Bamberg
Insolvenz

Versteigerung in Bamberg: Baufirma Hums aufgelöst

Die Betriebs- und Geschäftsausstattung, Maschinen und Anlagen sowie Lagerbestände des insolventen Bamberger Unternehmens Hums Hoch- und Tiefbau kamen am Dienstag unter den Hammer. Hunderte Bieter hofften auf ein Schnäppchen.
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Im vollgestopften Hegelsaal wurde am Dienstag den ganzen Tag geboten: Die meisten Geräte, Schränke und Fahrzeuge der Firma Hums gingen weg. Foto: Sebastian Martin
Im vollgestopften Hegelsaal wurde am Dienstag den ganzen Tag geboten: Die meisten Geräte, Schränke und Fahrzeuge der Firma Hums gingen weg. Foto: Sebastian Martin
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Jetzt ist Positionsnummer 435 dran: Ein orangener VW-Transporter mit Erstzulassung 2008. Im vollgestopften Hegelsaal der Konzert- und Kongresshalle ruft einer dazwischen: "Das war unserer!" Es sind wohl noch ein paar ehemalige Angestellte der Baufirma Hums anwesend, deren Inventar im Rahmen der Zerschlagung des Unternehmens am Dienstag versteigert wurde.

Zum Ersten, zum Zweiten und... Alles kommt unter den Hammer: Baulampen, Motorsägen, Bohrmaschinen, Werkbänke, Bagger und Lastwagen. Oder besser: unters Hämmerle. So heißt passenderweise die Auktionsfirma aus Erding, die an diesem Tag den Takt vorgibt. Also: der VW-Transporter. Für 4500 Euro steht er im Katalog. Es wird geboten: Bei 6500 Euro gibt es einen Zuschlag. Noch ein Schnäppchen.

Andrang in der Kongresshalle

Im Saal werden weitere Positionsnummern aufgerufen. Jetzt ist ein Bagger an der Reihe. 8000 Euro Anfangsgebot. Es geht wieder los. Peter Hämmerle nimmt Gebote entgegen. Seine Arme fliegen durch die Luft: "Wo ist die Nummer?" Jeder, der mitbieten will, braucht eine.

Und das sind Hunderte: Direkt vor der Kongresshalle ist alles zugeparkt mit Lastwagen und Pkw mit Anhänger, deren Halter aus den verschiedensten Ecken Deutschlands angereist sind. Der Andrang ist gigantisch an diesem Dienstag: "So etwas gab es schon lange nicht mehr in Bamberg", sagt Georg Pfister vom gleichnamigen Bauunternehmen. Der Mann mit Hut steht am Eingang zum Saal. Er hört zu, schüttelt dann ab und zu den Kopf. "Viel zu teuer", murmelt er vor sich hin. "Die Leut' bieten zu viel, dafür bekommen sie ein neues Gerät", sagt ein anderer neben Pfister, der nicht in erster Linie zum Bieten gekommen ist, vielmehr treffe man so mal wieder Kollegen, sagt er.

Es schwingt auch Nostalgie mit

Vor und während der Versteigerung in der Kongresshalle, haben sich die Bieter auf dem Hums-Gelände in der Moosstraße umgesehen, dort stehen die Geräte und Maschinen noch. Ein Bauunternehmer aus Gunzenhausen begutachtet eine Rüttelplatte: Für 2000 Euro steht sie im Katalog. "Maximal will ich 5000 bis 6000 Euro bieten", sagt der Mann. Wert ist das sieben Jahre alte Gerät gut 8000 Euro, schätzt der Kenner und erklärt: "Die sind fast nicht kaputt zu kriegen."

Neben den Profis schauen auch Privatleute vorbei. Vielleicht eine Kabeltrommel oder eine Bohrmaschine ersteigern? Bei einem 78-Jährigen schwingt Nostalgie mit: "Die haben gut gearbeitet", sagt der Bamberger auf dem Gelände der Baufirma in der Moosstraße. Er sei über 40 Jahre für Bosch nebenan tätig gewesen. Die Firma Hums war ihm bestens bekannt. Auch aus Neugier, was von dem 1931 gegründeten Unternehmen mit über 150 Mitarbeitern in Bamberg und Ebern geblieben ist, ist er vorbeigekommen.

Nach der Versteigerung ist es nicht mehr viel. Insgesamt über 1200 Positionen stehen im Katalog. Manch ein Gerät ist defekt, das gibt es dann zum Startpreis von einem Euro. Die Werte gehen danach aber schnell in die Höhe. Nur wenige Dinge gehen nicht weg: Gewichte für einen Kran zum Beispiel. Aber das bleibt Randnotiz. Die Versteigerung ist voll im Gange bis zum späten Nachmittag wird geboten, die Arme von Peter Hämmerle fliegen - bis auch die letzte Position verkauft ist.


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