Bamberg
Bildung

Viele Schulen, viele Baustellen in Bamberg

Vielfältig ist die Schullandschaft in Bamberg, doch viele der Gebäude sind in die Jahre gekommen. Die Stadt setzt neben einzelnen Großprojekten auf zahlreiche Teilsanierungen. Doch nicht nur an der Trimbergschule gibt es ein Platzproblem.
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Die Hugo-von-Trimbergschule gilt mittelfristig als Kandidat für eine Generalsanierung. Foto: Ronald Rinklef
Die Hugo-von-Trimbergschule gilt mittelfristig als Kandidat für eine Generalsanierung. Foto: Ronald Rinklef

"Am dringendsten wäre es, an der Trimbergschule was zu machen", sagt BBB-Fraktionsvorsitzender Norbert Tscherner. "Die bräuchten bald zwei Räume mehr und auch das Dach müsste gerichtet werden." Er stehe in dieser Sache aber ziemlich allein da, "bei der Blauen Schule oder den Gymnasien ist der Druck ein ganz anderer".

Auch 2019 wird an zahlreichen Bamberger Schulen gearbeitet, fließt viel Geld in den Brandschutz, werden alle Fördertöpfe ausgeschöpft, um zum Beispiel Toilettenanlagen oder die Akustik in Klassenzimmern zu verbessern. Doch das wird an manchen Schulen auf Dauer nicht reichen, neben den Gymnasien hoffen auch einige Grund- und Mittelschulen auf umfassendere Maßnahmen. Fällt das Stichwort Generalsanierung, geht es jedoch schnell um zweistellige Millionenbeträge. "Die Schulsanierung ist und bleibt eine dauernde Aufgabe", hatte Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD) bei seiner Haushaltsrede im Dezember 2018 erklärt. "Wir planen, eine Schule nach der anderen in Angriff zu nehmen."

Spatenstich für Turnhalle

"Uns fehlt im kommenden Schuljahr der Platz", bestätigt Bernhard Ziegler, der Schulleiter der Hugo-von-Trimbergschule, Tscherners Worte. "Was nützt mir im Moment ein Versprechen auf eine Generalsanierung 2025? Ich muss meine Schüler schon früher unterbringen", sagt Ziegler. Er brauche zusätzliche Räume für zwei Eingangsklassen in der Grundschule und die Offene Ganztagsschule. Ein Anbau in Richtung Forchheimer Straße sei da die günstigste und schnellste Lösung. Sanierungsbedürftig sind für ihn unter anderem die Fenster ("sehr viel Wärmeverlust") und stellenweise auch das Dach, im Pausenhof gebe es viele Unebenheiten. "Das sind momentan unsere dringendsten Probleme, vom Digitalen will ich ja noch gar nicht reden", sagt der Schulleiter.

Wenn es um sanierungsbedürftige Schulen geht, fällt schnell auch das Stichwort Blaue Schule. Dort fand erst kürzlich der Spatenstich für ein 11,5-Millionen-Projekt, die lang ersehnte Generalsanierung der Graf-Stauffenberg-Dreifachturnhalle, statt. Dafür gibt es großzügige Förderung aus dem Kommunalen Investitionsprogramm Schulen: 5,3 Millionen Euro. Folgt nun also in naher Zukunft auch eine umfassende Sanierung des Schulgebäudes? "Der Bedarf ist da und das weiß auch jeder", sagt Andrea Welscher, Schulleiterin der Graf-Stauffenberg-Realschule. Das sehen schon seit längerem auch die GAL-Fraktion und FDP-Stadtrat Martin Pöhner so. Letzterer mahnt auch an der Trimbergschule "dringenden Sanierungsbedarf" an. Pöhner fordert von der Verwaltung einen Sachstandsbericht zu den Planungsstudien für diese Schulen. "In der nächsten Kultursenatssitzung erwarten wir Antworten auf die Frage: Welche Schulen sind die dringendsten?" Pöhner hofft zudem, dass "wir bei den kommenden Haushaltsberatungen in jedem Jahr möglichst eine der Schulen hineinbringen, bei den Gymnasien kriegen wir's ja auch hin." Es gelte nun, den Investitionsstau an den Schulen abzubauen, auch wenn seit 2014 unter Bildungsreferent Lange schon viel passiert sei.

SPD-Stadtrat Felix Holland: "Wir müssen das Notwendige angehen und auch Prioritäten setzen". "Dabei sollten wir alle Schulen im Auge behalten und sie nicht gegeneinander ausspielen."

In den vergangenen Jahren seien hier beachtliche Erfolge erzielt worden. Doch die Sanierung der vielen Bamberger Grund- und Mittelschulen sowie der weiterführenden Schulen könne nur Zug um Zug im Rahmen der zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel erfolgen.

Geht es nach Wolfgang Grader (GAL), bräuchte es einen Plan, der auch klar eine Reihenfolge der Dringlichkeit einzelner Schulprojekte definiert. Den gebe es aber so nicht, um keine Begehrlichkeiten zu wecken. "Wir als Stadträte bräuchten einmal das gesamte Bild, damit wir agieren und nicht immer nur reagieren können." Auch für Grader gehört die Trimbergschule weit nach oben auf der Liste, ebenso wie die Wunderburg-Grundschule: "Da kommen bald große Platzprobleme auf uns zu, wenn noch mehr Familien zuziehen."

Auf eine mehrgleisige Strategie setzt Zweiter Bürgermeister und Bildungsreferent Christian Lange (CSU). "Wir haben zum einen die größeren Vorhaben wie zuletzt an der Martinschule oder am Clavius-Gymnasium. Zum anderen versuchen wir, die Teilsanierungen, insbesondere in den Bereichen Barrierefreiheit und Brandschutz, an möglichst vielen Schulen weiterzuführen."

Durch den immensen Zuwachs seien an einigen Schulen auch Platzprobleme zu lösen, etwa in Gaustadt, an der Heidelsteig-, oder der Rupprechtschule. Dem müsse man durch räumliche Erweiterungen oder Dachausbau begegnen. "Wir machen da konsequent weiter", sagt Lange. Er lobt in diesem Zusammenhang die Arbeit des städtischen Immobilienmanagements. Dieses erfasst zum Beispiel auch bauliche Mängel an Schulen. Auf Grundlage dieser Erhebungen werden die Maßnahmen für die Schulgebäude im gesamten Stadtgebiet von der Verwaltung vorbereitet und dem Stadtrat vorgelegt.

Wäre es angesichts der noch sehr niedrigen Zinsen kein guter Zeitpunkt, um neben der anstehenden Großprojekte an den Gymnasien auch die Generalsanierung einiger Grund- und Mittelschulen anzugehen? "Es geht nicht nur ums Geld", sagt Lange. So müssten die Voraussetzungen für bestimmte Förderprogramme erfüllt werden, die Verwaltung die Vorhaben auch stemmen können - und genügend Handwerker zu Verfügung stehen. "Wir haben jetzt schon das Problem, dass wir für manche Ausschreibung keine Firmen finden."

Für Lange ist der Einstieg in die Turnhallensanierung der Blauen Schule ein "Signal, das mich freut". Und wann geht es mit dem Schulgebäude weiter? "Das muss noch beraten werden." Dass es hier noch Handlungsbedarf gibt, stehe außer Frage. "Wir sind mit den Schulen schon gut vorangekommen, aber der Weg ist noch weit."

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