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Bamberg
Aufführung

Vom Spiel mit der Schwerkraft

Der Chinesische Nationalcircus gastierte mit 30 Künstlern in der Konzerthalle Bamberg.
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Atemberaubende Akrobatik aus dem Reich der Mitte bevölkerte das Podium der Konzerthalle.  Fotos: Helmut Ölschlegel
Atemberaubende Akrobatik aus dem Reich der Mitte bevölkerte das Podium der Konzerthalle. Fotos: Helmut Ölschlegel
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Der Vorhang lüftet sich und offenbart ein märchenhaft anmutendes Bühnenbild von der großen chinesischen Mauer. Bald darauf wirbeln Menschenkörper durch die Lüfte, türmen sich selbst übereinander in schwindelerregende Höhen bis gegen die Hallendecke und winden ihre Körper, als ob sie aus Gummi wären.

Atemberaubende Akrobatik bei scheinbarer Auflösung der Schwerkraft zelebrierten die durchtrainierten Frauen und Männer des Chinesischen Nationalzirkus in der Bamberger Konzerthalle. Da kam auch der mehrfache Weltmeister und Weltrekordler im Kunstradfahren aus Ebermannstadt, Lukas Kohl, mit seiner Familie im Publikum ins Schwärmen: "Bewundernswerte Akrobatik auf allerhöchstem Niveau voller Kreativität in Vollendung!"

Noch immer unter dem Motto "Happy Chinese New Year"  kam die Originalproduktion aus dem Reich der Mitte nach Bamberg, und da gab es schon die erste Herausforderung fürs Publikum: Auf den Eintrittskarten stand das Datum und die Uhrzeit passend zum Motto der Veranstaltung, nämlich 20.20 Uhr im Jahr 2020. Tja, da zeigten sich so manche Besucher beim Start des Events etwas verwundert, die nicht so genau nachgelesen hatten. Angesichts dessen, was sie dann geboten bekamen, rückte dieser Aspekt rasch in den Hintergrund.

Raffiniert inszeniert

Eine überaus farbenfrohe, raffiniert inszenierte Akrobatenshow zum Staunen und Genießen vollzog sich vor ihren Augen, als der "Chinesische Drache" als bewegliche Stabfigur erwachte und sich über die Bühne schlängelte. So stapelten sich in einer Ein-Mann-Show die Stühle bis unter die Beleuchtungstraverse - das Publikum hielt den Atem an.

Kraftvolle Männer standen in einer Menschenpyramide ganz unten, die hin zur Spitze immer schlanker wurde, bis zum Schluss ein kleiner Junge ganz hochkletterte, der im Laufe des Abends zum Publikumsliebling avancierte.

Auch ganz filigrane Jonglagen mit Kerzenleuchtern gab es zu bewundern oder Mädchen, die sich in Tonnen zwängten und diese auf wundersame Weise zum Laufen brachten. Schier Unmögliches wurde möglich, begleitet von nahezu ungläubigem Staunen der Besucher in der dafür atmosphärisch etwas sterilen Konzerthalle.

Seit dem Fall des eisernen Vorhangs bescherte diese ganz besondere Zirkusshow aus dem fernen Osten mit 30 Künstlern und 30 preisgekrönten Acts weltweit über zehn Millionen Besuchern eine Renaissance kindlichen Staunens. Chinas beste Artisten, von Kindesbeinen an trainiert, waren hier am Start und gaben Einblicke in eine geheimnisvolle Kultur, die sich der Tradition verpflichtet fühlt und für unser Empfinden in der Choreographie teilweise etwas martialisch erschien.

Interessant erscheint auch der Aspekt, dass der Chinesische Nationalzirkus mit seiner Produktion "Seidenstraße" offizieller Bestandteil des China Kulturjahres 2012 in Deutschland war.

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