Ebrach
Konzertreihe

Von großen Gefühlen und Kathedralklängen

Der Ebracher Musiksommer stellt sein Programm 2018 hervor. Ein Höhepunkt wird Anton Bruckners 9. Symphonie am 22. Juli in der Abteikirche sein.
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In der Abteikirche erklingt am 22. Juli  die 9. Symphonie von Anton Bruckner.Mile Cindric
In der Abteikirche erklingt am 22. Juli die 9. Symphonie von Anton Bruckner.Mile Cindric
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Ebrach hat gerade einmal 2000 Einwohner, aber eine prachtvolle Klosteranlage, eine ehemalige Zisterzienserabtei mit imponierendem Treppenhaus, barockem Kaisersaal und der ursprünglich gotischen, prachtvoll klassizistisch ausgestatteten Kirche; alles eingebettet in die sanften Hügel des Steigerwalds. Was läge angesichts dieser Harmonie von Architektur und Natur näher, als den Dreiklang mit Kultur zu vervollständigen?

Genau das fragte sich vor knapp drei Jahrzehnten der damals gerade einmal 24-jährige Dirigent Gerd Schaller - und gründete den Ebracher Musiksommer. Der entwickelte sich inzwischen zu einem Festival von durchaus auch internationalem Rang, das jedes Jahr zahlreiche Musikfreunde anzieht, welche die festlichen Konzerte mit Musik vom Barock bis in die Spätromantik besuchen. Als programmatische Sahnehäubchen gibt es außerdem immer wieder selten gespielte Werke oder Fassungen von Werken großer (und auch mal unbekannterer) Komponisten, und stets sind hier hervorragende Solisten und renommierte Orchester unter dem Dirigat von Gerd Schaller selbst zu hören. Übrigens, schmunzelt dieser: "Obwohl das Festival natürlich den Sommer im Namen trägt, finden inzwischen wegen der großen Nachfrage auch zu anderen Jahreszeiten Konzerte statt". Da Kaisersaal und Abteikirche in Ebrach allerdings nicht beheizbar seien, weiche man dann in die Konzerthalle Bamberg oder den Bad Kissinger Regentenbau aus.


Audtakt in Bad Kissingen


Dort, in Kissingen, beginne die Saison denn auch am 6. Mai, erzählt Schaller: "Unter dem Motto ,Große Gefühle' spiele ich da mit dem Radiosymphonieorchester Prag Musik von Mozart, Bruckner, sowie Beethovens berühmte 5. Symphonie".

"Mit Pauken und Trompeten" zieht das Festival dann am 20. Mai für dieses Jahr in den Ebracher Kaisersaal ein. Da erklängen neben Beethovens Eroica prächtige Trompetenkonzerte aus Barock und Klassik mit dem Symphonieorchester des Nationaltheaters Prag.

Aus diesen Beispielen ist das Konzept des in Bamberg geborenen Dirigenten schon zu ersehen: "Ich stelle jedes Konzert unter ein Motto, unter dem ich reizvolle Werke zusammenstelle. Und dann überlege ich, mit welchem Orchester sich die am besten verwirklichen lassen". So spielen in dieser Saison auch noch Gewandhausmusiker aus Leipzig im Festival - und vor allem die Philharmonie Festiva: "Ein von mir gegründetes Projektorchester, für das ich mir jeweils die besten Instrumentalisten verschiedener deutscher Spitzenorchester einlade", so der Maestro. Diese kämen in Ebrach zu mehrtägigen Proben und auch CD-Einspielungen zusammen, gefolgt von einem Konzert. "Das ist jedes Mal eine sehr intensive und inspirierende Zeit, die ich und die Musiker gleichermaßen genießen - und das hört dann auch das Publikum im Konzert".

So wird beispielsweise am 10. Juni ein Konzert, das die Freundschaft zwischen Haydn, Mozart und Johann Nepomuk Hummel aufzeigt, von der Philharmonie Festiva bestritten. Am 22. Juli steht dann in der Abteikirche Anton Bruckners 9. Symphonie auf dem Programm, mit von Schaller höchstselbst aus den überlieferten Skizzen ergänztem Finalsatz; sicher ein Höhepunkt der Saison.


Publikumsmagnet Vivaldi

Weiterer Publikumsmagnet wird sicherlich das Konzert mit Vivaldis "Vier Jahreszeiten" am 17. Juni, sein und schon Kultcharakter hat der Musikalische Karneval, am 16. Februar 2019.

2019 - Zukunftsmusik? "Naja, nicht wirklich", meint Schaller. Fast immer seien die Konzerte des Festivals ausverkauft - insofern lohne es sich durchaus, sich jetzt schon um Karten zu kümmern, "auch wenn es dann bis zum Konzert doch noch ein Weilchen hin ist!".

Alle Konzerte beginnen um 17 Uhr. Weitere Termine und Informationen auf der Website des Festivals:
www.ebracher-musiksommer.de
oder über den Kartenservice: Tel. 09552/297, Fax 09552/6417.
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