Bamberg
Zukunft

Visionen von Bamberg 2050 entwickelt

Es war ein Blick in die Glaskugel, der bei der Denkwerkstatt der VHS und des FT gewagt wurde. Die Ergebnisse sollen nicht in der Schublade verschwinden.
Artikel drucken Artikel einbetten
Beim Thema "Bildung und Kommunikation" wurde leidenschaftlich diskutiert.  Foto: Barbara Herbst
Beim Thema "Bildung und Kommunikation" wurde leidenschaftlich diskutiert. Foto: Barbara Herbst
+44 Bilder
Das Leben im Jahr 2050 besteht zunächst aus gelben, roten und grünen Zetteln - und jeder Menge Diskussionen. Workshop-Leiterin Catharina Stamm versucht die Frage "Wie arbeiten wir?" mit Hilfe der Post-its immer enger fassen zu lassen - von den Teilnehmern, die sich viel Gedanken machen, diese diskutieren und zum Teil wieder verwerfen. "Wir brauchen auch vernünftige Datenleitungen", glaubt etwa Jürgen Schabel. Ihm gegenüber sitzt Heiko Aland, der findet: "Wir brauchen ein Verkehrskonzept." Die beiden sitzen mit Stamm und den anderen aus der Gruppe zusammen, die Tafel, an der die Zettel mit den Gedanken der Teilnehmer kleben, steht hinter ihnen. Aland hat das Gesicht auf seinen Ellbogen gestützt. Die Denkerpose, ein Ausdruck dessen, wie intensiv sich die Teilnehmer an die Zukunftsvision wagen.

Wie arbeiten, wie wohnen, wie lernen und kommunizieren wir, wie bewegen wir uns? Komplexe Fragen, denen sich die Teilnehmer der Denkwerkstatt "Bamberg 2050" am Samstag im Verlagshaus der Mediengruppe Oberfranken (MGO) auf Einladung der Volkshochschule Bamberg-Stadt (VHS) und des Fränkischen Tags stellten.


Ideen für den Stadtrat

So wie in der Gruppe von Catharina Stamm qualmen schnell auch die Köpfe der restlichen rund 40 angemeldeten Teilnehmer bei den speziellen Fragen, die letztlich alle dahin führen sollten, welche Vorstellung sie vom Leben im Jahr 2050 haben, welche Herausforderungen sie sehen, denen sich die Stadt Bamberg stellen muss. Denn am Ende der ganzen Diskussionen sollen sie Ergebnisseerarbeiten, die nicht irgendwo in der Schublade verschwinden, sondern in den Stadtrat eingebracht werden und weiter diskutiert werden sollen. So verspricht es zumindest der Zweite Bürgermeister Christian Lange (CSU) den Teilnehmern. Lange zeigt sich schon zu Beginn der Veranstaltung begeistert von der Idee und dem Zeitpunkt der Veranstaltung.

Lange nimmt die Worte von Moderator Martin Wilbers auf, der den Teilnehmern die schwierige Aufgabe, den Blick in die entfernte Zukunft zu wagen, näher brachte. "Ich glaube, 2050 ist gar nicht so weit weg", entgegnet der Bürgermeister. Die VHS , die der "Thinktank" einer Verwaltung sein müsse, sei genau richtig dafür. Impulse für die Diskussion um die Zukunft gibt danach Manfred Riederle vom bayerischen Städtetag aus München vorab: "Setzen Sie sich Ziele und wecken Sie dafür Begeisterung." (hier geht's zum Artikel über den Vortrag)


Alle sprechen mit

Die Begeisterung ist schnell zu spüren: "Die Leute sind wahnsinnig engagiert", findet Thomas Riegg, der von der Volkshochschule teilnahm. Was ihn am meisten beeindruckt: "Es sind unterschiedliche Menschen, die hier zusammenfinden und ins Gespräch kommen." Rentner, Unternehmer, Studenten, aber auch Profis wie Peter Scheuenstuhl von den Stadtwerken sind dabei und wollen unter Anleitung von Experten wie Stadtbauchef Veit Bergmann, Start-Up-Unternehmer Peter Wilfahrt,
Bildungsbüro-Leiter Matthias Pfeufer und Mobilitätsexperte Josef Lehner (Carsharing MeiAudo) ihre Ideen und Ansichten einbringen.


ÖPNV als Rückgrat

Scheuenstuhl beteiligt sich als Chef des ÖPNV in Bamberg natürlich am Workshop zur Mobilität, den FT-Lokalchef Michael Memmel leitet. Ein übergeordnetes Ziel wird deutlich: Es geht auch beim Thema Verkehr um die Steigerung der Lebensqualität. Klar wird sich hier einiges tun: Der Radverkehr wird weiter zunehmen, der öffentliche Nahverkehr als das Rückgrat angesehen. Weniger Individualverkehr kann mehr Raum für Leben in der Stadt freisetzen, Gedanken die etwa bereits der Radentscheid in Bamberg formuliert.

Am Ende präsentieren die einzelnen Workshop-Diskutanten ihre Ergebnisse dem gesamten Kurs. Im Hintergrund hält auf Stellwänden "graphic recorderin" Ulrike Mahr die vorgetragenen Ergebnisse in Schlagwörtern und Bildern fest. MGO-Geschäftsführer Walter Schweinsberg übergab die Schautafeln am Ende symbolisch an Bürgermeister Lange. VHS-Leiterin Anna Scherbaum zeigt sich begeistert und weiß schon, wo diese Wände ausgestellt werden könnten: im Rathaus oder in der Volkshochschule. Und, sie will die Denkwerkstatt noch einmal mit Schülern durchgehen, um auch deren Blick auf die Zukunft zu erfahren.


was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren