierte deshalb kürzlich noch einmal den Erfolg für die CSU: "Wenn wir nicht die Initiative ergriffen und den Investor geholt hätten, wäre heute noch nichts passiert", erklärte er bei einem Treffen von CSU und SPD in den neuen Räumen. "Das haben wir gemeinsam umgesetzt", lobte SPD-Fraktionschef Klaus Stieringer die Arbeit der "Groko" im Stadtrat.

Architekt Heinz Rosenberg glaubt, dass das neue Gebäude bei den Bambergern ankommt: "Ich habe sehr viele positive Rückmeldungen erhalten."

In Zukunft kann sich jeder auch ein eigenes Bild von innen machen.

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