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Entscheidung

Urteil im Chefarzt-Prozess gegen Heinz W. ist rechtskräftig

Die Bamberger Staatsanwaltschaft hat ihre Revision im Mammut-Prozess um den Gefäßmediziner Heinz W. zurückgezogen. Damit ist das Urteil amtlich.
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Über ein Jahr nach der Verurteilung des ehemaligen Chefarztes am Klinikum Bamberg ist es amtlich: Das Urteil gegen Heinz W. ist rechtskräftig.

Zunächst hatten nach dem Urteil am 17. Oktober 2016 am Landgericht Bamberg sowohl der Gefäßmediziner, als auch die Bamberger Staatsanwaltschaft Revision eingelegt: Das über 600 Seiten dicke Urteil war beim Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe gelandet. Nun geht es Schlag auf Schlag: Gestern (14.03.18) war bekannt geworden, dass der Bundesgerichtshof die Revision des Angeklagten verworfen hatte. Heute teilte die Bamberger Staatsanwaltschaft mit, dass sie ihre Revision zurückzieht.
Gründe für Revision der Staatsanwaltschaft

Wie die Behörde diesen Schritt begründet, erläutert Oberstaatsanwalt Otto Heyder auf FT-Anfrage. Ausschlaggebend für die Revision seien drei Gründe gewesen: Zum Einen sei eine Videosequenz, die der Angeklagte von sich selbst angefertigt hatte, nicht vor Gericht gezeigt worden - sondern nur Bilder daraus. Aus Sicht der Staatsanwaltschaft habe dieser Film gezeigt, dass die Handlungen des Arztes an mehreren Frauen sexuell und nicht medizinisch motiviert gewesen seien. Zudem hatte die Staatsanwaltschaft eine deutlich höhere Strafe gefordert. W. war vom Landgericht wegen schwerer Vergewaltigung in sechs und schwerer sexueller Nötigung in fünf Fällen sowie wegen schweren sexuellen Missbrauchs zu einer Freiheitsstrafe von sieben Jahren und neun Monaten verurteilt worden.

Damit eine höhere Strafe als diese möglich wäre, falls der Prozess neu aufgerollt worden wäre, war ebenfalls Grund für die Revision der Staatsanwaltschaft. Oberstaatsanwalt Otto Heyder: "Da der BGH die Revision des Angeklagten zurückgewiesen hat, wurde unser Part hinfällig."

Damit ist das Urteil vom 17. Oktober 2016 rechtskräftig. Laut Heyder wurde Heinz W. bereits von der Untersuchungshaft in die Strafhaft verlegt. Nach den Feststellungen des Landgerichts nahm der ehemalige Chefarzt in den Jahren 2008 bis 2014 an insgesamt zwölf Frauen in sediertem Zustand sexuelle Handlungen vor.
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