Bamberg
Nostalgie

Vom Spielfeld zum Schreibtisch

Wenn sich Lukas Winkler zuhause an die Arbeit macht, wird er immer wieder an die großen Zeiten des Bamberger Basketballs erinnert.
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Lukas Winkler an seinem - aus Arena-Parkett gefertigten - Schreibtisch...
Lukas Winkler an seinem - aus Arena-Parkett gefertigten - Schreibtisch...
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Wenn Lukas Winkler an seinem Schreibtisch sitzt, dann berührt er beim Benutzen seines PCs schon einmal die Zone, die Außenlinie und das schwarze Aus-Feld der Brose Arena gleichzeitig. Für den 22-Jährigen, der den "Freaks" als Vorsänger und Einpeitscher der Roten Wand im Fanblock auf der Südtribüne bestens bekannt ist, war der Teilerwerb des Bamberger Parketts, das im Juli fein säuberlich herausgesägt wurde, ein unabdingbares "Must have".

Nicht allein wegen seiner Funktion als Vorsitzender des Fanclubs "Sektion Südblock Bamberg", vielmehr als ein Bindeglied der Kommunikation zwischen Verein und den Fanclubs sowie als ein Basketballfan der intensivsten Prägung. Nicht umsonst war er von Beginn an in die Planungen miteinbezogen und wirkte im Projektfilm "#My Part of History" mit.

"Wow-Effekt"

"Mit jedem Blick auf den Schreibtisch erlebt man einen großen Wow-Effekt", bekommt der "Freak", der seit 2009 mit einer Dauerkarte ausgestattet ist, heute noch leuchtende Augen; es passte eben alles, er zog in eine neue Wohnung, da war der Start mit dem neuen Schreibtisch perfekt. Er suchte sich ein Arena-Stück aus, das zu ihm passt. Ein Teil der Zone, auf die das Brose-Team in der ersten Hälfte spielt und das nur einige Meter von seinem Stammplatz entfernt ist, und die Baseline mit dem schwarzen Einwurfparkett ("dieses Stück hatte ich ja Jahre lang im Blick"). Die vielen Highlights in der Bundesliga und Euroleague, dazu jeder Titelgewinn, bleiben so immer im Kopf.

Für Winkler hat das Parkett einen wahren Doppel-Effekt: Auf der einen Seite die sportlichen Erlebnisse, auf der anderen Seite die viele Arbeit, die er und "sein" Fanclub in Choreographien steckten. Winkler kniete stundenlang auf dem Parkett, das er heute als Schreibtisch benutzt. Es ist ein Teil aus seinem Arena-Wohnzimmer, das er nun besitzt. "Ich bin mir nicht sicher, ob ich jemals wieder diese Chance bekomme, so etwas zu ergattern."

500 Euro für ein Stück Geschichte

Gut 500 Euro legte der Personalmitarbeiter, der kein Heimspiel verpasst und auch bei einigen Auswärtspartien dabei ist, für dieses Schmuckstück hin, das von einer Schreinerei in Franken weiterverarbeitet und zum Upcycling-Produkt veredelt wurde.

Bleibt die Frage an den Freizeit-Basketballer nach dem absoluten Highlight auf diesem Parkett. Es kommt wie aus der Pistole geschossen: "Fünftes Finale am 18. Juni 2011 gegen Alba Berlin, als John Goldsberry und Brian Roberts im Schlussakkord mit zwei Dreiern den Titel sicherten."

Aktuelles Team "braucht Zeit"

Parkettwechsel und Schreibtisch hin oder her, die aktuelle Wahrheit liegt auf dem neuen Parkett: "Man muss der Mannschaft Zeit geben, sie sollten national und international die Play-offs erreichen und dann wird es ein - hoffentlich positives - Überraschungspaket."

Unabhängig ob Sieg oder Niederlage, Lukas Winkler sitzt seit ein paar Wochen mit einem ganz anderen Gefühl am Schreibtisch - dank der in Basketball-Deutschland bislang einzigartigen Idee, das fast 20 Jahre alte Parkett auf besondere Art zu "entsorgen" und den Fans zugänglich zu machen. Daran ändert auch ein eventuell weiteres titelloses Jahr nichts!

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