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Frensdorf
Unterstützung

Viele Bausteine für eine Mädchenschule in Tansania

Frauen und Mädchen in Afrika zu Bildung zu verhelfen, ist das Ziel einer von Werner Baier aus Pettstadt initiierten Spendenaktion.
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Bausteine symbolisieren die Spenden für die Erweiterung der Schule in Biharamulo/Tansania. Im Bild: Werner Baier (links) mit einer Ministrantengruppe, Kirchenpfleger Herbert Dotterweich, Bischof Severine und Pfarrer Wolfgang Schmidt  Foto: Evi Seeger
Bausteine symbolisieren die Spenden für die Erweiterung der Schule in Biharamulo/Tansania. Im Bild: Werner Baier (links) mit einer Ministrantengruppe, Kirchenpfleger Herbert Dotterweich, Bischof Severine und Pfarrer Wolfgang Schmidt Foto: Evi Seeger
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"Afrika helfen, sich selbst zu helfen", war der Leitgedanke, der Werner Baier zu dieser Aktion bewegte. Dies sei nur durch Bildung und Ausbildung der afrikanischen Bevölkerung zu erreichen. Als der ehemalige FT-Redakteur Bischof Severine Niwemugizi aus der Diözese Rulenga/Ngara in Tansania kennenlernte, beschloss er, diesen Gedanken in die Tat umzusetzen.

"Bausteine" für die Mädchenschule St. Clare in Biharamulo wollte er zusammentragen. Bis heute hat er fast 50 000 Euro dafür gesammelt, dass es Mädchen und Frauen in Afrika besser geht. "Es geht immer um die Mädchen. Sie sind die Leidtragenden", sagt der Projektpate Baier. "Werden sie nicht ausgebildet, können sie auch ihren Kindern nichts weitergeben und haben kein eigenes Standbein für ihr Leben."

Dass den afrikanischen Mädchen ohne Bildung nur der eigene Körper im Kampf ums tägliche Leben bleibe, darf nicht falsch verstanden werden: Ohne Ausbildung müssten sie schwere, für Frauen zu schwere körperliche Arbeiten, verrichten. "Wir müssen in Afrika die Frauen bilden. Sind die Frauen gebildet, geht es den Familien und der Gesellschaft besser", bekräftigt Bischof Severine.


Geld für ein "Bweni"

Jetzt wurde die Aktion abgeschlossen und Frensdorfs Kirchenpfleger Herbert Dotterweich konnte Bischof Severine die zweite Rate von 22 400 Euro überweisen. Sie wird in ein "Bweni", ein Wohn- und Schlafhaus, investiert, das für die Schülerinnen von St. Clare gebraucht wird. Denn die Sekundarschule, die einer Mittelschule hierzulande gleich kommt, ist sehr begehrt. Die Schülerinnen kommen von weit her, müssen in der Schule wohnen und schlafen. 60 bis 70 Schülerinnen leben in einem Bweni. Aktuell geht es um sanitäre Anlagen, die es einzurichten gilt.

Rund 85 000 Euro kostet sein solches Wohn- und Schlafhaus. Zehn davon würden benötigt, vier habe er erst, erzählt Bischof Severine. Denn im Endausbau sollen in der Schule und den angegliederten Bwenis 700 Mädchen untergebracht werden. Derzeit ist gerade mal Platz für die etwa die Hälfte.

Als FT-Reporter war Werner Baier vor einigen Jahren zu Bischof Severine gestoßen. Der Bischof aus Tansania ist seit vielen Jahren Gast in Frensdorf und hilft in der Ferienzeit als Seelsorger im Pfarreienverbund Ebrachgrund aus.

"Wir kennen uns seit 1990", erzählt Frensdorfs Pfarrer Wolfgang Schmidt. Severine, damals noch nicht Bischof, sei als Urlaubsaushilfe vom Feuerstein gekommen. 1997 wurde Severine Niwemugizi zum Bischof geweiht. Im gleichen Jahr hielt er seine erste Firmung - in Frensdorf.

Aufgrund dieser in Jahren gewachsenen Freundschaft sei es sein Wunsch gewesen, neben den vielen kleinen Spenden für den Gast "auch eine sichtbare Aktion zu starten", sagt Pfarrer Schmidt.


Viele haben mitgeholfen

Werner Baier, in Pettstadt zu Hause, hat das Projekt in die Hand genommen. Durch Aufrufe in der Kirche, Flyer, Tombolas und verschiedene Aktionen sammelte er Geld. "Es gab auch etliche große Einzelspenden und Spender, die monatlich einen bestimmten Betrag als Baustein leisteten", sagt er dankbar.

Der größte Einzelposten sei beim Benefizkonzert der "Dorfrocker" an der Frensdorfer Kirchweih zusammengekommen. "Es hat mich überrascht, wie gut die Aktion aufgegriffen wurde", sagt Baier und dankt allen Spendern ganz herzlich. Auch mehrere Ministrantengruppen hätten eigene Ideen entwickelt und das Geld gespendet. Dankbar ist Werner Baier auch Ute Bauer und ihrem Pettstadter Team. Sie hätten zugunsten der Aktion gebastelt und ihre Arbeiten am Weihnachtsmarkt oder beim Straßenfest verkauft.


In die Sicherheit investiert

Die erste Rate aus Frensdorf wurde bereits im vergangenen Jahr überwiesen. Dafür wurde ein Zaun um das Schulgelände errichtet. Dieser sei unbedingt notwendig gewesen, sagt Bischof Severine. Jetzt würden sich die Mädchen, alle im Alter zwischen zehn und vierzehn Jahren wohl und sicher fühlen. Und das nicht nur vor den Tieren. Was nach Finanzierung der Sanitäranlagen von dem Geld übrig bleibt, wird in den weiteren Ausbau der Schule fließen.
Bischof Severine hat allerdings schon ein neues Projekt im Kopf: Er möchte eine Berufshochschule bauen. Geschätzte Kosten 3,7 Millionen Euro. An der Schule sollen Lehrkräfte für alle möglichen Berufe ausgebildet werden. Sie sollen als Multiplikatoren ihr Wissen weitergeben. "Nur wenn das Ausbildungsniveau gehoben wird, bleibt auch die Wertschöpfung im Land", bekräftigt Werner Baier.
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