Walsdorf
Abschlussfeier

Walsdorf und Erlau im Glücksgefühl

Die Teilnehmergemeinschaft feiert den erfolgreichen Abschluss von Flurneuordnung und Dorferneuerung.
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Der Vorstand der Teilnehmergemeinschaft mit den Dankesurkunden vor dem Gedenkstein zur Flurerneuerung (siehe auch oben).   Alle Fotos: Richard Reiser
Der Vorstand der Teilnehmergemeinschaft mit den Dankesurkunden vor dem Gedenkstein zur Flurerneuerung (siehe auch oben). Alle Fotos: Richard Reiser
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Es war ein langer, aber erfolgreicher Weg, welcher nach über 25 Jahre im Verfahren der Flurneuordnung und Dorferneuerung Walsdorf-Erlau nun endet. Die Gemeinde Walsdorf und die Teilnehmergemeinschaft Walsdorf-Erlau feierten den Abschluss des Verfahrens mit der Bevölkerung am Gedenkstein der Ländlichen Entwicklung in der Weipelsdorfer Straße.

Bei herrlichem Wetter konnten Pfarrer Ulrich Rauh und Pastoralassistentin Ruth Hümmer-Hutzel viele Gäste zum ökumenischen Gottesdienst begrüßen. Der Walsdorfer Posaunenchor sorgte für die musikalische Ausgestaltung des Gottesdienstes.

Erster Bürgermeister Heinruch Faatz (CSU) eröffnete anschließend die Feier und konnte auch zahlreiche Ehrengäste begrüßen. In einem kurzen Rückblick stellte der Vorsitzende der Teilnehmergemeinschaft, Pascal Kübler, die wichtigsten Ereignisse des Verfahrens, das am 14. September 1993 angeordnet worden war. Vom ersten Vorstand sind heute noch Heinrich Faatz, Heinz Kappler, Rudolf Rosenberger und Ludwig Wagner aktiv. Neben der Flurneuordnung wurde 1995 die Dorferneuerung für die Orte Walsdorf und Erlau eingeleitet.

Der erste Höhepunkt im Verfahren war das Beweidungsprojekt Auerochsen im Aurachtal, welches 1999 durch den damaligen Umweltminister Werner Schnappauf eingeweiht wurde. Im Jahr 2008 erhielt das Projekt den Deutschen Landschaftspflegepreis auf der Wartburg. Auf insgesamt 17 Hektar (entspricht rund 32 Fußballfelder) weiden seitdem die Auerochsen entlang der Aurach im Aurachtal und haben für einen deutlichen Anstieg der Pflanzenarten und Biostrukturen im Weidegebiet gesorgt. Insgesamt wurden in der 717 Hektar großen Verfahrensfläche 36,7 Kilometer Wege ausgebaut bzw. ausgewiesen und 2,7 Millionen Euro investiert. Die Teilnehmergemeinschaft erbrachte hierbei eine Eigenleistung von 300 000 Euro ein. Neben den Flurwegen wurde in Erlau eine Furt durch die Aurach gebaut, an der auch die Kinder im Sommer Spaß haben.

Es hat sich viel getan

Mit der Feier ist der erste Teil des Verfahrens, die Neuordnung der Flur abgeschlossen, was auch mit einem Gedenkstein dokumentiert wird, geschaffen von dem Steinmetz Christoph Klesse aus Viereth. Der zweite Teil des Verfahrens wird in diesem Jahr durch die Besitzeinweisung der neuen Grundstückseigentümer erfolgen, bevor dann der rechtliche Vollzug der Flurneuordnung angeordnet und diese dann auch formell abgeschlossen wird.

Ein weiterer sehr wichtiger Teil im Verfahren war die Dorferneuerung in Walsdorf und Erlau, welche der Gemeinde die Möglichkeit gab, die jeweiligen Ortskerne teilweise neu zu gestalten und damit die Aufenthaltsqualität des öffentlichen Raumes aufzuwerten. In Erlau wurden die Ortsstraßen "Kellerberg", "Sandberg" und die "Kreuzschuher Straße" einschließlich der Brücke über die Aurach ausgebaut und neu gestaltet. Das 1963 erbaute Gemeindehaus mit Feuerwehrgerätehalle wurde saniert und als neuer Mittelpunkt für die Erlauer Ortsvereine zum Dorfgemeinschaftshaus umgebaut.

In Walsdorf wurden der Fußweg Schulstraße - Friedhof - Sportgelände und die Geh- und Radwege an den Kleingärten entlang der Aurach ausgebaut. Auch das örtliche Nahwärmenetz in Walsdorf wurde im Rahmen der Dorferneuerung gefördert. Weiterer Höhepunkt im Verfahren ist die Sanierung und die Umgestaltung des historischen Herzoganwesens mitten im Herzen von Walsdorf, was auch durch den "Europäischen Landschaftsfond für die Entwicklung des ländlichen Raums" - kurz Eler - gefördert wurde. Nach der Schließung des Gasthauses "Weißes Lamm" ist der Umbau des Herzoganwesens wichtiger denn je, damit die Walsdorfer wieder einen Treffpunkt haben. In der Herzogscheune entsteht ein Saal für bis zu 150 Personen und im Innenhof können Veranstaltungen für bis zu 500 Personen durchgeführt werden. Im Herzoghaus wird im Erdgeschoss ein großer Mehrzweckraum entstehen und im Obergeschoss werden Vereinszimmer eingerichtet.

Insgesamt wurde für die Dorferneuerung im öffentlichen Bereich 2,9 Millionen Euro investiert, die ALE Oberfranken hat die Maßnahmen mit 1,1 Millionen Euro bezuschusst.

Dass die Dorferneuerung in Walsdorf-Erlau nicht nur eine Sache der Gemeinde war, sondern auch von der Bevölkerung aktiv mitgestaltet wurde, zeigen die bisher 81 geförderten Einzelmaßnahmen mit einem Investitionsvolumen von insgesamt 2,0 Millionen Euro im privaten Bereich. Die ALE Oberfranken hat auch hierfür Zuschüsse in Höhe von 300 000 Euro weitergereicht.

Die Zahl der privaten Maßnahmen sei der beste Beweis dafür, das die Dorferneuerung in Walsdorf-Erlau nicht einfach von oben herab aufgesetzt wurde, sondern aktiv von den Walsdorfern und Erlauern mitgestaltet und getragen wurde, stellte Staatsministerin Melanie Huml (CSU) in ihrem Grußwort fest. Sie bedankte sich besonders bei Heinrich Faatz, der seit der Anordnung im Jahr 1993 der Motor des Verfahrens war und ist.

Anschließend überreichten Landrat Johann Kalb, Melanie Huml und der Behördenleiterder ALE Oberfranken, Anton Hepple, die Dankesurkunden an den Vorstand.

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