Bamberg
Trinkwasser

Warum am alten Rothof in Bamberg ein neuer Hochbehälter entstehen soll

Die Stadtwerke Bamberg planen auf dem Plateau zwischen Berggebiet und Wildensorg einen größeren Hochbehälters. Auch deshalb wird der Wasserpreis steigen.
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3D-Ansicht des geplanten Hochbehälters am alten Rothof zwischen Berggebiet und Wildensorg in Bamberg Darstellung: Stadtwerke Bamberg
3D-Ansicht des geplanten Hochbehälters am alten Rothof zwischen Berggebiet und Wildensorg in Bamberg Darstellung: Stadtwerke Bamberg
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Auf der Höhe zwischen Berggebiet und Wildensorg am alten Rothof pfeift ein kalter Wind. Dort oben steht in über 380 Metern Höhe eine mächtige Linde, an einer Stelle, von der aus man einen wunderbaren Blick zur Altenburg hat.

Auf dem dahinter liegenden Feld in Richtung Marienkapelle haben die Stadtwerke Bamberg in ausreichendem Abstand zu dem Naturdenkmal den idealen Ort für einen neuen Hochbehälter mit 1000 Kubikmetern Wasser ausgemacht.

Laut Rainer Voll ist es der zentrale Hochpunkt der ganzen Ecke, an dem das nötige Gefälle auch in Richtung Wildensorg vorhanden ist. "Wir brauchen den Hochbehälter zur Zukunftsvorsorge, damit Wildensorg noch weiter wachsen kann, und zur Absicherung der St.-Getreu-Straße", erklärt der Sachgebietsleiter Grundsatzplanung bei den Stadtwerken.

Dabei geht es zum einen um die Wasserversorgung der Haushalte, zum anderen um die Sicherstellung der Löschwassermengen in beiden Stadtteilen. Vor allem in Wildensorg wird laut Voll die Höhenlage von 384 Metern zu bemerken sein: Der Hochbehälter, der den Stadtteil aktuell versorgt, liegt rund 20 Meter niedriger auf 360 Metern. Künftig soll das Wasser dann mit zwei Bar mehr aus der Leitung schießen, was laut Voll vor allem eine Verbesserung für die Grundstücke in höheren Lagen bedeute.

Außerdem brauche es den neuen Behälter, um bei der geplanten Erweiterung des Baugebiets Schlagfeldweg Löschwasserengpässe zu verhindern. Ähnliches gilt für die St.-Getreu-Straße, an der das gleichnamige Klinikum liegt.

Auch Betriebsgründe

Die Trink- und Löschwasserversorgung ist ein Grund für den Neubau, Rainer Voll führt aber auch betriebsbedingte Gründe dafür an. Die beiden kleineren Hochbehälter mit einem Speicher von jeweils rund 200 Kubikmetern bei Wildensorg (Baujahr 1963) und am Waldrand am Rothof (Baujahr 1956) müssten nun saniert werden, durch die Zusammenlegung wollen die Stadtwerke Betriebsmittel und Kosten sparen.

Der Bauantrag ist bereits eingereicht. Sollte die Genehmigung erteilt werden, wollen die Stadtwerke im Frühjahr mit den Arbeiten auf dem noch städtischen Areal beginnen - der Bau soll eineinhalb Jahre dauern.

Am Ende wird ein Gebäude mit rund 5,70 Metern Firsthöhe und einem begrünten Wall dahinter zu sehen sein. Der Bau soll die Sicht am Rothof aber nicht beeinträchtigen. Anders als beim Behälter an der Altenburger Straße, der mit einem Volumen von 8400 Kubikmetern deutlich größer ist, erwarten die Stadtwerke keine Proteste.

Laut Voll ist das Projekt mit den Bürgervereinen Sand und Wildensorg abgestimmt. Das bestätigt Monika Hoh, Vorsitzende des Bürgervereins Wildensorg. Sie sieht derzeit keine Probleme. Schließlich sei es wichtig, dass die Versorgung sichergestellt ist. "Wir verlassen uns auf die Informationen der Stadtwerke." Laut deren Planung wird der Behälter auf einer Fläche von insgesamt rund 3000 Quadratmetern entstehen. Die Baustellenerschließung wird von Wildensorg aus erfolgen.

Das Gelände soll später eingezäunt und mit einer Hecke bepflanzt werden. Der Neubau, die Leitungen sowie der Rückbau der alten Behälter wird rund drei Millionen Euro kosten.

Die Modernisierung hat auch Auswirkungen auf den Endverbraucher: So haben die Stadtwerke jetzt bekanntgegeben, dass, unter anderem aufgrund der massiven Investitionen ins Trinkwasser, der Verbrauchspreis ab 1. Januar 2019 von 1,99 auf 2,16 Euro pro Kubikmeter steigen wird. Ein Haushalt mit einem Verbrauch von 175 Kubikmetern müsse somit rund 3,50 Euro im Monat mehr fürs Wasser bezahlen.



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