Bamberg
Auftritt

Wagnerianer müssen jetzt stark sein

Die Bamberger VHS-Studiobühne parodiert am Freitag und Samstag im Alten E-Werk den "Ring des Nibelungen". Viel Kurzweil ist angesagt.
Artikel drucken Artikel einbetten
Darsteller der VHS-Bühne proben für die "Ring"-Parodie. Foto: p
Darsteller der VHS-Bühne proben für die "Ring"-Parodie. Foto: p
+3 Bilder

Wenn sich Heidi Lehnert, die Schauspielerin, Regisseurin und Chefin der VHS-Studiobühne, einen dramatischen Stoff vornimmt und nach allen Regeln der Kunst einen neuen Aufzug daraus schneidert, dann darf man mit begeisternden Regieeinfällen und aberwitziger Komik rechnen. Dass das Komische aber nur zündet, wenn es gekonnt gemacht wird, weiß Lehnert auch. Deshalb fordert und fördert sie ihre Amateur-Schauspieler Jahr um Jahr zu neuen Höchstleistungen.

Hatte man sich zuletzt ganz zur Freude des Publikums der Homerschen Odyssee angenommen, wagt sich die VHS-Studiobühne nun an ein weiteres Titanen-Werk. Der Ring des Nibelungen soll's diesmal sein - ganz frei nach Richard Wagner, versteht sich. Aber sprühend von den aberwitzigsten Ideen Heidi Lehnerts und ihres Ensembles.

Den Ring bringt die Studiobühne in einer Parodie auf die Bühnenbretter, die kurzweiliger kaum sein könnte. Und, so wie sich das Richard Wagner seinerzeit erdacht hatte: Es wird das große Orchester - hört, hört! - tatsächlich unter der Bühne Platz nehmen müssen, so dass die Fanfarenklänge aus allen Belüftungsschlitzen im Großen Saal des alten E-Werks aufsteigen mögen.

Seit 2012 leitet Heidi Lehnert die Studiobühne. Und für die Bamberger Volkshochschule ist diese temperamentvolle, energische und mitreißende Schauspielerin und Regisseurin, die immer wieder auch selbst in höchst anspruchsvollen Rollen der aufregendsten TiG-Produktionen glänzt, ein wahrer Glücksfall. Fünfzehn Schauspiel-Amateure - Männer und Frauen - konnte ihr aktueller Kurs anziehen. Sie alle sind immer wieder gerne Botschafter einer nachhaltig in die Öffentlichkeit hineinwirkenden Kultur- und Bildungsarbeit, wie sie eine VHS ja idealerweise leisten soll.

Große Liebesgeschichte

Es wird also das Jahr 2019 für Lehnert als Chefin der VHS-Studiobühne nicht ein verflixtes siebtes Jahr werden, eher schon die Fortsetzung einer großen Liebesgeschichte. So erhoffen sich das wenigstens ihre Ensemblemitglieder, die zum Teil schon seit 2012 bei der Lehnert-Truppe dabei sind. Und wenn die Saison dann mit der sogenannten Semesterabschlussarbeit erfolgreich zu Ende geht, hat Lehnert ganze Arbeit geleistet.

Die Stücke richtet sie gemeinsam mit ihrem Ensemble ein und die intensive Rollenarbeit bringt den Kursteilnehmern nicht alleine Freude am darstellenden Spiel. Alle, gleich ob Schüler, Student, Lehrer, Coach, Stimmtrainer, Hochschulassistent oder Erzieher, alle schwören sie darauf, dass die Theaterarbeit in der Vhs ihnen Lebensfreude und Persönlichkeit gewinnt.

Und was darf man sich vom Ring des Nibelungen erwarten? Süße Rheintöchter auf jeden Fall, unmögliche Walküren sowieso, einen halbstarken Siegfried und einen gierigen Alberich, bei dem es einem die Nackenhaare aufstellt. Kommen noch ein trotteliger König Gunther, ein allzu lebenslustiger Papa Wotan, seine Frau Fricka, die für schöne große Häuser schwärmt, und Frau Statler sowie Frau Waldorf mit dazu. Richard Dürr gibt einen bärenstarken Hunding, Vera Sachs den wandlungsfähigen Mime und über Siegmund und Sieglinde darf man sich zereiern. Freia, Wotans Schwägerin, die Fafnerin samt ihrer Dienerin und Brünnhilde, Wotans Lieblingstochter, jagen ihr Publikum durch alle nur denkbaren Wechselbäder der Gefühle.

Unter zwei Stunden

Nur für echte Wagnerianer wird die Aufführung am Freitag- und am Samstagabend möglicherweise ein wenig enttäuschend. Denn sie müssen ganz stark sein, haben Lehnert und ihre Regieassistentin Valentina Weymann den Ring des Nibelungen doch weit unter zwei Stunden gedrückt. Langatmig wird's also nicht, aber kurzweilig.

Termine "Wagners Ring des Nibelungen, eine Parodie" wird am Freitag, 15. Februar, und am Samstag, 16. Februar, jeweils um 19 Uhr im Großen Saal der VHS im Alten E-Werk, Tränkgasse 4, gegeben. Der Eintritt kostet fünf Euro, für die Mitglieder des VHS-Fördervereins ist der Eintritt auf drei Euro ermäßigt.



was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren