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Bamberg
Franken helfen Franken

Viele Spender ermöglichten neuen Transporter fürs Josefslädchen

Vor Weihnachten hatten wir auf eine wichtige Anschaffung für das Josefslädchen hingewiesen. Unsere Leser haben fast 20.000 Euro gespendet und dazu beigetragen, dass Bedürftige weiterhin günstige Lebensmittel bekommen.
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Robert Weber hat schon die ersten Touren mit dem neuen Fahrzeug unternommen.  Foto: Matthias Hoch
Robert Weber hat schon die ersten Touren mit dem neuen Fahrzeug unternommen. Foto: Matthias Hoch
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Wie an jedem Mittwoch steht kurz vor 13 Uhr wieder ein gutes Dutzend Frauen und Männer in der Josephstraße und wartet. Als ein Graupelschauer einsetzt, drücken sie sich nur ein wenig enger an die Wände. Denn gleich werden die ersten sechs Kunden ins Josefslädchen gelassen, sie können sich hier zweimal die Woche für einen symbolischen Preis ihren Einkaufskorb mit Lebensmitteln füllen.

Dieser Aschermittwoch ist kein Tag wie jeder andere. Denn auf dem Parkplatz hinter dem Gebäude kann Tobias Späth, Geschäftsführer des Caritasverbandes für den Kreis Bamberg, ein Fahrzeug präsentieren, das den ehrenamtlichen Helfern manche Sorge nimmt: Ein neuer Ford Transit ersetzt den elf Jahre alten Kühltransporter, der zuletzt Dauergast in der Werkstatt war. Trotz eines großzügigen 40-Prozent-Rabatts kostete die Neuanschaffung noch 33 000 Euro. Eine Summe, die der Caritasverband Bamberg nicht ohne Unterstützer stemmen konnte.

Vom Überfluss profitieren

Kurz vor Weihnachten hatten wir im Rahmen unserer Spendenaktion "Franken helfen Franken" mehrfach darauf hingewiesen, was im Josefslädchen geleistet und welche Anschaffung dort nötig wird. Unsere Leser haben sich in den folgenden Wochen sehr großzügig gezeigt. Die Summe der eingegangenen Beträge hat der Spendenverein der Mediengruppe Oberfranken am Ende auf 20 000 Euro aufgerundet.

Daneben gab es viele Spenden, die direkt an den Caritasverband gingen. "Wir freuen uns wirklich sehr und sind baff, dass uns so viele Menschen unterstützt haben", sagt Geschäftsführer Späth. So hatten zum Beispiel Ministrantengruppen und Mitarbeiter des Caritas-Diözesanverbandes Geld gesammelt. Auch die Bürgerstiftung Kerscher aus Nürnberg war durch unsere Berichterstattung aufs Josefslädchen aufmerksam geworden und spendete stolze 5000 Euro. Und der Lions Club Bamberg, der die Einrichtung des Caritasverbandes schon seit vielen Jahren großzügig unterstützt, steuerte die für den Kaufpreis noch fehlenden 3000 Euro bei. "Wenn es ums Josefslädchen geht, gehen bei unseren Mitgliedern alle Daumen hoch", sagt Jürgen Bruhn, Präsident des Lions Club Bamberg.

Dank der breiten Unterstützung konnte nun zwei Monate nach unserem Spendenaufruf der neue Transporter in Betrieb genommen werden. "Wir haben schon die erste Tour hinter uns. Das ist jetzt wirklich eine ganz andere Sache", sagt der Ehrenamtliche Harald Jahreis. An jedem Mittwoch sammelt er mit dem hauptberuflichen Caritas-Mitarbeiter Robert Weber nicht mehr verkäufliche Lebensmittel in Supermärkten und Bäckereien ein. Meist ist das Verfalldatum noch weit entfernt, und auch Obst und Gemüse sehen noch makellos aus. Aber der Handel muss Platz für Nachschub schaffen, viele Kunden erwarten auch abends noch volle Regale.

Und so profitiert das Josefslädchen vom Überfluss der Gesellschaft. Im Jahr kaufen hier 880 Bedürftige aus Stadt und Landkreis Bamberg ein, darunter Kinderreiche, Rentner und Arbeitslose. Alle mussten sie ein geringes Einkommen nachweisen, das maximal 30 Prozent über dem Hartz-IV-Niveau liegen darf. Der symbolische Kaufpreis macht es manchen Kunden leichter, hierher zu kommen. "Sie empfinden es dann nicht als Almosen", sagt Späth. "Die Bedürftigen sparen Geld und können sich manche Dinge leisten, auf die sie sonst wohl verzichten würden." Der Laden, der fünfmal die Woche für zwei Stunden öffnet, sieht sich als eine Ergänzung zu den Tafeln. Für Späth ist das Josefslädchen "das Kernstück der karitativen Tätigkeit" seines Verbandes. 40 Ehrenamtliche unterstützen abwechselnd diese Einrichtung, Männer vor allem als Fahrer, Frauen im Laden.

Sie alle freuen sich, dass ihre wichtige Arbeit nun wieder reibungsloser über die Bühne geht. Ohne ständige Warnleuchten an der Armatur des Kühltransporters, ohne dauernde Werkstatt-Besuche, ohne die Angst, dass die wertvolle Fracht ungekühlt Schaden nimmt. Harald Jahreis, Robert Weber und die vielen anderen Helfer werden auch mit dem neuen Fahrzeug Unmengen an guten Lebensmitteln transportieren. Essen, das die einen nicht mehr brauchen - und die anderen heiß begehren.