Bamberg

Was ist ein sicheres Passwort?

Bei jedem Einloggen auf einer Homepage müssen wir sie eingeben: unsere E-Mail-Adresse oder einen Namen und ein Passwort. Aber wie erstellt man einen sicheren Zugangsschlüssel?
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Die Mädchen und Jungen bei der Vorlesung "Sichere Passwörter, die man sich merken kann" waren sehr interessiert und haben schon selbst einiges an Vorwissen und Erfahrungen mitgebracht, aber auch viel Neues gelernt.  Fotos: Matthias Hoch
Die Mädchen und Jungen bei der Vorlesung "Sichere Passwörter, die man sich merken kann" waren sehr interessiert und haben schon selbst einiges an Vorwissen und Erfahrungen mitgebracht, aber auch viel Neues gelernt. Fotos: Matthias Hoch
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Was hast du dir für deine Internetzugänge für ein Passwort ausgesucht? Ein langes und kompliziertes? Hast du dir ein Kennwort aus deinem Namen und Geburtsdatum zusammen gesetzt? Ist das überhaupt sicher? Wie lange dauert es ungefähr, bis man so ein Passwort knackt? Diese Fragen hat Professor Dominik Herrmann, der am Lehrstuhl für Privatsphäre und Sicherheit unterrichtet, in der Vorlesung "Sichere Passwörter, die man sich merken kann" bei der Kinder-Uni beantwortet.

Bereits viel Vorwissen

Die ungefähr 70 Mädchen und Jungen, die am Samstag in der Vorlesung waren, haben schon viel Vorwissen mitgebracht. Professor Dominik Herrmann fragt die Kinder: "Wer von euch hat schon ein Passwort?" Bis auf wenige Ausnahmen schießen alle Kinderhände hoch.

"Wozu brauchen wir denn die vielen Passwörter?", hakt der Professor nach. "Damit unsere Geheimnisse auch wirklich geheim bleiben", meint ein Mädchen. "Ja, damit niemand weiß wo ich wohne oder wie alt ich bin", fügt ein Junge hinzu. Dass solche wichtigen Informationen besser unter Verschluss bleiben, das wissen die Kinder bereits. "Das ist alles richtig, aber die Kennwörter schützen auch unsere Daten vor Missbrauch", ergänzt Herrmann.

Häufige verwendete Kennwörter sind trotzdem das Passwort "Passwort", Zahlenreihen wie "12345", erklärt IT-Spezialist Herrmann. "Bei vielen Anbietern müssen die Passwörter Groß- und Kleinbuchstaben, Sonderzeichen und Ziffern enthalten. Viele machen aber nur das Nötigste, um diese Kriterien zu erfüllen."

An dem Vergleich zwischen den beiden Passwörtern "Ibi=zEd4" und "mehlbalkontisch" erklärt Herrmann, welches sicherer ist. "Das Ibi-Passwort ist zwar komplizierter, aber auch schwerer zu merken. Und es ist tatsächlich nicht so sicher. Das hat mit der Länge zu tun."

Das zeigt der IT-Spezialist Herrmann an einem Beispiel: Wenn man nur die drei Buchstaben a, b und c hat, um ein Passwort zu erstellen, so werden die Möglichkeiten mit jeder weiteren Stelle größer. Darf man nur ein Zeichen hernehmen, so bekommt man drei verschiedene Passwörter. Bei drei Stellen sind es sogar schon 27!

"Wie lange dauert es wohl, bis man das komplizierte Ibi-Passwort herausfindet?", fragt Herrmann. Der Großteil der Mädchen und Jungen denkt, dass es länger als einen Tag dauern würde, wenn nicht sogar Wochen. Herrmann lacht und sagt: "Es würde ungefähr drei Stunden dauern. Bei ,mehlbalkontisch' dauert das mit den vielen Buchstaben länger."

Wörter seien keine gute Idee für ein sicheres Passwort, da die Hacker schlau sind und mit Wörterbüchern arbeiten. "Viele Leute hatten schon eine ähnliche Idee für ihr Kennwort. Nicht alle Zeichen sind gleich wahrscheinlich. Wenn Hacker an eine Passwort-Datei von größeren Unternehmen herankommen, dann können sie die Nutzer sehr gut analysieren."

So sei es sehr wahrscheinlich, dass am Anfang eines Passwortes ein Großbuchstabe steht. "Die am häufigsten verwendete Zahl ist eine eins und das Ausrufezeichen wird auch oft verwendet.

Wie erstellt man nun ein sicheres Passwort? Ein Kind meint: "Man könnte sich einen Satz einfallen lassen und dann nimmt man einfach die Anfangsbuchstaben." Herrmann nickt: "Das wäre eine Möglichkeit, um ein Passwort zu finden." Ein Mädchen hebt die Hand und sagt: "Ich glaube nicht, dass man sich das merken kann."

Bilder kann man sich gut merken

Herrmann sagt: "Gute Ideen für leicht merkbare und sichere Passwörter sind zum Beispiel Bilder, die mit Gefühlen verbunden sind, oder auch Reime. Bilder kann man sich besonders gut merken." Wenn man an eine Made denkt, könnte das Passwort "Madensindeklig" lauten. Eine zusätzliche Möglichkeit für mehr Sicherheit sei es, häufig verwendete Wörter zu verschleiern oder Rechtschreibfehler einzubauen. Wie ist es nun bei Sicherheitsfragen? "Da ist Lügen sogar erlaubt", meint Herrmann.

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