Bamberg

Vortrag zu "Bamberg 2050": Bildung ist der Schlüssel

Manfred Riederle vom Bayerischen Städtetag zeichnet die großen Herausforderungen der Zukunft für die Kommunen. Er sieht Bamberg aber auf einem guten Weg.
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Manfred Riederle vom Bayerischen Städtetag während seines Impulsvortrags bei der Denkwerkstatt am Samstag Foto: Barbara Herbst
Manfred Riederle vom Bayerischen Städtetag während seines Impulsvortrags bei der Denkwerkstatt am Samstag Foto: Barbara Herbst
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Jeder Dritte wird in Deutschland im Jahr 2050 älter als 60 Jahre sein, so die Prognose des Statistischen Bundesamts. "Diese Gruppe wächst am stärksten und die Lebenserwartung wird steigen", sagt Manfred Riederle, stellvertretender Geschäftsführer des Bayerischen Städtetags, in seinem Impulsvortrag bei der Denkwerkstatt, zu der Volkshochschule und Fränkischer Tag am Samstag eingeladen haben. Die Gesundheitsversorgung werde deshalb zur "Megaherausforderung" für die kommenden Jahrzehnte. Die Zahl der Singles steige weiter, die Altersarmut nehme zu, die Zahl der Berufstätigen weiter ab - auch in Bamberg. Die Stadt als "silver city"? Eine der Herausforderungen, der sich die Kommunen etwa mit einem seniorenpolitischen Gesamtkonzept oder Quartiermanagement stellen müssten.

Zentral ist für Riederle jedoch die digitale Revolution, die einen "atemberaubenden Fortschritt" mit sich bringe und weiter der Treiber des Wirtschaftswachstums sein werde. Was laut mancher Studien zu einem Anstieg der Arbeitslosigkeit führen könnte, aber sicher zu einer veränderten Arbeitswelt.
Um dem zu begegnen, sei Bildung zentral wichtig. Angesichts immer kürzerer Innovationszyklen in der Wirtschaft müsse auch das Bildungssystem angepasst werden. So gehe es darum, "das Lernen zu lernen und zwar lebenslang". Auch Fort- und Weiterbildung müssten weiter gestärkt werden. Möglich, dass Bildungsstätten künftig ihre Dienste über das Internet weltweit anbieten. Wirtschaft und Bildung seien in Zeiten der Digitalisierung eng miteinander verbunden.


Ipad statt Schiefertafel - das reicht nicht

Dennoch will Riederle dies nicht als Werbung für eine Ökonomisierung der Bildung verstanden wissen. Der 57-Jährige warnt auch vor falschen Schlüssen: "Die Stadt von heute ist nicht die Stadt von morgen mit ein bisschen Digitalisierung." So sei es nicht damit getan, dass man - übertrieben gesagt - die Schiefertafel einfach nur durch das Ipad ersetzt. Vielmehr gehe es gleichzeitig auch um die Vorbereitung auf eine komplexere Welt.

Viel Lob gab es von Riederle, für die vorhandenen Strukturen in Bamberg. Die Stadt habe durch die Universität große Vorteile. Er findet, dass die Zusammenarbeit intensiviert werden sollte, um den Wirtschaftsstandort weiter zu sichern.

Im Bereich Mobilität sieht er Bamberg mit seinem öffentlichen Nahverkehr gut aufgestellt. Doch sei hier künftig die Frage zentral: "Wollen wir mehr Fahrzeuge oder mehr Menschen auf die Straße bringen?"

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