Zapfendorf
Vandalismus

Warum müssen in Zapfendorf Bäume sterben?

Seit Wochen geht's rund in Zapfendorf - Pferdeäpfel im Freibad, acht abgesägte Bäume und ein dubioses Paket unter der Brücke.
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Bäume im öffentlichen Raum sind in Zapfendorf im Moment wohl nicht vor Vandalen sicher. Foto: Anette Schreiber
Bäume im öffentlichen Raum sind in Zapfendorf im Moment wohl nicht vor Vandalen sicher. Foto: Anette Schreiber
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Zweiter Bürgermeister Andreas Schonath (WOB) hat's nicht leicht. Insgesamt zweieinhalb Wochen vertritt er Ersten Bürgermeister Volker Dittrich (AfZ), der im wohlverdienten Urlaub ist. In der Zeit treibt wohl wieder irgendjemand sein Unwesen in dem an sich beschaulichen Maintalort.

Vor Kurzem hatte jemand, und das insgesamt sogar zweimal, Pferdeäpfel ins Freibad Aquarena geworfen. Eine echte Sauerei, kann sich Schonath noch jetzt erbosen. Viel Zeit, Gedanken auf die ekeligen Fremdkörper im Freibad zu verschwenden hatte er freilich nicht. Denn während der Urlaubsvertretung ging es für ihn Schlag auf Schlag, sogar wörtlich. Denn innerhalb von zwei Wochen wurden mehrere Bäume abgesägt, die letzten beiden innerhalb von nur knapp zwei Tagen. Auf öffentlichem Grund niedergemacht.

"Wieder einmal!", stöhnt der stellvertretende Rathauschef. Insgesamt, so rechnet er zusammen, waren es im letzten Jahr acht Bäume auf öffentlichem Grund, die einfach so abgeschnitten wurden. "Saubere Schnitte", muss Schonath dem Unbekannten ungewollt Respekt zollen. Das Ganze sogar noch auf einer bequemen Arbeitshöhe von etwa einem Meter. Der Oberleiterbacher hat selbst eine kleine Obstbaumplantage und kennt sich deswegen mit Bäumen und deren Pflege aus. "Da hatte einer schon das passende Werkzeug." Und dreist war der Unbekannte obendrein. Denn die Bäume wurden allesamt an eigentlich belebten und gut einsehbaren Stellen umgemacht: vor der Kirche (und das sogar gleich zwei Mal), auf Spielplätzen und genau gegenüber dem Rathaus bei der Feuerwehr.

Kein Übermut

Als die ersten Bäume fielen, da habe er noch an den Übermut Heranwachsender gedacht. "Wir waren ja auch mal jung." Doch inzwischen mag er das nicht mehr so ganz glauben. "Das hat System", ist Schonath nun überzeugt. Die Bäume waren alle bestimmt so an die zehn Jahre alt und hatten Durchmesser zwischen zehn und 15 Zentimeter. Wollte man die eins zu eins ersetzen, müsste man pro Stück bestimmt so zwischen 800 und 1000 Euro hinlegen.

Die Gemeinde sieht erst einmal davon ab, Ersatzpflanzungen vorzunehmen, bis man den oder die Täter gefunden hat. Sonst bestehe Gefahr, dass der Ersatz gleich wieder Opfer der Baumfrevler wird. Die Marktgemeinde macht nun Ernst und will den oder die Täter unbedingt fassen. Deswegen wird auch eine Belohnung von 100 Euro für denjenigen ausgesetzt, dessen Hinweis zum Baumfrevler führt. Dafür muss man sich mit der Polizei in Verbindung setzen, Telefon 0951/9129-310.

Dabei machen doch gerade das viele Grün und die zahlreichen Bäume eine Besonderheit und ein Markenzeichen Zapfendorfs aus, sagt Schonath. Um zu ergänzen, dass es durchaus auch Gegner gebe. Aber deswegen gleich Bäume umsägen? Ob nun auch die Sache mit dem ominösen Paket, mit arabischen Schriftzeichen, das Samstagabend unter der Autobahnbrücke gefunden worden war und für Aufregung gesorgt hat, im Zusammenhang mit Bäumen oder auch der Pferdeäpfel-Sache steht, wird man herausfinden müssen. Schonath hofft nun tunlichst, dass kein Baum mehr zu Schaden kommt und bittet die Bevölkerung darum, öfter mal ein Auge auf die in öffentlichem Raum stehenden Bäume zu werfen und Auffälligkeiten sofort mitzuteilen. Seitens der Polizeiinspektion Bamberg-Land bestätigt Sprecher Markus Dotterweich die Zapfendorfer Fälle, die angezeigt wurden, "ungewöhnlich, so eine Serie Sachbeschädigungen an Bäumen".



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