Bamberg
Notruf

Rettungsdienst kommt nicht - Mann stirbt: Schwere Vorwürfe aus dem Landkreis Bamberg

Mehrmals soll eine Frau vergeblich den Notruf für ihren Mann gerufen haben, der in dieser Nacht starb. Die Beteiligten dürfen sich zum Fall nicht äußern.
Artikel drucken Artikel einbetten
Wer die Nummer 112 wählt, bekommt in aller Regel sehr schnelle Hilfe in einer Notsituation. Folgt man jedoch den Schilderungen von Stefan Reichert aus Wingersdorf, wartete sein Vater vergeblich auf Hilfe. Foto: Marc Müller/dpa
Wer die Nummer 112 wählt, bekommt in aller Regel sehr schnelle Hilfe in einer Notsituation. Folgt man jedoch den Schilderungen von Stefan Reichert aus Wingersdorf, wartete sein Vater vergeblich auf Hilfe. Foto: Marc Müller/dpa
Nach dem Tod seines Vaters erhebt Stefan Reichert aus Wingersdorf schwere Vorwürfe gegen die Integrierte Leitstelle und den Ärztlichen Bereitschaftsdienst. Seine Mutter habe am 4. März mehrfach erfolglos versucht, über die Notrufnummer 112 sowie über die 116 117 Hilfe für ihren Mann zu rufen, sie sei aber abgewiesen und vertröstet worden. "Es ist wohl ein Geschwür im Magen geplatzt, er ist innerlich verblutet. Mein Vater hätte bestimmt noch ein paar Jahre gehabt", sagt Stefan Reichert. "Meine Mutter wurde nicht ernstgenommen, die Dringlichkeit nicht erkannt."


Vergebliches Warten: Kein Rettungsdienst, kein Notarzt kam

Über jenen Sonntagabend hat Reichert ein detailliertes Protokoll nach den Angaben seiner Mutter geführt. Es beschreibt, wie es seinem 78-jährigen Vater immer schlechter geht und seine Mutter versucht, Hilfe zu rufen. Doch seien mehrere Anrufe über die Notrufnummer 112 ebenso erfolglos geblieben wie über die 116 117, die Nummer des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes. Drei Stunden nach dem ersten Hilferuf sei Stefan Reicherts Vater gestorben. Bis dahin seien weder Rettungsdienst, noch Notarzt vor Ort gewesen. Die seien dann beide erst gegen 0.15 Uhr eingetroffen, nachdem seine Mutter den Tod ihres Mannes telefonisch mitgeteilt hatte.


Nach Anzeige: Die Staatsanwaltschaft ermittelt

Die Integrierte Leitstelle Bamberg-Forchheim kann zum konkreten Fall ebensowenig Stellung beziehen wie die Kassenärztliche Vereinigung Bayern, weil dem Datenschutzgründe und ein laufendes Todesermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft entgegenstehen.

Für die Reicherts bleiben neben der Trauer viele offene Fragen. Vor allem die, woran es lag, dass die rettungsdienstliche Versorgung in diesem Fall nicht geklappt hat. Stefan Reicherts Bruder habe Anzeige erstattet, um den ganzen Sachverhalt aufzuklären.

Einen ausführlichen Bericht zum Thema lesen Sie hier (für Abonnenten kostenlos).

Für diesen Artikel wurde die Kommentarfunktion deaktiviert.